Weiteres Wildberries-Lager in Russland nach Drohnen-Angriff in Brand | Ukraine-Krieg

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine setzt nächstes Wildberries-Lager in Brand

Von T. Schibilla, J. Seiferth, F. Michalski, M. Lattemann, M. Küper, C. Siemer, C. Cöln, A. Janzen, T. Wanhoff, S. Cleven, J. Hartung, J. Fischer


Aktualisiert am 03.08.2026 - 08:17 UhrLesedauer: 30 Min.

In Odessa eröffnet ein Mann das Feuer in einem Rekrutierungsbüro. Russland meldet einen weiteren Angriff auf ein Logistikzentrum. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Montag, 3. August

Ukraine attackiert Wildberries-Hub in Wladimir

Die ukrainische Armee setzt ihre Angriffe auf Versandzentralen des russischen Online-Händler Wildberries vor. Der russische Konzern teilte am Montag mit, in einem seiner Logistikzentren in der russischen Region Wladimir sei nach einem Angriff ein Feuer ausgebrochen. Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Es gebe derzeit keine Berichte über mögliche Verletzte oder Tote. Die Logistik sei auf andere Standorte umgeleitet worden, um die kontinuierliche Zustellung und den Versand zu gewährleisten, erklärte das Unternehmen weiter.

Laut der Zeitung "Kyiv Post" ist auf Videoaufnahmen zu sehen, wie mindestens eine Drohne in dem Logistik-Hub einschlägt. Das Logistikzentrum wurde laut "Kyiv Post" 2024 eröffnet und sollte zügig auf eine Lagerfläche von 175.000 Quadratmetern ausgebaut werden. Versorgt werden von Wladimir aus demnach die Region Moskau, Zentral-Russland sowie der Nordwesten des Landes.

Das ukrainische Militär hat seit dem 18. Juli mindestens ein Dutzend Lagerhäuser des russischen Marktführers angegriffen. Das stört nicht nur die russische Konsumwirtschaft erheblich. Die Ukraine argumentiert zudem, über den Online-Handel werde das russische Militär beliefert.

Mindestens 14 Tote bei gegenseitigen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands sind in beiden Ländern am Sonntag insgesamt mindestens 14 Menschen getötet worden. Bei russischen Angriffen auf die Ukraine wurden nach Angaben der dortigen Behörden mindestens fünf Menschen getötet. Die ukrainischen Streitkräfte griffen nach russischen Angaben Ziele in verschiedenen Regionen Russlands an und töteten dabei mindestens neun Menschen.

Wie die ukrainischen Behörden mitteilten, starben bei russischen Angriffen in der östlichen Region Dnipropetrowsk mindestens zwei Menschen sowie jeweils mindestens ein Mensch in den südlichen Regionen Saporischschja und Cherson. Ein weiterer russischer Angriff zerstörte ein Postzentrum in der nördlichen Region Charkiw und tötete einen Postmitarbeiter, wie die ukrainische Post mitteilte.

Wie die russischen Behörden mitteilten, erfolgten einige der ukrainischen Angriffe hunderte Kilometer von der Front entfernt tief in russischem Gebiet. Aus der Grenzregion Belgorod wurden vier Todesopfer durch ukrainische Angriffe gemeldet, aus der Region Saratow an der Grenze zu Kasachstan zwei.

Ein ukrainischer Drohnenangriff erreichte auch die mehr als tausend Kilometer von der Front entfernte Region Udmurtien, wo nach Angaben der Regionalgouverneurin Olga Abramow drei Menschen getötet wurden. "Diese Tat ist in ihrer Sinnlosigkeit monströs. Diese Menschen waren definitiv kein militärisches Ziel", sagte sie. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau fing die russische Luftabwehr in der Nacht in mehr als einem Dutzend Regionen insgesamt 635 ukrainische Drohnen ab.

Sonntag, 2. August

Schüsse in Rekrutierungszentrum in Odessa

Ein Unbekannter hat am Abend in einem Rekrutierungszentrum in der ukrainischen Hafenstadt Odessa das Feuer auf die Angestellten eröffnet. Vier Männer seien dabei verletzt worden, einer von ihnen schwer, berichteten die örtlichen Medien. Der Schütze flüchtete daraufhin.

Die Polizei habe die Wohnung des Schützen ausfindig gemacht, berichtete die Zeitung "Dumskaja". Der Mann habe sich dort verschanzt und sei später von den Beamten festgenommen worden. Über seine Motive lagen keine Informationen vor.

Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere elf Personen seien bei den Explosionen zweier Gleitbomben in der Stadt verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien bei dem Angriff beschädigt worden.

In der südukrainischen Stadt Cherson wurde bei einem Drohnenangriff auf ein Auto eine Frau getötet, wie die Regionalverwaltung mitteilte. Zwei weitere Insassen des Wagens wurden dabei verletzt.

EU-Mission kontrolliert russischen Tanker im Mittelmeer

Eine von Italien geführte EU-Mission hat im Mittelmeer einen Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte geentert. Damit sollten die Nationalität und die Flaggenregistrierung der "Toa Payoh" überprüft werden, teilte das italienische Verteidigungsministerium mit.

Da der Kapitän nicht kooperiert habe, hätten italienische Soldaten von einem Hubschrauber das unter der Flagge Kameruns fahrende Schiff betreten. Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker sei westlich der Insel Pantelleria auf der Fahrt von Benin nach Istanbul abgefangen worden. Die EU geht mit Sanktionen gegen Schiffe vor, mit denen Russland Beschränkungen für seine Ölexporte umgeht.

Elftes Wildberries-Lager geht in Rauch auf

Die Ukraine hat in der Nacht zu Sonntag wieder mehrere strategische Ziele in Russland angegriffen. In Nowosemeikino im Südwesten des Landes trafen ukrainische Drohnen ein Warenlager des Versandhändlers Wildberries. In sozialen Medien kursierende Aufnahmen zeigten gewaltige Rauchschwaden und Flammen im gesamten Bereich der Anlage. Offizielle Angaben zu den Schäden gibt es bislang nicht. Es wäre das elfte von 25 Warenlagern des Versandhändlers, die in den vergangenen Wochen durch ukrainische Angriffe zerstört wurden. Mit einer Lagerfläche von 178.000 Quadratmetern wäre es zudem das drittgrößte, das bislang getroffen wurde. Diese Bilder sollen den Brand Nowosemeikino zeigen: