Ukraine wirft Russland Gleitbomben-Angriff auf Wohnhäuser vor
Im Südosten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwölf Menschen bei Angriffen der russischen Armee getötet worden. Russland habe fünf Gleitbomben auf Wohnhäuser in Saporischschja abgeworfen, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram . Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, 14 Menschen seien bei der Attacke verletzt worden. Informationen über zwölf weitere Personen, die womöglich vor Ort waren, würden noch untersucht. Die Angaben lassen sich nicht prüfen.
Insgesamt seien in der Nacht 13 ukrainische Regionen attackiert und Wohnhäuser, Infrastruktur und Eisenbahneinrichtungen beschädigt worden. Die Nacht habe einmal mehr gezeigt, dass Russland nachlassenden Druck als Signal verstehe, weiter Krieg führen und Bomben auf Städte werfen zu können, schrieb Selenskyj. »Russland bedankt sich für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abwirft.« US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin eine Vereinbarung über Diesellieferungen aus Russland verkündet.
Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen das südrussische Gebiet Rostow ins Visier. Am Standort eines ölverarbeitenden Unternehmens waren auf der Nasa-Website Firms mehrere Feuer zu sehen. Firms erfasst weltweit Brandherde. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, berichtete auf Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern durch ukrainische Angriffe. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden.
Seit Februar 2022 wehrt sich die Ukraine gegen die Invasion der russischen Armee. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt Kyjiw immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier, besonders die für Russlands Kriegskasse so wichtige Ölindustrie.
»Ich halte es für möglich, dass die Russen Militärinfrastruktur in Europa angreifen«: Die Russlandexpertin Hanna Notte kann sich vorstellen, dass Putin weiter eskaliert. Trotzdem gebe es für ihn noch rote Linien. Welche das sind und warum sie der Nato zu Übungen an der Ostgrenze rät, lesen Sie hier .