Schüsse in Rekrutierungszentrum in Odessa | Ukraine-Krieg
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Schüsse in Rekrutierungszentrum in Odessa
Von T. Schibilla, J. Seiferth, F. Michalski, M. Lattemann, M. Küper, C. Siemer, C. Cöln, A. Janzen, T. Wanhoff, S. Cleven, J. Hartung, J. Fischer
Aktualisiert am 02.08.2026 - 21:32 UhrLesedauer: 28 Min.
In Odessa eröffnet ein Mann das Feuer in einem Rekrutierungsbüro. "Russlands Amazon" kassiert den nächsten Tiefschlag. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Sonntag, 2. August
Schüsse in Rekrutierungszentrum in Odessa
Ein Unbekannter hat am Abend in einem Rekrutierungszentrum in der ukrainischen Hafenstadt Odessa das Feuer auf die Angestellten eröffnet. Vier Männer seien dabei verletzt worden, einer von ihnen schwer, berichteten die örtlichen Medien. Der Schütze flüchtete daraufhin.
Die Polizei habe die Wohnung des Schützen ausfindig gemacht, berichtete die Zeitung "Dumskaja". Der Mann habe sich dort verschanzt und sei später von den Beamten festgenommen worden. Über seine Motive lagen keine Informationen vor.
Tote und Verletzte bei russischen Angriffen
Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere elf Personen seien bei den Explosionen zweier Gleitbomben in der Stadt verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien bei dem Angriff beschädigt worden.
In der südukrainischen Stadt Cherson wurde bei einem Drohnenangriff auf ein Auto eine Frau getötet, wie die Regionalverwaltung mitteilte. Zwei weitere Insassen des Wagens wurden dabei verletzt.
EU-Mission kontrolliert russischen Tanker im Mittelmeer
Eine von Italien geführte EU-Mission hat im Mittelmeer einen Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte geentert. Damit sollten die Nationalität und die Flaggenregistrierung der "Toa Payoh" überprüft werden, teilte das italienische Verteidigungsministerium mit.
Da der Kapitän nicht kooperiert habe, hätten italienische Soldaten von einem Hubschrauber das unter der Flagge Kameruns fahrende Schiff betreten. Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker sei westlich der Insel Pantelleria auf der Fahrt von Benin nach Istanbul abgefangen worden. Die EU geht mit Sanktionen gegen Schiffe vor, mit denen Russland Beschränkungen für seine Ölexporte umgeht.
Elftes Wildberries-Lager geht in Rauch auf
Die Ukraine hat in der Nacht zu Sonntag wieder mehrere strategische Ziele in Russland angegriffen. In Nowosemeikino im Südwesten des Landes trafen ukrainische Drohnen ein Warenlager des Versandhändlers Wildberries. In sozialen Medien kursierende Aufnahmen zeigten gewaltige Rauchschwaden und Flammen im gesamten Bereich der Anlage. Offizielle Angaben zu den Schäden gibt es bislang nicht. Es wäre das elfte von 25 Warenlagern des Versandhändlers, die in den vergangenen Wochen durch ukrainische Angriffe zerstört wurden. Mit einer Lagerfläche von 178.000 Quadratmetern wäre es zudem das drittgrößte, das bislang getroffen wurde. Diese Bilder sollen den Brand Nowosemeikino zeigen:
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Ziel eines ukrainischen Angriffs wurde in der Nacht auch eine Ölraffinerie in der russischen Region Saratow, etwa 600 Kilometer entfernt von der Front in der Ukraine. Bislang unbestätigten Berichten zufolge brach in der Raffinerie ein Brand aus. Die Anlage wurde bereits mehrfach zum Ziel von Angriffen. Die Raffinerie Saratow verarbeitet etwa sieben Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und beliefert auch die russische Armee mit Treibstoff.
Einen Angriff gab es nach Angaben des ukrainischen Generalstabs auch auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Engels II, ebenfalls in der Region Saratow. Dort sind Langstreckenbomber stationiert, mit denen Russland immer wieder ukrainische Städte angreift. Zu den Schäden auf dem Stützpunkt gibt es bislang keine Angaben.
Anschlag auf Moskauer Edelrestaurant – Opferzahl steigt
Nach der Explosion vor dem Moskauer Luxusrestaurant "Balzi Rossi" am Samstag ist die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen. Das berichten verschiedene russische Medien, darunter "Baza" und "Mash", unabhängig voneinander. Sechs weitere Verletzte schweben den Berichten zufolge noch in Lebensgefahr.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bezeichnete die Explosion als Terroranschlag. "Die Täter werden mit Sicherheit gefunden und die verdiente Strafe erhalten", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Zu den Hintergründen der Tat halten sich die Behörden jedoch bedeckt. Es liefen die Ermittlungen, teilte das Nationale Antiterror-Komitee am Morgen mit. Demnach handelt es sich bei drei der fünf Toten um eine Frau, die verdächtigt wird, den Sprengsatz mitgebracht zu haben, um einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der sie nicht ins Lokal durchgelassen habe, und um einen Gast.
Russische Militärblogger schrieben, dass ein General der Streitkräfte seinen 55. Geburtstag in dem Restaurant gefeiert habe. Es kursiert der Name Alexander Tschajko, seit Mai Chef der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte. Er soll in dem Restaurant auch seine Beförderung gefeiert haben. Unter den Gästen seien ranghohe Geheimdienstler, Beamte, Abgeordnete und Generäle gewesen, hieß es. Zuvor war Tschajko stellvertretender Generalstabschef gewesen. Im März dieses Jahres wurde Tschajko einer Mitteilung des Europäischen Rats zufolge wegen seiner Rolle beim Massaker in Butscha kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 mit Sanktionen belegt.
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Russische Drohne trifft Warenhaus bei Kiew
Nach zahlreichen Angriffen auf den russischen Versandriesen Wildberries schlägt der Kreml offenbar zurück. Am Samstag schlug eine Geran-Drohne laut verschiedenen ukrainischen Medien in einem Warenhaus des ukrainischen Versandhandels Rozetka in der Region Kiew ein. Dabei wurde ein Arbeiter getötet, sieben weitere teils schwer verletzt.
Über Telegram geteilte Fotos zeigen leichte Schäden am Warenhaus und mehrere komplett ausgebrannte Fahrzeuge des Versandhändlers.
Rapper wehrt sich gegen Einberufung
Der Kiewer Rapper Zipulya, bürgerlicher Name Andriy Posysaev, ist in die ukrainische Armee einberufen worden. Das geht aus einem Beitrag auf seinem Instagram-Kanal hervor, über den "Meduza.io" berichtet. Sein Umfeld wirft den Behörden vor, die Einberufung sei illegal gewesen.


