Überwachung per Drohne: Behörden in China beobachten neuen Stausee im Katastrophengebiet

Überwachung per DrohneBehörden in China beobachten neuen Stausee im Katastrophengebiet

30.08.2026, 12:00 Uhr

00:00

/

02:32

615120388
Ein Stausee, der sich mutmaßlich nach der Sturzflut gebildet hatte, ist bereits abgeflossen. Nun gibt es einen neuen. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

In China und Nepal besteht weiter Sorge vor neuen Sturzfluten. Die chinesischen Einsatzkräfte beobachten einen See, der sich neu angestaut hat. Das erschwert auch erneut die Bergungsarbeiten.

Nach der Sturzflut im Himalaya zwischen Nepal und China hat sich oberhalb eines chinesischen Grenzpostens erneut ein See angestaut. Wie der chinesische Katastrophenschutz mitteilte, überwachen Experten ihn mit einer Aufklärungsdrohne. 

Damit staute sich in der Region erneut Wasser an, das möglicherweise eine neue Flut auslösen könnte, sollte es den Schlamm und das Geröll durchbrechen, die das Wasser zurückhalten. Am Fluss Purepuqiang-Zangbu hatte sich zuvor zeitweise ein See gebildet, der aber auf natürliche Weise wieder abfloss, wie die Behörden mitgeteilt hatten. 

Der neue See war laut Katastrophenschutz am Samstagabend entdeckt worden. Zuvor habe sich ein Erdrutsch ereignet, der die Bildung des Sees verursacht habe, hieß es. Rettungskräfte flussabwärts am Grenzübergang Gyirong wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die chinesischen Rettungskräfte suchen hauptsächlich dort nach möglichen Opfern. Der Grenzposten im Südwesten Tibets war vor der Flutkatastrophe ein wichtiger Verbindungspunkt mit Nepal für Handel und Tourismus. 

Die Sorge vor weiteren Fluten beeinträchtigt die Arbeit der Rettungskräfte in Nepal und China immer wieder. Erst am Morgen (Ortszeit) hatte eine Flutwarnung im Katastrophengebiet in Nepal erneut für Unruhe gesorgt.

Zuvor hatten die chinesischen Behörden erstmals Details zu den auf ihrer Seite vermissten Ausländern bekannt gegeben. Unter den 261 Vermissten seien auch drei Deutsche, teilten Vertreter der Autonomen Region Tibet mit. Nach jüngsten Informationen der Behörden in China und Nepal wurden als Folge der Naturkatastrophe bislang 750 Todesopfer registriert. In der Autonomen Region Tibet wurde die Zahl der Toten von 7 auf 16 korrigiert. Die Zahl der Vermissten auf chinesischer Seite ging auf 546 zurück. Zusammen mit den mehr als 2400 in Nepal noch gesuchten Flutopfern galten damit rund 3000 Menschen weiter als vermisst - darunter Hunderte Ausländer.

Quelle: ntv.de, sba/dpa