Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj beklagt fehlende Warnung vor russischen Raketen

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj beklagt fehlende Warnung vor russischen Raketen


Aktualisiert am 14.10.2026 - 00:13 UhrLesedauer: 8 Min.

Präsident Selenskyj fühlt sich im Stich gelassen und appelliert an die Verbündeten. Russland wirft er trotz der angekündigten Energie-Waffenruhe weitere Angriffe vor. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Dienstag, 13. Oktober

Selenskyj: Partner warnten nicht vor russischem Angriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach russischen Raketenangriffen auf die Hauptstadt Kiew eine fehlende Vorwarnung durch die westlichen Verbündeten des Landes beklagt. "Zu diesem Angriff gab es leider keine Vorwarnung von unseren Partnern", teilte Selenskyj bei Telegram mit. "Aufklärungsdaten über den Abschuss russischer ballistischer Raketen helfen dabei, Menschenleben zu retten, und das ist eine der kritischsten Fragen", sagte er.

"Aber direkte oder indirekte Unterstützung Russlands, die Behinderung der Hilfe für die Ukraine und die Erschwerung des Schutzes vor ballistischen Angriffen – all das trägt definitiv nicht zum Frieden bei", sagte Selenskyj weiter. Der Präsident nannte keinen Partner namentlich, betonte aber, das Land brauche ein starkes Amerika, ein starkes Europa und Partner, "die wirklich helfen". Er forderte wirksamen Druck auf Russland. Hier lesen Sie mehr.

Explosion an russischer Gaspipeline: Flammen schießen meterhoch

In Russland hat sich eine Explosion an einer großen Erdgaspipeline ereignet. In der Region Pensa sei am Dienstag eine bis zu 70 Meter hohe Stichflamme aufgestiegen, berichtete die russische Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf die Regionalregierung.

Betroffen ist die Pipeline "Zentralasien–Zentrum" nahe dem Dorf Woltschkowo. Die Behörden sperrten die Leitung nach dem Vorfall ab und unterbrachen den Gasfluss. Durch die Hitze geriet auch die umliegende Vegetation in Brand. Nach bisherigen Angaben gab es weder Tote noch Verletzte.

Die betroffene Leitung gehört zum russischen Staatskonzern Gazprom. Sie ist Teil eines rund 5.000 Kilometer langen Pipelinesystems, das Russland mit den zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan verbindet. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Ob die Gasversorgung durch den Vorfall längerfristig beeinträchtigt wird, ist noch nicht bekannt.

Regierungschef für weitere Angriffe auf russische Rechenzentren

Litauens Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius hat weitere ukrainische Angriffe auf Rechenzentren in Russland ins Gespräch gebracht. "Ich denke, wir sollten Herrn Selenskyj bitten, weitere Rechenzentren in Russland anzugreifen. Vielleicht würde das helfen", sagte er am Montag beim Warschauer Sicherheitsforum.

Sinkevičius reagierte damit auf die Frage, wie Litauen, Polen und andere europäische Staaten ihre Wahlen besser vor ausländischer Einflussnahme schützen könnten. Das berichtete der litauische Rundfunk LRT unter Berufung auf die Nachrichtenagentur BNS.

Der Regierungschef sprach sich zudem für eine engere europäische Zusammenarbeit in der Verteidigung aus. Europa müsse seine Verteidigungsindustrie stärken und stärker von den Erfahrungen der Ukraine lernen, sagte er.

Finnland fordert Reisebeschränkungen für Russen in ganz Europa

Finnland hat ein EU-weites Verbot von Touristenvisa für russische Staatsbürger gefordert. Solange Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine fortsetze, sollten keine entsprechenden Visa mehr ausgestellt werden, erklärte Außenministerin Elina Valtonen am Montag.

"Es ist nicht richtig, dass Russen nach Europa reisen und hier die Lebensart und Freiheiten genießen können, während ihr Land die Häuser von Ukrainern bombardiert", sagte sie laut dem finnischen Außenministerium. Im vergangenen Jahr stellten die Schengenstaaten russischen Staatsbürgern demnach fast 500.000 Touristenvisa aus. Finnland selbst schränkt die Vergabe von Visa für nicht notwendige Reisen bereits seit 2022 ein. Nun fordert Valtonen, die Regeln EU-weit zu verschärfen.

Zudem will Helsinki strengere Visabeschränkungen für Personen aus dem Umfeld von Kremlchef Wladimir Putin, russische Sportler sowie aktive und ehemalige russische Kriegsteilnehmer durchsetzen. Ein EU-weites Verbot für Touristenvisa gibt es bislang nicht.

Drohnen treffen zwei Schiffe im Schwarzen Meer

Bulgarien hat am Dienstag Drohnenattacken auf zwei Schiffe vor seiner Küste im Schwarzen Meer gemeldet. Demnach handelt es sich um den Frachter "Chelsea 3", der unter der Flagge Maltas fährt. Der Name des zweiten Schiffes wurde mit "Azov Concord" angegeben. Über Verletzte oder Verwundete war zunächst nichts bekannt.

Bulgariens Regierungschef Rumen Radev berief das Sicherheitskabinett des Landes ein. Laut Medienberichten machte er Russland für die Angriffe verantwortlich. Er wollte mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte die Lage beraten und den russischen Botschafter in Sofia einbestellen.

Erst in der Vorwoche war ein Handelsschiff nach Drohnenbeschuss im Schwarzen Meer gesunken. Bei dem Unglück vor Rumäniens Küste starben zwei Seeleute. Die Ukraine machte Russland für die Angriffe verantwortlich.

Trump verteidigt Putin – "mehr als Selenskyj an Deal interessiert"

US-Präsident Donald Trump will ungeachtet der Kritik an seinem jüngsten Vorgehen im Ukraine-Krieg den Aggressor Russland nicht stärker in die Pflicht nehmen und sieht vor allem die Ukraine unter Zugzwang. Auf die Frage einer Reporterin, was er dazu sage, dass Russland die von ihm selbst verkündete Energie-Waffenruhe verletzt habe, sagte Trump: "Nun, ich müsste mir das erst einmal ansehen, denn es gab Verstöße auf beiden Seiten."