Ukraine-News: Selenskyj will im Krieg nicht wählen lassen
AUDIO: MDR AKTUELL - Selenskyj weiter gegen Wahlen im Krieg (1 Min)
Ukraine-News
von MDR AKTUELL
Stand: 23.08.2026 18:58 Uhr
- Selenskyj: Wahlen im Krieg würden die Ukraine "spalten".
- Deutschland unterstützt ukrainische Veteranen mit weiterem Geld.
- Die Ereignisse im russischen Angriffskrieg gestern im Überblick
- Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
18:57 Uhr
Selenskyj weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurück
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj keine Rolle bei der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines gespielt und kooperiert bei den Ermittlungen. "Die Ukraine hat sich nie offiziell an Operationen zur Sprengung der Nord-Stream-2-Pipeline beteiligt", sagte der ukrainische Staatschef vor Journalisten in Kiew. Die Erdgasleitungen Nord Stream 1 und 2 zwischen Russland und Deutschland wurden im September 2022 durch herbeigeführte Explosionen beschädigt. Derzeit befinden sich zwei ukrainische Staatsbürger wegen des Verdachts der Mitwirkung an dem Anschlag in Untersuchungshaft. (Quelle: Reuters)
18:28 Uhr
Selenskyj unterschreibt Gesetz über umstrittene Helden-Gedenkstätte
Ungeachtet des Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das umstrittene Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte unterschrieben. Dies geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform berichtete. Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert, weil in dem sogenannten Pantheon auch Angehörige der im Zweiten Weltkrieg mit dem nationalsozialistischen Deutschland kollaborierenden Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Diese waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich. (Quelle: dpa)
17:43 Uhr
Russland zieht Botschafter aus London ab
Wegen der britischen Ukraine-Unterstützung hat Russland seinen Botschafter aus London abgezogen. Andrei Kelin habe seine Mission beendet, erklärte die russische Botschaft auf Telegram. Hintergrund sei die Verschlechterung der Beziehungen. Diese hätten "vollständig auf Initiative Londons" einen "historischen Tiefstand" erreicht. Zuvor hatte die "Sunday Times" berichtet, dass Kelin Großbritannien am 21. Juli verlassen habe. Die Abberufung sei ein Ausdruck von Protest, ohne die Beziehungen abzubrechen. Ein Botschaftssprecher sagte, Großbritannien habe den Weg der Konfrontation gewählt. Der Schritt solle London zwingen, "die Unterstützung für die Ukraine zu überdenken". Nach Berichten über den Einsatz britischer Drohnen durch die Ukrainer tief in Russland hatte Moskau Konsequenzen angedroht. (Quelle: AFP)
15:33 Uhr
Wadephul bei Ukraine-Besuch im frontnahen Charkiw
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat bei seiner Ukraine-Reise die Millionenstadt Charkiw nur etwa 30 Kilometer vor der Frontlinie mit Russland besucht. An der dortigen Universität sprach der CDU-Politiker mit Studenten, sah sich ein mehrfach von Raketen attackiertes Kraftwerk an und besichtigte ein stark zerstörtes U-Bahn-Depot. Am "Tag der Staatsflagge" nahm er zudem an einer Zeremonie an einem der höchsten Fahnenmasten Europas teil, an dem die blau-gelbe Fahne in 101 Metern Höhe weht. Wadephul würdigte bei seinem Besuch den "unheimlichen Widerstandswillen" der Bewohner Charkiws. Die 1,4 Millionen Einwohner zählende Stadt wird regelmäßig mit russischen Raketen und Drohnen angegriffen. (Quelle: dpa)
15:23 Uhr
Selenskyj: Ukraine und Russland entwickeln Alternativen zu Starlink
Sowohl Russland als auch die Ukraine arbeiten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Alternativen zum Satellitennetzwerk Starlink von SpaceX-Chef Elon Musk. Russland und China planen demnach bis Dezember 2026 ein entsprechendes System. Die Ukraine arbeite mit einem europäischen Land an einem ähnlichen Projekt und habe bereits Tests begonnen. Starlink spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle. Auch die russische Armee hatte Starlink-Terminals genutzt. SpaceX ergriff Maßnahmen, dies zu unterbinden. Kiews Bemühen, Starlink für Angriffe in Russland zu nutzen, lehnte Musk ebenso ab. Nach Selenskyjs Angaben geht es der Ukraine insbesondere darum, russische Raketen-Abschussvorrichtungen zu zerstören. (Quelle: AFP)
14:00 Uhr
Passagierzug bei Odessa getroffen
Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Zug auf dem Weg nach Odessa sind fast 600 Passagiere mit dem Schrecken davongekommen. Die Lokomotive des Zugs von Schytomyr nach Odessa geriet laut Behörden bei einem Drohneneinschlag in Brand. Niemand sei verletzt worden. In dem Zug seien 593 Menschen gewesen, darunter 15 Kinder. (Quelle. dpa)
12:26 Uhr
Selenskyj: Russland plant Mobilisierung
Russland plant angeblich die Mobilisierung von rund 300.000 weiteren Soldaten nach den Parlamentswahlen im September. Das behauptete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj heute vor Journalisten. Zudem könne Russland auch im kommenden Jahr neue Soldaten einziehen, um den Rest der ostukrainischen Region Donezk zu erobern. (Quelle: Reuters)
12:28 Uhr
Selenskyj weiter gegen Neuwahlen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Forderungen von Ex-Verteidigungsminister Mychailo Fedorow nach Neuwahlen zurückgewiesen. "Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen", sagte Selenskyj vor Journalisten. Er warnte vor einem "Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird". (Quelle: AFP)
Video: Fedorow mit Video-Botschaft zu Wahlen in der Ukraine (1 Min)
11:30 Uhr
Neuer Angriff auf Ozon-Logistikzentrum
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Orenburg sind Trümmerteile auf zwei Industrieanlagen gestürzt, darunter ein Lagerhaus des Online-Händlers Ozon. Das teilte Gouverneur Jewgeni Solnzew mit. Verletzte gibt es demnach keine. Ozon teilte mit, der Betrieb mit mehr als 300 Mitarbeitern sei evakuiert und eingestellt. Gestern war ein Ozon-Zentrum in der Region Samara von einer Drohne getroffen worden. (Quelle: Reuters)
09:54 Uhr
Ukraine: 97 von 127 Drohnen neutralisiert
Die ukrainische Luftabwehr hat in der Nacht einen großen Teil russischer Drohnen abgewehrt. Wie Ukrinform unter Berufung auf das Kommando der Luftstreitkräfte berichtet, sollen 97 von 127 Drohnen neutralisiert worden seien. Demnach erfolgten die Starts der Drohnen aus mehreren russischen Regionen wie Kursk und Primorsko-Achtarsk sowie aus den von Russland besetzten Regionen Donezk und von der Krim. (Quelle: Ukrinform)
04:58 Uhr
Deutschland zahlt für ukrainische Veteranen
Deutschland stellt weitere drei Millionen Euro für die Unterstützung ukrainischer Veteranen bereit. Das hat Bundesaußenminister Johann Wadephul gestern in Kiew angekündigt. Deutschland schon Veteranenzentren und Organisationen, die Ex-Soldaten unterstützen. Ziel sei es, nach dem Militärdienst ihre Rückkehr ins zivile Leben zu erleichtern und ihre Fähigkeiten auch auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. Veteranen dürften nicht am Rand der Gesellschaft stehen, sagte der CDU-Politiker beim Besuch in Kiew. Sie hätten "enormes Potenzial für die Ukraine". (Quelle: Ukrinform)
00:05 Uhr
Die Ereignisse gestern – 22. August 2026
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat bei seinem Besuch in Kiew der Ukraine weitere deutsche Unterstützung zugesagt. Angesichts der anhaltenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe warf Wadephul Russland "wahllosen Mord an Zivilisten" vor. Der CDU-Politiker kündigte an, mit US-Außenminister Marco Rubio über zusätzliche Luftverteidigung für die Ukraine zu beraten.
Video: Wadephul sichert Ukraine weitere Unterstützung zu (1 Min)
Unterdessen gingen die gegenseitigen Luftangriffe zwischen Russland und der Ukraine mit ungeminderter Härte weiter. So schlugen während des Besuchs von Wadephul mindestens drei russische ballistische Raketen im Kiewer Stadtteil Boryspil ein. Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Samara wurden nach Behörden-Angaben eine Industrieanlage und ein Lagerhaus des Online-Händlers "Ozon" getroffen. Bei den Angriffen wurden auf beiden Seiten mehrere Menschen getötet.
Unterdessen meldete die ukrainische Online-Zeitung "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf das Militär-Analyseportal Deepstate die vollständige Einnahme der Stadt Rodynske nördlich von Pokrowsk in der ostukrainischen Region Donezk durch russische Truppen. Außerdem wurde ein weiterer russischer Vorstoß in die Region Charkiw im Nordosten der Ukraine gemeldet.
00:01 Uhr
Ukraine-News am Sonntag, 23. August 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.