Turn-EM in Zagreb: Cottbuser Stelmakh stürzt am Reck und wird EM-Achter
Turn-EM in Zagreb Cottbuser Stelmakh stürzt am Reck und wird EM-Achter
Zagreb · Turner Radomyr Stelmakh stürzt am Reck und verpasst eine EM-Medaille. Sein ehemaliger ukrainischer Landmann Illia Kovtun gewinnt das zweite Gold für Kroatien.
22.08.2026 , 19:04 Uhr
Erstes EM-Finale für Deutschland: Radomyr Stelmakh. (Archivbild)
Foto: Robert Michael/dpa
Radomyr Stelmakh aus Cottbus hat sein erstes Einzel-Finale bei Turn-Europameisterschaften für Deutschland unglücklich beendet. Beim Sieg des Briten Joe Fraser mit 14,300 Punkten belegte der gebürtige Ukrainer vier Tage nach seinem 21. Geburtstag nach einem Sturz bei einem Flugelement und lediglich 12,000 Zählern den achten Platz.
Zum Auftakt hatte Stelmakh bereits Platz acht im Mehrkampf belegt. An diesem Sonntag bestreitet er noch zusammen mit seinem Clubkollegen Lucas Kochan sowie Timo Eder (Ludwigsburg), Gabriel Eichhorn (Stuttgart) und Alexander Kunz (Pfuhl) das Team-Finale.
Zweites Gold für Kovtun
In einem hochklassigen Wettkampf am Barren holte sich Illia Kovtun nach dem Mehrkampf-Titel sein zweites Gold. Bei seiner EM-Premiere für Kroatien siegte der gebürtige Ukrainer mit 14,700 Punkten und ist damit Nachfolger von Nils Dunkel (Halle/Saale), der wegen einer Handentzündung auf die Teilnahme an den Titelkämpfen verzichten musste.
Brisantes Sprung-Finale
Zuvor hatte sich in einem brisanten Sprung-Finale der Ukrainer Nazar Chepurnyi mit 14,566 Punkten vor dem Russen Alexej Usatschew durchgesetzt. Beim Abspielen der ukrainischen Hymne wandte sich der Zweitplatzierte zwar der Fahne zu, ein gemeinsames Foto der Medaillengewinner auf dem Podest gab es jedoch nicht.
Wie zuvor die russischen Turnerinnen um Mehrkampf-Welt- und Europameisterin Angelina Melnikowa dürfen auch die Männer auf Intervention der kroatischen Regierung in Zagreb nur ohne Flaggen, Hymne und jegliche nationale Symbole antreten. In den offiziellen Angaben werden sie als „World Gymnastics 2“ geführt. Gleiches gilt für Belarus, das als „World Gymnatics 1“ antritt.
Die Sportler beider Nationen waren wegen des Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine, bei dem Belarus als Unterstützer gilt, seit Februar 2022 von Wettkämpfen ausgeschlossen und durften unter bestimmten Voraussetzungen als neutrale Athleten starten. Im vergangenen Mai hatten der Weltverband (Fig) und European Gymnastics alle Sanktionen aufgehoben.
© dpa-infocom, dpa:260822-930-568296/1