TV-Tipp: Diese Stephen-King-Verfilmung ist heute zu Unrecht fast vergessen
Stand: 15.08.2026, 08:30 Uhr
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„Christine“ ist rachsüchtig und mordlüstern - und ein Auto: John Carpenter verfilmte Stephen Kings Horror-Bestseller 1984 mit stilsicherer Coolness.
Dass manche Männer ihren sorgfältig gepflegten Wagen mehr lieben als ihre Ehefrau, ihm ungeteilte Aufmerksamkeit schenken und ihn gelegentlich sogar mit Kosenamen bedenken, ist nicht neu. Horrorspezialist Stephen King trieb das Faible für den fahrbaren Untersatz in seinem Bestseller „Christine“ jedoch auf die Spitze. Auf 500 Seiten ließ er ein chromblitzendes Vehikel entstehen, das nicht nur seinen ganz eigenen Willen hat, sondern zudem noch boshaft bis in die Bremsbeläge ist. Und wer könnte so einen mordlüsternen Flitzer besser auf die Kinoleinwand bannen als Gruselmeister John Carpenter? 1984 inszenierte der versierte Thriller-Regisseur Kings packende Horrorstory, ZDFneo zeigt die zu Unrecht in Vergessenheit geratene „Christine“ am Samstag, 15. August um 0.05 Uhr.

Christine (Typ: Plymouth Fury) ist der Traum jedes Mannes: gut gebaut, kurvenreich und mit morbider Sinnlichkeit bestückt. Seit sie 1958 vom Fließband lief und dabei einem respektlosen Auto-Mechaniker das Lebenslicht ausblies, hat sie ihren eigenen Willen. 35 Jahre später steht sie, als antiker Schrotthaufen geduldet, zerbeult und reichlich mitgenommen in einer amerikanischen Kleinstadt.
Carpenter reduziert die Vorlage auf das Wesentliche
Ihr angekratzter Charme genügt jedoch, um das Herz des 17-jährigen Arnie (Keith Gordon) zu gewinnen, der nicht nur seine kirschrot lackierte Eroberung, sondern mit ihr auch sein Selbstbewusstsein restauriert. Noch ahnt der von seinen Mitschülern gehänselte Teenie nicht, dass Christine ihn künftig beschützen und zudem noch sämtliche Störenfriede, ob Freund oder Feind, aus dem Weg schaffen wird.
Mit „Christine“ gelang Meisterregisseur John Carpenter das Ungewöhnliche: Er reduzierte Stephen Kings umfangreiches Werk auf das Wesentliche, ohne ihm damit die fesselnde Kraft oder Originalität zu rauben. Die eingängigen Rock'n'Roll-Songs, mit denen Carpenter die mörderisch-blutigen Exekutionen Christines fast beschwingt unterlegt, lassen beim Zuschauer eine starke Gefühlsregung zurück: den Hass auf Rock'n'Roll oder den Hass auf Autos. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)