Russischer Angriff trifft Gebäude von Selenskyjs Firma

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russischer Angriff trifft Gebäude von Selenskyjs Firma


Aktualisiert am 17.09.2026 - 02:43 UhrLesedauer: 16 Min.

Ein Lager von der Firma des ukrainischen Präsidenten wurde getroffen.Der russische Generalmajor Anton Grinus ist tot. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Donnerstag, 17. September

Russischer Angriff trifft Wohnhaus in Kiew

Russland hat nach einigen Nächten Pause die Ukraine wieder mit ballistischen Raketen beschossen. Gegen die Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben militärnaher Telegramkanäle bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Ein dpa-Reporter hörte mehrere schwere Explosionen in der Stadt.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Schäden unter anderem an einem Bürogebäude und einem Wohnhaus. Angaben zu Verletzten machte er vorläufig nicht. Medienberichten zufolge kam es in einigen Stadtteilen am Ostufer des Dnipro zu Problemen mit der Wasserversorgung. Auch die Großstädte Dnipro und Saporischschja im Süden wurden nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit ballistischen Raketen angegriffen.

Mittwoch, 16. September

Selenskyj erwartet neue Rüstungshilfen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet neue westliche Unterstützungspakete, darunter vor allem Mittel zur Flugabwehr. "Wir bereiten neue Treffen mit unseren Partnern in den USA vor", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Bei den Beratungen werde es um Schritte hin zu einem Frieden mit Kriegsgegner Russland, die Probleme der ukrainischen Energiewirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Waffen gehen. Es seien auch Gespräche über das in Entwicklung befindliche System zur Abwehr ballistischer Raketen Freyja geplant.

Russischer Angriff zerstört Lager von Selenskyjs Medienfirma

Bei einem russischen Drohnenangriff ist ein Lager in Kiew mit dem Fundus des von Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgegründeten Medienunternehmens "Kvartal 95" zerstört worden. "Damit haben wir eine große Menge an Kulissen, Kostümen und Gegenständen verloren, die zwanzig Jahre lang Teil unserer Konzerte, Fernsehsendungen, Filme und Serien waren", teilte das Unternehmen bei Facebook mit. Das seien nicht nur einfach Dinge, sondern die Geschichte des "Kvartals". Verletzte habe es bei dem Angriff in der ukrainischen Hauptstadt in der Nacht zum Mittwoch nicht gegeben.

Die Shows der Komödiantentruppe des Produktionsstudios würden dennoch "mit oder ohne Requisiten" fortgesetzt. "Denn Lachen ist heute auch ein Teil des Lebens", hieß es in der Mitteilung. Das Leben gehe weiter.

Nato: Russische Behauptung zu Leipzig-Ermittlung ist absurd

Die Nato hat die Darstellung Russlands zurückgewiesen, wonach das Militärbündnis die deutschen Erkenntnisse zu dem Sprengstoffdrohnenfund auf dem Flughafen in Leipzig/Halle anzweifelt. "Die Behauptung des russischen Geheimdienstes, wonach die Nato keine Belege für eine russische Beteiligung an dem Drohnenvorfall in Leipzig gefunden habe, ist absurd", sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Geheimdienstexperten der Nato seien wie Deutschland zu dem Schluss gekommen, dass Russland hinter dem hybriden Angriff am 4. August stecke.

"Russland hat nachweislich immer wieder versucht, verbündete Staaten zu destabilisieren und uns davon abzubringen, die Ukraine zu unterstützen", fügte der Bündnissprecher hinzu. Russlands rücksichtsloses Vorgehen sei gefährlich. Aber man werde sich nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen.

Putin: Parlamentswahl wird Beitrag zum Sieg Russlands

Der russische Staatschef Wladimir Putin stellt die kommende Parlamentswahl als Symbol der Einigkeit seines kriegführenden Landes dar. "Die Teilnahme an den Wahlen ist unser gemeinsamer Beitrag zum Sieg Russlands", sagte er in einer Videoansprache. Die Wahl solle zeigen, "dass hinter unseren Kämpfern Millionen Menschen stehen, dass wir ein geeintes Volk sind", sagte Putin. Er gehe davon aus, dass die "würdigsten Kandidaten" gewinnen.

Russischer Generalmajor Grinus nach Ehrung getötet

Der russische Generalmajor Anton Grinus ist nach Angaben russischer Militärblogger und des tschetschenischen Generals Apti Alaudinow getötet worden. Grinus, Kommandeur der 4. motorisierten Garde-Schützenbrigade, war erst am 27. August mit dem Titel "Held Russlands" ausgezeichnet worden. Die genauen Umstände seines Todes sind bislang unklar. Berichte bringen ihn mit ukrainischen Angriffen in den besetzten Gebieten Luhansk und Donezk in Verbindung.

Grinus hatte Anfang Juli die Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka an Präsident Wladimir Putin gemeldet. Die ukrainische Seite und westliche Militärbeobachter bestreiten jedoch, dass die Stadt vollständig unter russischer Kontrolle steht.

Lukaschenko lässt Gefangene frei: USA lockern Sanktionen

In Belarus hat US-Unterhändler John Coale nach Verhandlungen mit Machthaber Alexander Lukaschenko erneut Gefangene freibekommen. Im Gegenzug versprach er, die US-Sanktionen gegen zwei große belarussische Unternehmen aufzuheben. "25 Gefangene sind heute frei!", teilte Coale nach den Unterredungen in Minsk bei X mit. Das Engagement für direkte Diplomatie von US-Präsident Donald Trump bringe direkte Ergebnisse. "Vielen Dank, Präsident Lukaschenko, für diesen Schritt", sagte Trumps Sondergesandter.

Die freigelassenen Gefangenen trafen später im benachbarten Litauen ein und wurden Medienberichten zufolge von Vertretern der belarussischen Opposition, ihren Unterstützern und Angehörigen in Vilnius empfangen. Viele zeigten sich glücklich über ihre Freilassung und bedankten sich bei allen, die für ihre Freiheit gekämpft hatten. Beim Grenzübertritt und Transport wurden sie nach Angaben des litauischen Außenministeriums von lokalen Behörden unterstützt.

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Russland fliegt Mitarbeiter von geschlossenem Generalkonsulat in Bonn aus

Nach der von der Bundesregierung angeordneten Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn hat Russland ein Flugzeug nach Deutschland geschickt, um Beschäftigte außer Landes zu bringen. Für den Sonderflug sei von deutscher Seite eine entsprechende Genehmigung erteilt worden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Er stehe "im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats Bonn".

Die Bundesregierung hatte die Schließung des Generalkonsulats zum 18. September als Reaktion auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle Anfang August angeordnet. Damals war in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich.