Russland verkauft Rohdiamanten – wegen Geldproblemen?

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Kreml verkauft Rohdiamanten – um Putins Staatskasse aufzufüllen


Aktualisiert am 27.07.2026 - 13:26 UhrLesedauer: 4 Min.

Russland will Diamanten verkaufen. Ein Frachter sinkt nach einem Angriff vor Odessa. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Montag, 27. Juli

Kreml verkauft Rohdiamanten – um Putins Staatskasse aufzufüllen

Russland will große Rohdiamanten aus seiner staatlichen Reserve versteigern. Nach Angaben des Finanzministeriums soll die Auktion am 9. September in Moskau stattfinden. Angeboten werden natürliche Diamanten mit einem Gewicht von mindestens 10,8 Karat. Die Steine stammen aus dem staatlichen Edelmetall- und Edelsteinfonds Gokhran.

Die Diamanten werden in einzelnen Losen verkauft. Interessenten müssen zuvor eine Kaution von 200.000 Rubel hinterlegen. Erfolgreiche Bieter erhalten anschließend das Recht, Kaufverträge über die jeweiligen Steine abzuschließen.

Die Auktion folgt auf umfangreiche Goldverkäufe der russischen Zentralbank. Dem Bericht von United24 zufolge wurden seit Januar 43,5 Tonnen Gold verkauft. Zugleich näherte sich das russische Haushaltsdefizit im ersten Halbjahr sechs Billionen Rubel.

Drohne hatte Kamera: Russland griff Supermarkt wohl absichtlich an

Die Drohne, mit der Russland einen ukrainischen Supermarkt angegriffen hat, war offenbar mit einer Kamera ausgestattet. Wolodymyr Tymoschko, Chef der Nationalen Polizei des Gebiets Tschernihiw, sagte dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sender Suspilne, Russland habe die zivile Einrichtung nach ersten Erkenntnissen absichtlich angegriffen, um eine möglichst große Zahl von Opfern zu treffen.

Er betonte, die Untersuchung deute darauf hin, dass es sich um einen "Terrorakt" handle – "einen Akt ihres sinnlosen Hasses gegen alles, was mit der Ukraine zu tun hat, insbesondere ihren Hass gegen jeden Menschen, einschließlich Zivilisten".

Bei dem Angriff auf den ATB-Supermarkt in Tschernihiw starben zwei Menschen, darunter ein Kind. 20 weitere wurden verletzt.

Wildberries reagiert auf Drohnenangriffe – mit ungewöhnlichem Schritt

Russlands größter Onlinehändler Wildberries hat offenbar begonnen, militärbezogene Produkte aus bestimmten Suchergebnissen verschwinden zu lassen. Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener Medien reagiert das Unternehmen damit auf eine Serie ukrainischer Angriffe auf seine Lager. Der Schritt betrifft vor allem Suchbegriffe mit direktem Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ukraine: Frachter nach russischem Angriff vor Odessa gesunken

Vor der Küste der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist nach Angaben der dortigen Behörden ein internationaler Frachter eine Woche nach einem russischen Beschuss gesunken. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff "Golden Leo" erlitt laut der Hafenbehörde am 19. Juli bei einem russischen Angriff schwere Schäden. Dabei kamen demnach neun Besatzungsmitglieder ums Leben, acht wurden gerettet. Das mit Mais beladene Schiff befand sich auf dem Weg nach Rumänien. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Russland: Angriffe gegen ukrainischen Hafen

Russland hat nach eigener Darstellung den ukrainischen Hafen Tschornomorsk in der Region Odessa angegriffen und dort erhebliche Schäden angerichtet. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mitteilte, wurde im Hafen ein Container-Terminal mit Militärgütern angegriffen und beschädigt. Zudem sei bei dem Angriff mit Präzisionswaffen und Drohnen ein Stückgutfrachter getroffen worden.

Von ukrainischer Seite wurde am Abend bestätigt, dass vor der Küste bei Odessa ein unter fremder Flagge fahrender Frachter nach einem russischen Raketenangriff gesunken sei. Bei dem Angriff am 19. Juli seien neun Besatzungsmitglieder sowie ein ukrainischer Lotse getötet worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram mit. Acht Mann Besatzung seien gerettet worden. Die "Golden Leo", die unter der Flagge von Guinea-Bissau fuhr, habe Mais transportiert.

Russland versucht seit einiger Zeit, die ukrainische Schifffahrt in der Region Odessa sowie zu den Donau-Binnenhäfen zu stören. Die Ukraine exportiert einen großen Teil ihres Getreides über diese Häfen. Der Hafen von Tschornomorsk zählt zu den größten in Europa.

Burnham empfängt Selenskyj und macht Versprechen

Der neue britische Premierminister Andy Burnham empfängt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Montag als ersten ausländischen Staatschef seiner Amtszeit. Selenskyj macht dabei auf dem Weg nach Washington Station in Großbritannien, wo er am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen soll. Burnham und Selenskyj wollen nach Angaben des britischen Regierungssitzes einen Marinestützpunkt besuchen. Dort treffen sie britische und ukrainische Militärangehörige, die an der Ausbildung ukrainischer Streitkräfte beteiligt sind. Rund 200 ukrainische Soldaten und Seeleute nahmen zuletzt in Großbritannien an Übungen zur Sicherheit auf See und zur Minenabwehr teil.

"Großbritannien steht Schulter an Schulter mit der Ukraine, und unsere Unterstützung bleibt unerschütterlich", erklärte Burnham. Russland dürfe am britischen Durchhaltewillen nicht zweifeln. London werde nicht nachlassen, bis ein dauerhafter und gerechter Frieden für die Ukraine erreicht sei.

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Großbritannien kündigte zudem an, der Ukraine die Rechte an einer neuen Technik zur elektronischen Störung russischer Luftabwehrsysteme zu überlassen. Das an Drohnen befestigte Gerät mit dem Namen "Stone Cloak" soll deren Ortung und Bekämpfung erschweren. Tausende der Geräte wurden nach britischen Angaben bereits an die Ukraine geliefert.

Ukraine: Zwölf Verletzte bei Drohnenangriff auf Belgorod

Bei einem Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze werden nach Behördenangaben zwölf Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Dies teilen die regionalen Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Mehrere Wohnungen in einem Wohnhaus und über 15 Autos seien in Brand geraten. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht nicht unabhängig überprüfen.