Ukraine-Krieg: Putin gibt sich siegessicher – trotz neuer Milliardenschäden
Ukraine-Krieg: Putin gibt sich siegessicher – trotz neuer Milliardenschäden
Live-Blog Russland protestiert gegen Beschlagnahmung von Schiff durch Norwegen +++ Russischer Aufklärer vor Polen abgefangen +++ Putin: Sehe Chance auf Frieden in Ukraine +++ Der Newsblog.
Wladimir Putin: Er betont trotz milliardenschwerer Schäden an russischer Infrastruktur die wirtschaftliche Stabilität seines Landes und sieht weiterhin Ressourcen für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine. Foto: via REUTERS
Tote durch ukrainischen Beschuss im Gebiet Belgorod
Durch ukrainischen Beschuss sind im russischen Grenzgebiet Belgorod nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit. Die Opfer waren demnach in einem Krankenwagen in der Stadt Schebekino unterwegs. Schebekino ist nur rund fünf Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Russische Truppen sind an diesem Grenzabschnitt bis zu zehn Kilometer weit in die benachbarte ukrainische Region Charkiw vorgedrungen.
Russland exportiert mehr Flüssigerdgas nach Europa
Die russischen Flüssigerdgas-Exporte (LNG) nach Europa stiegen in den ersten acht Monaten des Jahres nach vorläufigen Daten von LSEG um 10,7 Prozent auf 10,3 Millionen Tonnen. Die gesamten russischen LNG-Ausfuhren kletterten demnach im selben Zeitraum um 13,7 Prozent auf 21,6 Millionen Tonnen. Grund für den Anstieg seien Lieferungen aus dem Projekt Arctic LNG 2. Im August gingen die Mengen nach Europa allerdings von 0,6 Millionen Tonnen im Vorjahresmonat auf rund 0,5 Millionen Tonnen zurück. Die EU-Staaten hatten im Januar ein Verbot von russischen Erdgasimporten im Laufe von 2027 endgültig gebilligt.
Mehrheit der Ostdeutschen hält Waffenhilfe für Ukraine für übertrieben
Die Mehrheit der Ostdeutschen (54 Prozent) ist laut ARD-Deutschlandtrend der Ansicht, dass die deutsche Militärhilfe für die Ukraine zu weit geht. In Westdeutschland sind dies 39 Prozent. Umgekehrt äußern in der Infratest dimap-Umfrage 59 Prozent der Westdeutschen, dass sie sich durch Russland bedroht oder sehr stark bedroht fühlen. In Ostdeutschland sind dies 42 Prozent. 21 Prozent der Befragten im Osten sehen überhaupt keine Bedrohung.
Selenskyj: US-Unterhändler reisen in Kürze nach Kiew und Moskau
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet nach eigenen Angaben in Kürze US-Unterhändler in Kiew und Moskau, die bei einer möglichen Lösung für den Krieg vermitteln wollen. Es gebe bereits vorläufige Termine, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. „Wir erwarten, Vertreter des US-Präsidenten hier in Kiew zu sehen.“ Treffen seien in den kommenden Tagen in beiden Hauptstädten geplant.
Ukraine: Russischer Angriff auf Kiew beschädigt Wohnhaus
Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Witali Klitschko ein Hochhaus schwer beschädigt worden. Im neunten Stock des Wohngebäudes nahe dem Stadtzentrum sei ein Feuer ausgebrochen, teilt Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. 15 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Auf inoffiziellen Telegram-Kanälen veröffentlichte Videos zeigen einen großen Feuerball am Himmel.
Interfax: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Bus in Donezk
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus in der russisch kontrollierten Stadt Horliwka in der ukrainischen Region Donezk ist der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge ein Zivilist getötet worden. Die Agentur beruft sich auf den von Russland eingesetzten Bürgermeister der Stadt, Iwan Prichodko, der von einem gezielten Angriff spricht. Reuters kann die Angaben nicht unabhängig überprüfen. Sowohl die Ukraine als auch Russland weisen den Vorwurf zurück, Zivilisten anzugreifen.
Trump fordert von Europa Rückzahlung von Ukraine-Militärhilfe
US-Präsident Donald Trump fordert von europäischen Staaten die Rückzahlung von US-Militärhilfen für die Ukraine und signalisiert einen vorübergehenden Stopp von Waffenverkäufen an Verbündete. Hunderte Milliarden Dollar seien der Ukraine und der Nato zur Verfügung gestellt worden, schreibt Trump in Sozialen Medien. Europa hätte dafür bezahlt, wenn man nur darum gebeten hätte. „Wir werden dieses Geld einfordern, wenn auch etwas verspätet“, fügt er hinzu. Zugleich kritisiert er Berichte über stark geschrumpfte US-Munitionsbestände infolge des Krieges im Iran. Die USA würden ihre Vorräte derzeit für sich selbst aufstocken, anstatt Munition zu verkaufen. Die Verkäufe an Verbündete würden aber bald wieder aufgenommen.
Leipzig: Lettland äußert sich zu mutmaßlichem Tatverdächtigen
Nach Medienberichten zu zwei mutmaßlichen Tatverdächtigen des versuchten Drohnenanschlags am Flughafen Leipzig/Halle haben sich die Sicherheitsbehörden in Lettland geäußert. Nach vorliegenden Informationen habe ein lettischer Staatsbürger, der in dem Zusammenhang verdächtigt werde, seit mehreren Jahren seinen dauerhaften Wohnsitz in Russland gehabt, teilte die Sicherheitspolizei in Riga der Nachrichtenagentur Leta mit. Auch bestätigte die Behörde, dass sie mit den deutschen Ermittlern kooperiere und Unterstützung leiste.
Russland protestiert gegen Beschlagnahmung von Schiff durch Norwegen
Die Regierung in Moskau legt nach der Beschlagnahmung eines russischen Schiffes durch norwegische Behörden nun auch formellen Protest beim norwegischen Botschafter ein. Das russische Außenministerium teilt mit, man fordere die Freigabe des Schiffes und dringe auf dessen Rückgabe.
Lage unter Kontrolle – Putin gibt sich siegessicher
Kremlchef Wladimir Putin sieht trotz Milliardenschäden durch die ukrainischen Angriffe auf Ölraffinerien und andere kritische Infrastruktur weiter Ressourcen für eine Fortsetzung seines Krieges. „Die russische Wirtschaft befindet sich in einem absolut stabilen Zustand“, sagte Putin in Wladiwostok beim Östlichen Wirtschaftsforum vor internationalen Gästen. Er räumte zwar einmal mehr Schwierigkeiten ein, betonte allerdings mit Blick auf Sorgen der Menschen in Russland, dass die Lage unter Kontrolle sei.
Bei dem Forum bezeichnete der Kremlchef die von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angedrohte Blockade des russischen Luftraums als „staatlichen Terrorismus“. Putin kritisierte, dass es im Westen bisher keine Reaktionen auf Selenskyjs Drohungen gegeben habe. Die westlichen Verbündeten „werden auf diese Weise zu Mitteilnehmenden am internationalen Terrorismus“, sagte Putin.
Der Präsident kritisierte einmal mehr auch die Angriffe der Ukraine auf russische Fracht- und Handelsschiffe sowie die Beschlagnahme von Schiffen durch westliche Staaten auf den Weltmeeren. Die EU hat Öltanker der so bezeichneten Schattenflotte mit Sanktionen belegt und geht gegen diese vor. Russland nennt das Piraterie und hat angekündigt, seine Schiffe unter Einsatz der Kriegsmarine zu schützen.
Erneuter Vorfall: Russischer Aufklärer vor Polen abgefangen
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat die polnische Luftwaffe nach Regierungsangaben ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Der russische Aufklärer vom Typ Il-20 sei 40 Kilometer nördlich des Badeorts Ustka unterwegs gewesen, schrieb Polens Verteidigungsminister
Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Nachrichtenplattform X.Das Flugzeug flog demnach mit ausgeschaltetem Transponder und war eine Bedrohung für die zivile Luftfahrt. Der polnische Luftraum wurde nicht verletzt. Bereits am Montag war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen.
Beim sogenannten Abfangen in der Luft nehmen die Piloten Sichtkontakt zur gegnerischen Besatzung auf und signalisieren, dass deren Flugzeug sich entfernen soll. In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukraine-Krieg vermehrt Nato-Staaten beispielsweise mit Aufklärungsflügen provozieren könnte.
Putin: Sehe Chance auf Frieden in Ukraine
Der russische Präsident Wladimir Putin sieht nach eigenen Worten aktuell eine Chance für ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg. Mehrere Länder wie die USA und China seien bereit, eine Friedenslösung zu unterstützen, sagte Putin am Donnerstag auf einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok im Fernen Osten Russlands. „Letztlich muss das Problem aber von den Konfliktparteien selbst gelöst werden – Russland und der Ukraine“, erklärte er. „Wir sind jedem dankbar, der versucht, zu einer Beilegung beizutragen. Gibt es eine Chance? Meiner Ansicht nach ja, die gibt es.“
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha äußerte sich in Kiew ebenfalls vorsichtig optimistisch. „Ich glaube, dass wir nun eine neue Dynamik in den Friedensbemühungen erleben werden, mit der Rückkehr zu einer aktiven Phase des politischen und diplomatischen Engagements in vielen Hauptstädten auf der ganzen Welt“, sagte Sybiha vor Journalisten. Einzelheiten nannte er zunächst nicht.
Der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar bot bei einem Besuch in Kiew die Vermittlung seines Landes an. „Wenn Indien in irgendeiner Weise helfen kann, sind wir bereit“, erklärte er. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi hatte Putin am Montag gesagt, der Krieg müsse beendet werden. Trotz der ungewöhnlichen Signale aus Moskau und Kiew warfen sich beide Seiten weiter feindseliges Verhalten vor. Putin erklärte, die Kontakte zu Kiew liefen zwar weiter, allerdings „vor allem über die Geheimdienste“. Jüngste ukrainische Angriffe auf Handelsschiffe und Drohungen gegen die zivile Luftfahrt bezeichnete er als „Akte des Staatsterrorismus“. Dies erschwere die Aussichten auf bilaterale Friedensgespräche.
Miersch: „Gespräche mit Mosjau nicht abreißen lassen“
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch unterstützt die Reaktion der Bundesregierung auf den Russland zugeschriebenen Drohnenangriff auf dem Flughafen Leipzig. „Ich halte es für angemessen, wie reagiert worden ist, und trotzdem müssen wir alles dafür tun, dass es nicht eine weitere Eskalation gibt“, sagte Miersch in Berlin vor einer Klausur seiner Fraktion.
Es sei deswegen wichtig, den Gesprächsstrang nie zu verlassen und immer wieder versuchen auch zu erneuern, sagte Miersch. Er sei sich sicher, dass es dazu ein Einvernehmen in der Bundesregierung und unter den Europäern gebe.
Russland trifft großes Medikamentenlager bei Kiew
Ein großes Medikamentenlager in der ukrainischen Stadt Boryspil bei Kiew ist Medienberichten zufolge durch einen russischen Luftangriff beschädigt worden. Das Internetportal „Ukrajinska Prawda“ schrieb, es handele sich um eins der größten spezialisierten pharmazeutischen Lager in der Ukraine. Der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, bestätigte wie üblich nur einen Treffer auf ein Warenlager, ohne Details zu nennen. Er schrieb auf Telegram von einem Verletzten.
Deutsche Serienproduktion von 5000 Drohnen für Kiew beginnt
Die Massenproduktion von mehr als 5000 weitreichenden Kampfdrohnen für die Ukraine hat im Großraum München begonnen. Wie das deutsch-amerikanische Rüstungsunternehmen Auterion und sein ukrainischer Joint-Venture-Partner Airlogix mitteilten, sind die ersten Flugkörper gefertigt worden. Mitte 2027 soll der Auftrag der Bundesregierung abgearbeitet sein.
Industriekreisen zufolge hat der Auftrag einen Wert von etwa 300 Millionen Euro. Die Drohnen sind Teil der deutschen Unterstützung für die Ukraine, das 2022 völkerrechtswidrig von Russland angegriffen wurde und seither einen Abwehrkampf führt. Man erwarte Folgeaufträge und eine langfristige Beauftragung, hieß es beim erst im Februar gegründeten Gemeinschaftsunternehmen.
Putin: Steigendes Staatsdefizit beherrschbar
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das wachsende Haushaltsdefizit seines Landes als beherrschbar bezeichnet. Es bestehe kein „ernsthaftes“ Risiko für die russische Wirtschaft, sagte Putin am Donnerstag auf einem Wirtschaftsforum in der fernöstlichen Stadt Wladiwostok. Von Januar bis Juli war das Defizit um 40 Prozent auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen. Das offizielle Ziel für das Gesamtjahr liegt bei 1,6 Prozent.
Putin begründete seine Einschätzung mit der geringen Staatsverschuldung. „Wenn man bedenkt, dass wir eine der niedrigsten Staatsverschuldungen der Welt haben, gibt es hier nichts Ernsthaftes“, sagte er.
Putin schließt neue Mobilmachung für Ukraine-Krieg aus
Der russische Präsident Wladimir Putin schließt nach eigenen Worten eine neue Mobilmachung für den Krieg aus. Es gebe keine Szenarien, in denen ein solcher Schritt notwendig sei, da Russland keine Probleme bei der Verfügbarkeit von Militärpersonal habe, sagt Putin.
Entsprechende Spekulationen hatte er jüngst als „völligen Unsinn“ zurückgewiesen. Beobachter schließen hingegen nicht aus, dass Putin angesichts anhaltend hoher russischer Verluste nach der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September erneut eine Mobilisierung anordnen könnte.
Wadephul bedauert Schließung von Goethe-Institut in Moskau
Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisiert die Entscheidung Russlands zur Schließung des Goethe-Instituts in Moskau. „Ich bedauere, dass Russland diesen Schritt gegangen ist und das Goethe-Institut schließen wird“, sagt Wadephul beim Treffen des Weimarer Dreiecks mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Polen. Das Goethe-Institut habe auch in Russland „eine wichtige Funktion als Kulturbrücke übernommen, und wir wären bereit gewesen, das fortzusetzen“.
Wadephul sagte außerdem, er sehe in der Europäischen Union und darüber hinaus eine beispiellose Unterstützung im Umgang der Bundesregierung mit Russland. „Wenn Sie sich das Bild insgesamt in Europa und ehrlich gesagt darüber hinaus anschauen, dann ist es ein beeindruckendes Bild der Solidarität, was hier gezeigt wird“, so Wadephul. „Und ich glaube, das hat seine Wirkung auch in Moskau nicht verfehlt“, fügt er hinzu.
Bundesregierung stellt 250 Millionen für Energieinfrastruktur bereit
Die Bundesregierung stellt über die staatliche Förderbank KfW weitere 250 Millionen Euro für die Ukraine bereit. Die Gelder seien für Reparaturen an der Energieinfrastruktur vor dem kommenden Winter gedacht, teilt das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. Dies trage zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe bei.
Die Energieversorgung bleibe eine Frontlinie dieses Krieges, sagt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie appelliert an andere Staaten, ebenfalls Gelder bereitzustellen.
Seit 2022 hat die Bundesregierung 560 Millionen Euro in den Energieunterstützungsfonds eingezahlt. Mit der jetzigen Aufstockung steigt diese Summe auf 810 Millionen Euro.
Norwegen beschlagnahmt russisches Kreuzfahrtschiff vor Spitzbergen
Die Regierung in Moskau hat die Beschlagnahmung eines russischen Kreuzfahrtschiffs in der Arktis durch Norwegen scharf verurteilt. Es handele sich um Piraterie, erklärte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag. Russlands Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, Alexej Tschekunkow, kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.
Norwegen hält das staatseigene Schiff „Professor Moltschanow“ in der Arktis auf Anordnung eines norwegischen Gerichts im Hafen von Barentsburg fest. Das Schiff darf den Hafen derzeit nicht verlassen.
Damit wird ein bereits 2023 ergangener Schiedsspruch vollstreckt, nach dem Russland dem ukrainischen Energiekonzern Naftogaz 4,22 Milliarden Dollar zuzüglich Zinsen und Verfahrenskosten zahlen muss. Naftogaz war diese Summe wegen der Enteignung seiner Vermögenswerte im Zuge der russischen Annexion der Krim 2014 zugesprochen worden.
Sberbank-Chef besorgt über Konsumrückgang und Inflation in Russland
German Gref, Chef von Russlands größtem Geldhaus, der Sberbank, hat sich besorgt über die russische Wirtschaft geäußert und vor einem nachlassenden Konsum sowie einer anziehenden Inflation gewarnt. „Der Konsum geht seit Juni zurück. Das gibt Anlass zur Sorge“, sagte Gref auf einem Wirtschaftsforum.
Das Anziehen der Teuerung führt er vor allem auf den Ausfall von Ölraffineriekapazitäten durch Drohnenangriffe der Ukraine zurück. Die russische Wirtschaft war nach offiziellen Angaben im Juli im Jahresvergleich nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni. Die Sberbank rechnet Gref zufolge dennoch für das laufende Jahr mit einem neuen Rekordgewinn. Das Geldhaus hatte 2025 trotz der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs ein Rekordergebnis von 1,7 Billionen Rubel (16,8 Milliarden Euro) erzielt.
Nachrichtendienst: Russland plant Sabotage in Dänemark
Dänische Behörden haben laut einem Bericht der Zeitung „Berlingske“ Pläne und Vorbereitungen für russische Sabotage in Dänemark aufgedeckt. Nach Angaben des dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET werbe Russland gezielt Dänen an, um Sabotageakte vorzunehmen. Unter den Zielen seien besonders Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagte der Chef für Spionageabwehr beim PET, Emil Græsholm, der Zeitung.
„Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen“, sagte Græsholm den Angaben zufolge. „Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen.“
In der Regel hält sich der Nachrichtendienst bedeckt – nicht in diesem Fall: „Die Auswahl der Ziele und die Vorbereitungen sind so konkret, dass wir es für notwendig halten, mit der Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, dass es sich um eine Bedrohung handelt, die ernst genommen werden muss“, sagte Græsholm. „Berlingske“ gegenüber nannte er Brandstiftung als mögliches Ziel der russischen Pläne. Unternehmen in der Rüstungsindustrie seien aufgerufen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen.
Lawrow: Goethe-Institut in Russland wird geschlossen
Die Regierung in Moskau wird nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow die Goethe-Institute in Russland schließen. Es handle sich um eine Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin, sagte der Minister der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Wladiwostok. Die Bundesregierung hatte die Schließung des Russland-Hauses infolge des Fundes einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. Berlin macht Moskau für den versuchten Angriff verantwortlich.
Nach Angaben des Goethe-Instituts gibt es neben der Hauptstelle in Moskau auch noch Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Jekaterinburg. „Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum von dort (Berlin) vertrieben wurde“, sagte Lawrow beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Deutschland nehme bewusst in Kauf, dass der Schritt gegen das Russische Haus „eindeutig das Ende seiner kulturellen
Präsenz in der Russischen Föderation bedeutet“.
Trotz aller Spannungen mit dem Westen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe das Institut weiter arbeiten können, sagte Lawrow. Das Goethe-Institut gehört zu den letzten in Russland noch tätigen deutschen Einrichtungen. Russland hatte massenhaft Stiftungen und Organisationen für unerwünscht erklärt und dadurch mit Tätigkeitsverbot belegt.
Ukraine: Russischer Luftangriff beschädigt Wohnhaus in Odessa
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa ist ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. Das teilt die örtliche Militärverwaltung auf Telegram mit. Weitere Einzelheiten werden zunächst nicht genannt.
Bulgarien lässt Ausnahmen von Russland-Sanktionen für Atomkraftwerk zu
Die bulgarische Regierung genehmigt Ausnahmen von den EU-Sanktionen gegen Russland, um den Import von Eisen und Stahl für das Kernkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.

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