Ukraine-Krieg: Finnischer Präsident: Glaube nicht an russischen Angriff auf die Nato

Ukraine-Krieg: Finnischer Präsident: Glaube nicht an russischen Angriff auf die Nato

Live-Blog Bundesregierung plant wohl Maßnahmenpaket gegen Russland+++ Kreml: Keine Aussicht auf bessere Beziehungen zur EU +++ Kiew: Russland weitet Einsatz strahlgetriebener Drohnen aus +++ Der Newsblog.

Alexander Stubb: Finnlands Präsident hält einen russischen Angriff auf die Nato angesichts der Abschreckungsfähigkeit des Bündnisses für unwahrscheinlich. Foto: Reuters

Finnischer Präsident: Glaube nicht an russischen Angriff auf die Nato

Der finnische Präsident Alexander Stubb geht nach eigenen Worten nicht davon aus, dass Russland die Nato attackieren wird. Er glaube nicht, dass Russland jemals das mächtigste Militärbündnis der Welt angreifen wollen würde, sagte Stubb der „Bild“. Die Abschreckung der Nato sei stärker „als die jeder anderen Militärmacht irgendwo auf der Welt“. Sie beruhe auf Raketen, konventionellen Streitkräften und auf Atomwaffen. Für keine Macht der Welt ergebe es Sinn, die Entschlossenheit dieses Bündnisses auf die Probe zu stellen. Russland wolle aber Angst säen. „Russland will, dass wir Europäer hier sitzen und darüber diskutieren: Wird Russland eskalieren? Wird Russland Atomwaffen einsetzen? Wird Russland die Nato und Europa angreifen?“


Das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung, sagte Stubb. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme. 

Stubb: Wirtschaftlicher Druck in Russland beendet Ukraine-Krieg nicht

Finnlands Präsident Alexander Stubb rechnet nicht damit, dass Russland wegen seiner wirtschaftlichen Probleme den Krieg in der Ukraine beenden wird. „Man sollte niemals die Fähigkeit der Russen unterschätzen, wirtschaftlich schwierige Zeiten durchzustehen“, sagte Stubb zu „Bild“. „Um das zu verstehen, müssen wir nur einen Blick zurück in die Sowjetzeit werfen.“

Den Krieg beenden werden weder der Kurs des Rubels noch ein Ansturm auf Banken, die Inflation oder das Zinsniveau. Stubb sagte: „Der Druck ist da, aber man muss verstehen, dass ein Land, das sich im Krieg befindet, viel mehr aushalten kann als ein Land, das sich nicht im Krieg befindet.“ 

Kreml: Keine Aussicht auf bessere Beziehungen zur EU

Der Kreml sieht nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow keine Aussicht auf verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union. Europa treffe Aussagen, die darauf hindeuteten, dass es Russland als „Gegner und sogar als Feind“ betrachte. Auf welche Äußerungen sich Peskow genau bezieht, bleibt zunächst unklar. Die derzeitigen EU-Politiker verhielten sich Russland gegenüber konfrontativ, „nicht nur in Worten, sondern auch in Taten“, fügt er hinzu. „Sie mobilisieren die militärischen Fähigkeiten Europas und richten sie gegen unser Land, während sie sich direkt an Feindseligkeiten gegen uns beteiligen.“

Kiew: Russland weitet Einsatz strahlgetriebener Drohnen aus

Russland hat den Einsatz strahlgetriebener Drohnen nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Regierungsvertreters deutlich ausgeweitet. Ihre Zahl dürfte weiter steigen, weil Moskau ihre Wirksamkeit erkenne, sagte Pawlo Palissa, stellvertretender Leiter des ukrainischen Präsidialamts, vor Journalisten. „Angriffsmittel sind den Verteidigungsmitteln immer voraus. Wir werden uns auf jeden Fall anpassen müssen. Das wird Zeit brauchen.“  

Die derzeit verfügbaren ukrainischen Abfangdrohnen könnten strahlgetriebene Drohnen theoretisch abfangen, hätten bislang aber noch nicht die erwartete Wirksamkeit gezeigt, sagte Palissa. Die Ukraine arbeite an Lösungen, um ihre Abwehr entsprechend anzupassen. Seine Äußerungen vom Freitag waren bis Samstag mit einer Sperrfrist versehen.

Bundesregierung plant offenbar nach Leipzig Maßnahmenpaket gegen Russland

Die Bundesregierung plant einem Medienbericht zufolge in den kommenden Tagen, Russland für den versuchten Sprengstoffdrohnen-Anschlag in Leipzig verantwortlich zu machen und „umfangreiche“ Maßnahmen anzukündigen. Es soll sich um eine Kombination direkter Maßnahmen Deutschlands und neuer EU-Sanktionen handeln, die parallel in Brüssel vorbereitet werden, wie die „Welt am Sonntag“ und

„Politico“ unter Berufung auf Insider am Samstag berichteten. 

Die Ankündigung sei für Anfang nächster Woche geplant, parallel zum EU-Außenministertreffen in Irland am Dienstag, könnte aber je nach Entscheidung von Bundeskanzler Friedrich Merz auch noch vorgezogen werden. 

Ein Regierungssprecher wollte die Informationen dem Bericht zufolge weder bestätigen noch dementieren: „Das Kanzleramt beteiligt sich nicht an Spekulationen. Relevant ist allein die offizielle Zuordnung, die die Bundesregierung nach eigenem Ermessen und unter Abwägung aller Ermittlungsergebnisse vornimmt.“

Polens Regierungschef warnt vor Eskalation durch Russland

Polens Regierungschef Donald Tusk hat davor gewarnt, dass Russland den Krieg in der Ukraine ausweiten und die Nato provozieren könnte. „Wie ich bereits gewarnt habe, schreitet die Eskalation vonseiten Russlands voran“, schrieb Tusk auf der Online-Plattform X nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die nächsten sechs Monate würden entscheidend sein. „Wir dürfen Provokationen Russlands gegenüber einem der Nato-Mitglieder nicht ausschließen.“  Am Mittwoch hatte eine Visite von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau weltweit Spekulationen ausgelöst. In US-Medien hieß es, dass Ratcliffe Russland vor einer Attacke auf einen der Nato-Staaten gewarnt haben soll. Angesprochen auf die Berichte, dementierte der Kreml und wies mit dem Finger auf den Westen.

Mindestens 37 Tote bei Drohnenangriff auf Munitionslager in der Ukraine

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager sind unweit der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Regierungsangaben mindestens 37 Menschen getötet worden. „Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram.

Russland: Vier Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland und die annektierte Halbinsel Krim sind Behördenangaben zufolge mindestens vier Menschen getötet worden. In der russischen Grenzregion Belgorod kamen demnach drei Menschen ums Leben und neun weitere wurden verletzt. Drei der Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand, teilen die örtlichen Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. 

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in Sewastopol auf der Krim sei ein Mensch getötet worden, erklärt der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Auch Russland griff wieder die Ukraine an: Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt mit, russische Truppen hätten ein Umschlagterminal im ukrainischen Hafen von Mykolajiw getroffen. Zudem seien ein Liegeplatz für Tankschiffe sowie Entladestellen für Kraft- und Schmierstoffe getroffen worden.  

Tote und Verletzte bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Infolge nächtlicher russischer Angriffe ist im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens ein Mensch getötet worden. Weitere drei seien verletzt, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände konnten demnach gelöscht werden.

Zuvor hatte die Verwaltung des Landkreises Ismajil, in dem sich die Donauhäfen des Landes befinden, vor russischen Drohnen gewarnt. Anlagen der Transportinfrastruktur seien beschädigt worden.

Rauchwolken über der Ukraine: Alle Brände konnten demnach gelöscht werden.    AFP

Russland meldet sieben Verletzte bei ukrainischem Angriff auf Rostow

Im südrussischen Gebiet Rostow sind nach Angaben der dortigen Behörden mindestens sieben Menschen bei einer Welle ukrainischer Luftangriffe verletzt worden. Zwei Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden, eines mit sehr schweren Verletzungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Jury Sljusar. In der Hafenstadt Rostow am Don wurden demnach zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Seit Wochen attackieren die ukrainischen Streitkräfte immer wieder Logistikzentren großer russischer Unternehmen. Insbesondere die Onlineversandhändler Wildberries und Ozon gerieten dabei ins Visier. Die Attacken verursachten Milliardenschäden und rückten die Folgen des russischen Angriffskriegs für das Nachbarland der Ukraine wieder stärker in den Fokus. Die Führung in Kiew versucht damit auch die politische Stimmung in Russland vor der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September zu beeinflussen. 

Italien: Ukrainischer Ex-Verteidigungsminister Fedorow wird Berater

Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird Berater für militärische Innovationen im italienischen Verteidigungsministerium. Dies teilt das Ministerium in Rom mit. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hatte dem Ukrainer den Posten nach dessen Entlassung im Juli angeboten. Fedorow erklärt auf der Plattform X, er wolle Italien bei der Einführung moderner Kriegstechnologien unterstützen und den Verteidigungssektor stärken. Der 35-Jährige war in seiner Heimat nach Konflikten mit der Militärführung und politischen Rivalen über Reformen bei der Beschaffung und Mobilisierung entlassen worden.

Putin trifft Xi, Modi, Erdogan und Peseschkian - in Kirgistan

Kremlchef Wladimir Putin trifft nächste Woche gleich mehrere Staats- und Regierungschefs zu politischen Gesprächen in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek in Zentralasien und danach auch in Russland. An diesem Montag werde es beim Treffen mit Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping auch um die geplante neue Gasleitung Sila Sibiri 2 (auf Deutsch: Kraft Sibiriens) gehen, teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow in Moskau mit. Am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) seien zudem Gespräche mit Indiens Premierminister Narendra Modi geplant.

Indien und China gelten für Russland als verlässliche Handelspartner, während die USA und die EU das Land wegen Putins Krieg gegen die Ukraine mit Sanktionen belegt haben. In Bischkek werde es auch um den Krieg in der Ukraine gehen, sagte Uschakow. Putin führt diesen Angriffskrieg inzwischen im fünften Jahr. Insbesondere Modi hatte Russland zu einer Beendigung der Invasion aufgefordert. Er und Putin sehen sich auch beim Gipfel der Brics-Länder am 12. und 13. September in Neu-Delhi.

Zudem stünden für Dienstag in Bischkek in Putins Terminkalender Unterredungen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, sagte Uschakow. Mit Erdogan werde Putin über den Krieg in der Ukraine und insbesondere über den Seekrieg im Schwarzen Meer sprechen. Dort greifen Kiew und Moskau auch Handelsschiffe unter anderem mit Drohnen an. Die Türkei will diese Kämpfe, die wirtschaftliche Milliardenschäden verursachen, beenden.Geplant sei am Dienstag auch ein Treffen mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan, der mit seinem Südkaukasusstaat in iranischer Nachbarschaft in die EU strebt. Uschakow sagte, dass Armenien nicht beides haben könne, eine EU-Mitgliedschaft und die Vorzüge einer Partnerschaft mit Russland, das dem Land günstig Energie liefert. Eriwan müsse sich entscheiden

Selenskyj: USA haben Kiew über Treffen in Moskau informiert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eigenen Angaben zufolge von den USA Informationen über einige Treffen in Moskau erhalten. „Heute haben wir von der amerikanischen Seite Informationen über die Treffen in Moskau erhalten, die in diesen Tagen stattgefunden haben“, erklärt Selenskyj auf Telegram. Es habe dort mehrere Gespräche gegeben, ergänzt er, ohne Einzelheiten zu den Teilnehmern zu nennen. Selenskyj danke für die Informationen und den „notwendigen Ton“ des Gesprächs mit Russland. Die Zeitung „Wall Street Journal“ hatte am Mittwoch berichtet, dass CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau gereist sei, um Russland vor einem Angriff auf ein Nato-Mitglied zu warnen. Der Kreml wies den Bericht zurück, während US-Präsident Donald Trump erklärte, der russische Präsident Wladimir Putin werde keinen Angriff auf ein Nato-Land befehlen.

Selenskyj: Erhöhen Drohnenangriffe auf Russland auf 1000 pro Tag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Militär nach eigenen Angaben angewiesen, die Zahl der täglichen Drohnenangriffe auf Russland mit großer Reichweite auf 1000 von bislang rund 300 zu erhöhen. Dies sei nötig und die Ukraine werde diese Aufgabe erfüllen, erklärt Selenskyj in einer Abendansprache.


Russische Drohnen greifen Region Kiew zweiten Tag in Folge an

Russische Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadtregion Kiew den zweiten Tag in Folge mit Drohnen angegriffen. Dabei wurden ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt. Nach Angaben von Tymur Tkatschenko, Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, wurden 14 Lagerhallen, 16 Privathäuser, drei Mehrfamilienhäuser und 16 Fahrzeuge beschädigt.

An einem der getroffenen Orte schlug dem ukrainischen Katastrophenschutz zufolge eine zweite Drohne ein, nachdem bereits Rettungskräfte eingetroffen waren. Die Angriffe dauerten bis in die Tagesstunden an. Wegen einer Verschlechterung der Luftqualität wurden Bewohner mancher Gebiete aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und möglichst wenig Zeit im Freien zu verbringen.

Nach Einschätzung des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation setzt Russland teils kleine Gruppen schneller, düsengetriebener Drohnen in mehreren Wellen ein. Ziel sei es, die Luftabwehr und die Bevölkerung zu erschöpfen, sagte der Leiter der Behörde, Andrij Kowalenko.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, bei den nächtlichen Angriffen sei ein Lager in der Region Kiew getroffen worden, in dem ukrainische „Flamingo“-Marschflugkörper und Treibstoff für Raketenantriebe gelagert worden seien. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

IAEA meldet Drohnenattacken auf AKW Saporischschja

Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zuletzt mehrfach von Drohnen angegriffen worden. Die Strahlenmesswerte in der frontnahen Anlage seien weiterhin im Normbereich, hieß es am Freitag.

Die IAEA sei informiert worden, dass am Dienstag zwei AKW-Mitarbeiter verletzt worden seien, als eine Drohne in der Nähe des Kühlwasserteichs angegriffen habe, hieß es. Am Mittwoch detonierte ein weiteres Flugobjekt im Bereich eines Trockenlagers für Reaktorbrennstoff. Am selben Tag wurde demnach eine Sprinkleranlage von einer dritten Drohne getroffen.

IAEA-Chef Rafael Grossi bezeichnete Angriffe auf Kernkraftwerke als inakzeptabel. Auf der Plattform X rief er die Kriegsparteien erneut zu maximaler Zurückhaltung auf. Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das größte Atomkraftwerk Europas. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs geriet es unter russische Kontrolle und wurde seitdem mehrfach beschossen. Die Reaktoren sind abgeschaltet, müssen aber weiterhin gekühlt werden. Die IAEA ist ständig mit einem Team vor Ort, um die Lage zu beobachten.

Ukrainischer Minister: Lebensmittellager durch Angriffe zu 90 Prozent zerstört

Russische Angriffe auf Lebensmittellager in der Ukraine haben dem ukrainischen Landwirtschaftsminister zufolge die Lagerkapazität fast vollständig zerstört. „Bis heute sind rund 90 Prozent der vom Einzelhandel betriebenen Lebensmittelversorgungsketten unterbrochen, aber das bedeutet nicht, dass die Ukrainer ohne Lebensmittel dastehen werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Ukrinform Taras Wysozkij. Er fügt hinzu, dass verschiedene Versorgungsmöglichkeiten in Betracht gezogen würden, darunter direkte Lieferungen von den Produktionsstätten an die Einzelhandelsketten.

Kreml: Momentan keine Friedensgespräche mit Ukraine

Die Ukraine und Russland führen aktuell nach Angaben des Kremls keine Friedensgespräche. „Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen. Gleichzeitig kenne Kiew die russischen Forderungen „ausgezeichnet“.

Tags zuvor hatte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, gegenüber Journalisten die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland im September nicht ausgeschlossen.

Ukrainischer Drohnenkommandeur kündigt Angriffe auf alle Wildberries-Lager an

Die Ukraine will dem Kommandeur ihrer Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, zufolge ihre Angriffe auf den russischen Online-Händler Wildberries verstärken und alle seine Lager ins Visier nehmen. Bisher hätten seine Einheiten mithilfe von Langstreckendrohnen 24 Lager des „russischen Amazons“ getroffen, sagte Browdi dem „Tagesspiegel“. „Wir werden auch die restlichen Lager zerstören. Wildberries wird künftig nicht mehr in Russland arbeiten können“, fügte er hinzu. Er begründete die Angriffe damit, dass der Online-Händler militärische Ausrüstung für russische Soldaten verkaufe. „Als Armeeversorger sind sie ein legitimes Ziel“, sagte Browdi.

Die Angriffe mit Mittel- und Langstreckendrohnen etwa auf Ölraffinerien und Lager tief im Landesinneren führten auch dazu, dass der russischen Bevölkerung „das Sicherheitsgefühl abhanden“ komme. „Unsere Angriffe schränken den Komfort ein, genauso wie das Benzin an russischen Tankstellen“, sagte Browdi dem Blatt. Dass die Menschen in Russland den Krieg stärker spürten als noch im Vorjahr, sorge dafür, dass viele den Krieg hinterfragten. Für Angriffe auf Abschussrampen für ballistische Raketen zur Stärkung der eigenen Luftabwehr benötige die ukrainische Armee aber eine Internetverbindung bis nach Russland hinein. Bisher habe man erfolglos versucht, das US-Unternehmen Starlink davon zu überzeugen, ausschließlich zum Schutz der Zivilbevölkerung über sein Satelliten-System in einem begrenzten Gebiet Russlands nahe der Grenze dafür einen Internetzugang einzurichten.

Ukraine hat Raketenflugzeug auf russischem Stützpunkt angegriffen

Die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge ein russisches Tu-95MS-Raketenflugzeug auf dem Stützpunkt Engels angegriffen. „Das sind die Flugzeuge, die Angriffe gegen die Ukraine fliegen“, erklärt Selenskyj auf X. Der Angriff sei von der Alpha-Einheit des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU durchgeführt worden.

Trump: Russland wird kein Nato-Land angreifen

US-Präsident Donald Trump rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einem russischen Angriff auf ein Nato-Mitgliedsland. „Er wird kein Nato-Territorium angreifen“, sagt Trump vor Journalisten im Oval Office mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er weist zudem Medienberichte zurück, wonach CIA-Direktor John Ratcliffe russische Regierungsvertreter vor einer solchen Attacke gewarnt haben soll. In einem Telefoninterview mit dem Medienportal Axios hatte Trump zuvor erklärt, Ratcliffe sei nicht mit einer bestimmten Botschaft nach Moskau gereist. Der CIA-Chef treffe seinen russischen Amtskollegen alle sechs Monate oder einmal im Jahr. „Es gab keine Botschaft und es war nichts Ungewöhnliches“, sagt Trump.

Vier EU-Staaten fordern eingefrorene russische Vermögen für Ukraine

Innerhalb der EU werden die Rufe nach einer erneuten Diskussion über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine laut. In einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und die irische Außenministerin Helen McEntee argumentieren die Außenminister von Schweden, Spanien, den Niederlanden und Polen, dass die vereinbarten Finanzhilfen nicht ausreichten. Die Ukraine benötige sowohl kurz- als auch langfristig mehr finanzielle Unterstützung, heißt es darin. 

Die Minister wollen das Thema beim EU-Außenministertreffen am 1. und 2. September in Irland auf die Tagesordnung setzen. Irland hat derzeit den rotierenden EU-Ratsvorsitz inne. Ein früherer Plan zur Nutzung der rund 210 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Zentralbankgeldern scheiterte am Widerstand Belgiens wegen möglicher Schadensersatzklagen Russlands.

AP-Recherche: Patriot-Bestände des US-Militärs in Europa sind knapp

Das US-Militär verzeichnet in Europa nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP einen „mehr als kritischen“ Mangel an modernen Abfangraketen. Der Engpass sei maßgeblich durch den Konflikt der USA mit dem Iran verursacht worden, sagten ein US-Verteidigungsvertreter in Europa und ein Nato-Vertreter der AP. Die Situation schürt Sorgen über die Verwundbarkeit der Nato-Staaten im Falle eines möglichen russischen Angriffs.

Besonders besorgniserregend ist laut dem US-Verteidigungsvertreter der Mangel an Patriot-Abfangraketen, die in der Lage sind, russische Hyperschallraketen abzufangen. Der Nato-Vertreter bestätigte die geringen Bestände an Patriot-Systemen bei den US- und Nato-Streitkräften in Europa. Beide Quellen wollten anonym bleiben.

In Europa verfüge das US-Militär definitiv nicht über genügend Patriot-Systeme, um einen möglichen anhaltenden Angriff mit ballistischen Raketen abzuwehren, sagte der US-Vertreter. Es besitze nur sehr begrenzte Fähigkeiten zur Verteidigung gegen einen einzelnen Angriff mit ballistischen Raketen oder eine vom Kurs abgekommene russische Rakete.

Russland warnt London und Paris vor Lieferung von Raketentechnologie an Ukraine

Russland hat Großbritannien und Frankreich wegen der geplanten Weitergabe sensibler Raketentechnologie an die Ukraine vor unvorhersehbaren Konsequenzen gewarnt. Die beiden europäischen Staaten spielten „mit dem Feuer“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag. Sie drohte Großbritannien mit Angriffen auf britische Militärziele, sollten ukrainische Streitkräfte russisches Staatsgebiet mit britischen Raketen beschießen. Dies könne Ziele innerhalb und außerhalb der Ukraine betreffen. Sacharowa forderte Großbritannien auf, von seiner feindseligen Haltung im Ukraine-Konflikt abzurücken. Andernfalls drohe die Auseinandersetzung, eine völlig neue Stufe zu erreichen.

Großbritannien und Frankreich hatten der Ukraine am Montag eine stärkere militärische Unterstützung zugesagt. Bei einem Treffen anlässlich der ukrainischen Unabhängigkeitsfeiern vereinbarten sie unter anderem den Zugang zu vertraulicher Technologie und schnellere Lieferungen von Luftabwehrraketen.

Nach Angriffen auf Handelsinfrastruktur – Russland kündigt harte Reaktion an

Russland kündigt eine harte Reaktion auf ukrainische Angriffe auf seine eigene Handels- und Wirtschaftsinfrastruktur an. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland habe zudem keine Notwendigkeit, seinen Militäreinsatz in der Ukraine zu eskalieren. Die russischen Streitkräfte würden „dort bereits vorrücken“.

So erklärt der Chef des russischen Generalstabes Walery Gerassimow, seine Streitkräfte befänden sich nur vier Kilometer vom östlichen Stadtrand der ukrainischen Festungsstadt Slowjansk entfernt, die Präsident Wladimir Putin nach eigenen Angaben unter russische Kontrolle bringen will. Gerassimow äußert sich in einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video. Unabhängig überprüfen lassen sich seine Angaben nicht.

HB Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige

remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen

Anzeige

ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln

Anzeige

IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik

Anzeige

Presseportal Direkt hier lesen!

Anzeige

STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden

Anzeige

Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt