Mittelmeer-Perle verliert fast 750.000 Touristen: Vor allem Deutsche kehren ihr den Rücken
Stand: 03.10.2026, 22:38 Uhr
Kommentare
Ein beliebtes Reiseziel kämpft gegen sinkende Urlauberzahlen: Fast 750.000 Touristen weniger – was hinter dem Einbruch an der Riviera steckt.
Antalya – Antalya, die Touristenmetropole an der türkischen Riviera, steckt in der Krise: In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 kamen fast 750.000 Urlauber weniger in die Region als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutsche Reisende meiden das einstige Boom-Ziel zunehmend.

Nach Angaben des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums besuchten zwischen Januar und September 2026 insgesamt 13.018.574 Touristen die Provinz Antalya – ein Rückgang von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In absoluten Zahlen bedeutet das: 744.951 Urlauber weniger wählten die „türkische Riviera“ als Reiseziel. Auch im September schwächelte das Geschäft: Mit 2.254.489 Besuchern kamen 3 Prozent weniger Touristen in die Region als im September des Vorjahres.
Deutsche Urlauber kehren Antalya den Rücken
Damit setzt sich ein Negativtrend fort, der der einst boomenden Urlaubsregion zunehmend zu schaffen macht. Antalya zählt traditionell zu den meistbesuchten Reisezielen der Welt und gilt als das touristische Zugpferd der Türkei.
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei deutschen Gästen, die traditionell zu den wichtigsten Herkunftsländern für Antalya zählen. Mit einem Anteil von 19,3 Prozent liegen deutsche Urlauber zwar weiterhin auf dem zweiten Platz unter allen Nationalitäten – doch ihre Zahl sank im Neun-Monats-Zeitraum um 7 Prozent. Damit verzeichnen deutsche Gäste einen der stärksten Rückgänge unter den großen Herkunftsmärkten.
Krieg, Krisen, hohe Preise: Darum bleiben Touristen Antalya fern
Auch aus Großbritannien, dem drittgrößten Quellmarkt der Türkei, blieben deutlich weniger Urlauber fern: Hier betrug der Rückgang 12 Prozent, bei einem Anteilswert von 8,6 Prozent. Polnische Touristen, die mit 8,06 Prozent Anteil auf Platz vier liegen, gingen um 5 Prozent zurück.
Einzig die russischen Gäste, die mit einem Anteil von 25 Prozent die größte Gruppe stellen, hielten ihr Niveau aus dem Vorjahr konstant – und bleiben damit die wichtigste Besuchernation der Region. Auch bei den sogenannten „Gurbetçi“ – im Ausland lebenden türkischen Staatsbürgern, die traditionell ihre Heimat besuchen – ist ein Rückgang zu verzeichnen: Ihre Zahl sank um 2 Prozent beziehungsweise 14.397 Personen auf 813.685.
Als Ursachen für den anhaltenden Besucherschwund werden mehrere Faktoren genannt: der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, die Konflikte im Nahen Osten sowie in der Straße von Hormus zwischen den USA, Israel und dem Iran, steigende Kosten in der Türkei, die aktuelle Wechselkurssituation sowie eine in Europa verbreitete Wahrnehmung, wonach die Türkei inzwischen als teures Reiseziel gilt. All diese Faktoren belasten den türkischen Tourismussektor im Jahr 2026 spürbar.
Diese Länder reisen trotz allem häufiger nach Antalya
Trotz der insgesamt rückläufigen Entwicklung gibt es auch Ausnahmen: Die Zahl ukrainischer Touristen – deren Land sich im Krieg mit Russland befindet – stieg um 6 Prozent, ihr Anteil liegt bei 2,94 Prozent und damit auf Platz fünf. Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei israelischen Urlaubern aus, deren Zahl trotz zuletzt angespannter politischer Beziehungen zwischen Israel und der Türkei um 64 Prozent zulegte – wenn auch von einem niedrigen Niveau aus: Insgesamt reisten 10.280 Israelis nach Antalya.
Auch ungarische Gäste zeigten sich reisefreudiger: Ihre Zahl stieg um 15 Prozent auf 137.332 Besucher in den ersten neun Monaten. Zudem verzeichnete die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) ein Plus von 10 Prozent bei den Besucherzahlen. Quellen: yigm.ktb.gov.tr, turizmnews.com (bk)