TU-Studierende messen mit Drohne die Kühlwirkung der Isarauen
Stand: 11.07.2026, 14:00 Uhr
Kommentare

Studierende der Technischen Universität München haben in Moosburg untersucht, wie Wald und Wasser das Klima beeinflussen. Mit einer Infrarot-Drohne machten sie den Temperaturunterschied zwischen Auwald und offenen Flächen sichtbar.
Moosburg – Studierende der Technischen Universität München (TUM) haben bei einer Exkursion in Moosburg erlebt, wie nachhaltiges Ressourcenmanagement in der Praxis umgesetzt wird. Das teilt Christiane Arnold, Sprecherin des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding (AELF) in einer Pressemitteilung mit. Im Mittelpunkt standen Aspekte wie Stadtklima, Wasserkraftnutzung, Hochwasserschutz, Landnutzung und Biodiversität, Forstwirtschaft und Naturwälder sowie das Abwassermanagement im Klärwerk.

Geleitet wurde die Exkursion von Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München, und Reinhard Menzel, Leiter des AELF Ebersberg-Erding. Vom Bahnhof aus steuerte die Gruppe bei sonnigem Wetter per Fahrrad verschiedene Stationen rund um Moosburg an. „Die Stadt Moosburg und ihr Umland bieten zahlreiche anschauliche und aktuelle Beispiele, die sich hervorragend eignen, um mit den Studierenden unterschiedliche Aspekte eines nachhaltigen Ressourcenmanagements praxisnah zu diskutieren“, wird Professorin Menzel in der Pressemitteilung zitiert.
Zu den Stationen zählten unter anderem der Amperüberleitungskanal, Pegel- und Grundwassermessstellen der Bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung, der Werkkanal sowie der Mittlere Isarkanal. Fachkundige Erläuterungen vor Ort verdeutlichten laut der Pressesprecherin die Bedeutung dieser Anlagen für Hochwasserschutz, Wasserversorgung, Gewässermanagement und die Nutzung der Wasserkraft. Im Wasserkraftwerk erhielten die Studierenden von Claus Sterr Einblicke in die praktische Energiegewinnung. Den Abschluss bildete die Besichtigung der Kläranlage Moosburg, die von Angela Hagl vorgestellt wurde und anschauliche Einblicke in die Praxis des Abwassermanagements geboten habe.
Passend zum sonnigen Wetter konnten die Studierenden in den Isarauen unmittelbar erleben, wie der Wald das Kleinklima und die menschliche Gesundheit beeinflusst, berichtet die Pressesprecherin. Hier erläuterte Reinhard Menzel die vielfältigen Funktionen des Isarauwaldes – von seiner historischen Entwicklung über seine Bedeutung für Klima-, Immissions- und Hochwasserschutz bis hin zur nachhaltigen Bereitstellung des regionalen Rohstoffs Holz. Dabei ging er auch auf die Rolle des Naturwaldes für Biodiversität, Forschung und Klimaanpassung ein: „Mit der Ausweisung von rund 2.400 Hektar Naturwald als Teil des Grünen Netzes stärken wir die Biodiversität im Wald. Gleichzeitig beobachten wir, wie sich der Wald ohne forstliche Eingriffe an den Klimawandel anpasst, schaffen ein breites Forschungsfeld und möchten den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, diese Entwicklung mitzuerleben“, wird Menzel zitiert.
Sophie Feiertag, Doktorandin im A-DUR-Verbundprojekts „Revitalisierte Auwälder an der Mittleren Isar“, zeigte mithilfe eines Feuchtkugel-Globalthermometers und einer Drohne mit Infrarotkamera die kühlende Wirkung eines intakten Auwaldes und der Isar. Gleichzeitig habe sie deutlich gemacht, dass Hitzestress auf offenen Flächen oder in geschädigten Wäldern ein erhebliches Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.
Die Exkursion machte laut der Sprecherin deutlich, wie eng Wasserwirtschaft, Forstwirtschaft und Klimaanpassung miteinander verzahnt sind – und welche zentrale Rolle praxisnahe Beispiele für das Verständnis einer nachhaltigen Ressourcennutzung in Ausbildung und Forschung spielen.