Griechenland-Analyse: Was Helmers Kritik über Klopps aktuelle Situation verrät
„Überhaupt keinen Fortschritt“: Nächster Klopp-Kritiker schlägt Alarm
Stand: 30.09.2026, 14:13 Uhr
Kommentare
Der nächste Kritiker sieht bei der DFB-Elf unter Jürgen Klopp noch keine Wende. Er vermisst Tempo, Zweikampfstärke und eine klare Achse.
Belgrad – Die erhoffte Aufbruchstimmung unter Jürgen Klopp ist bislang ausgeblieben. Nach den ersten beiden Nations-League-Partien sieht der frühere DFB-Verteidiger Thomas Helmer die deutsche Nationalmannschaft weiterhin in einer schwierigen Phase. Vor allem nach dem 0:1 gegen Griechenland vermisste der Europameister von 1996 klare Fortschritte.

Helmer macht dabei auch eine fehlende Verbindung zwischen Trainer und Mannschaft aus. „Mein Eindruck ist, dass die Jungs noch nicht verinnerlicht haben, was Jürgen ihnen mitgeben will“, sagte der 61-Jährige im Interview mit ran. Auch die erwartete Dynamik aus früheren Klopp-Stationen sei bislang kaum zu erkennen.
Helmer: „[...] noch nicht verinnerlicht, was Jürgen mitgeben will“
Gerade beim Spiel gegen Griechenland fehlte Helmer die nötige Durchschlagskraft. „Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass dieser unbedingte Wille da war, das Spiel mit aller Macht auf die eigene Seite zu ziehen“, erklärte er. Nach rund 60 Minuten sei zudem „nicht mehr viel“ gekommen. Einen Fortschritt gegenüber der WM erkenne er deshalb nicht.
Auch die Spielweise entspricht laut Helmer noch nicht den Erwartungen an eine Mannschaft unter Klopp. Statt des erhofften Tempos habe es vor allem Ballbesitz ohne ausreichende Chancen gegeben. „Davon war fast nichts zu sehen, obwohl wir Spieler mit Tempo haben“, kritisierte der Ex-Nationalspieler. Die fehlende Eingespieltheit lasse er dabei nur teilweise als Erklärung gelten.
Ein weiteres Problem sieht Helmer in der fehlenden Achse innerhalb des Teams. „So ein Gerüst braucht jede Mannschaft, und das wird auch Jürgen brauchen“, sagte er mit Blick auf die Verbindung vom Torwart über Innenverteidigung und Mittelfeld bis zum Angriff. Zudem vermisst er die Basics, insbesondere im Zweikampfverhalten.
Dass Bastian Schweinsteiger die DFB-Auswahl zuletzt nur im Mittelmaß sah, kann Helmer nachvollziehen. „Die Leistung hat bestätigt, dass wir im Moment in einer Phase sind, wo wir nicht zu den besten Teams der Welt gehören“, sagte er. Klopp versuche „wirklich alles“, doch laut Helmer zeigt sich zugleich: „Man sieht eben, dass es nicht alles auf einmal geht.“ (LF)