Selenskyj entlässt Botschafterin in den USA | Ukraine-Krieg aktuell
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj entlässt Botschafterin in Washington
Von S. Cleven, J. Seiferth, P. Riesbeck, F. Michalski, C. Siemer, A. Janzen, C. Cöln, T. Wanhoff, M. Küper, J. Hartung, M. Kloft, J. Fischer
Aktualisiert am 03.08.2026 - 20:35 UhrLesedauer: 5 Min.
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Kiew sucht eine neue Vertretung in den USA. Der ukrainische Präsident hofft auf einen baldigen Frieden. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 3. August
Selenskyj entlässt Botschafterin in Washington
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, von ihrem Amt entbunden. Das Präsidialamt in Kiew veröffentlichte den Erlass mit der Veränderung auf dem für die Ukraine überragend wichtigen Posten in Washington. Die frühere Vizeministerpräsidentin Stefanischyna schrieb auf Facebook, sie habe selbst um ihre Entlassung gebeten.
Mit Berichten über eine mögliche Ablösung der Botschafterin hatte in Kiew Mitte Juli Selenskyjs jüngste Regierungsumbildung begonnen. Nachfolgerin hätte demnach die abgelöste Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko werden sollen, die den Posten aber Medienberichten zufolge abgelehnt hat. Derzeit ist über eine Nachfolgeregelung nichts bekannt.
Sowohl Stefanischyna in Washington als auch Swyrydenko von Kiew aus ist es gelungen, einen guten Draht zur Führung von US-Präsident Donald Trump zu halten – trotz der wechselhaften Ukraine-Politik der US-Regierung. Zuletzt versprach Trump der Ukraine eine Lizenz zum Bau von Patriot-Flugabwehrraketen, stellte seine Zusage aber wenig später wieder infrage.
Selenskyj will Moskau "keine Alternative zum Frieden zu lassen"
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will Russland bis Herbst so unter Druck zu setzen, dass es einem Ende des Krieges zustimmt. Wann genau dies sein werde, lasse sich nicht vorhersagen, sagte Selenskyj vor den versammelten Botschaftern der Ukraine in Kiew. Ukrainische Drohnenangriffe auf mittlere und lange Distanz, Sanktionen des Auslands und diplomatische Anstrengungen müssten zusammenwirken, "um Russland keine Alternative zu einem Frieden zu lassen", sagte er. "Wir werden hart daran arbeiten, damit das bis zum Herbst passiert."
Gleichzeitig richtete sich Selenskyj aber auf einen weiteren Kriegswinter ein. Den Diplomaten seines Landes erteilte er den Auftrag, die notwendige technische Unterstützung und Waffen bei den ausländischen Partnern zu organisieren. "Jeder Botschafter muss Waffen für die Ukraine auftreiben." Als wichtiges internationales Projekt der Ukraine nannte er die gemeinsame Entwicklung des Raketenabwehrsystems Freyja mit europäischen Partnern.
Ende Juni hatte der ukrainische Präsident eine 40-tägige Phase von Geheimdienstaktionen angekündigt, um Russland zum Frieden zu zwingen. In diese Zeit fielen die spektakulären Angriffe auf Logistikzentren des russischen Online-Händlers Wildberries. Die 40 Tage laufen an diesem Dienstag ab.
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Umerow soll neuer Chef des Auslandsgeheimdienstes werden
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Chefunterhändler für die Kontakte mit Russland zur Beendigung des Krieges zum neuen Chef des Auslandsgeheimdienstes ernannt. Rustem Umjerow, der auch schon Verteidigungsminister war, bleibe in der neuen Funktion weiter zuständig für die unter US-Vermittlung geführten Verhandlungen mit Russland, teilte Selenskyj mit. Umjerow, der zuletzt Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates gewesen war, soll auch den Export ukrainischer Drohnen sowie deren Integration in die Verteidigungssysteme anderer Staaten koordinieren, so Selenskyj.
Der Posten des Chefs der Auslandsspionage ist seit Monaten nur geschäftsführend besetzt. Als neuen Sekretär des Sicherheitsrates hatte Selenskyj Ex-Innenminister Ihor Klymenko eingesetzt, infolge eines von Protesten in der Ukraine begleiteten Regierungsumbaus. Ursprünglich war Klymenko nach der Absetzung des beliebten Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow als Nachfolger für das Ressort im Gespräch gewesen. Dazu kam es aber nicht.
In der Ukraine gibt es seit Wochen Proteste gegen die umstrittene Personalpolitik von Präsident Selenskyj. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Fedorows. Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, einsetzen. Für seine vollwertige Ernennung muss Selenskyj noch die Kandidatur im Parlament einreichen und sie durch die Abgeordneten bestätigen lassen.
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