Ukraine sitzt auf Millionen Eiern – und den Erzeugern droht der wirtschaftliche Ruin

Ukrainische Eier-Produzenten in der Klemme: Preisverfall trifft auf zerstörte Lieferwege

Stand: 24.09.2026, 07:30 Uhr

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Ukrainische Geflügelhalter kämpfen mit Überangebot, Preisverfall und beschädigter Logistik.

Kiew – In der Ukraine geraten Eier- und Geflügelpreise unter Druck. Weil wichtige Exportmöglichkeiten fehlen, bleibt ein großer Teil der Produktion im Land. Das sorgt für ein Überangebot auf dem Binnenmarkt – während russische Angriffe gleichzeitig die Logistik verteuern und Erzeuger zusätzlich belasten.

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Der Preisrückgang habe vor allem mit den fehlenden Absatzmöglichkeiten im Ausland zu tun, berichtet das Fachportal Geflügelnews unter Berufung auf Oleg Pendzin vom ukrainischen Economic Discussion Club. Die Versorgung der Geschäfte sei dagegen nicht das eigentliche Problem.

Fehlende Exporte: Ukraine bleibt auf Eiern sitzen

Ukrainische Geflügelhalter kämpfen mit Überangebot, Preisverfall und beschädigter Logistik. © © IMAGO / ZUMA Press Wire / Archivbild

„Der Eierpreis fällt derzeit nicht deshalb, weil die Eier nicht in die Geschäfte geliefert werden können, sondern weil es auf dem Markt eine Überproduktion von Eiern gibt“, erklärte Pendzin.

Überangebot lässt Eierpreise sinken

Große Mengen Eier und Geflügelfleisch, die normalerweise exportiert würden, bleiben demnach derzeit in der Ukraine. Das zusätzliche Angebot drückt sowohl die Einkaufspreise als auch die Preise für Verbraucher. Für die Produzenten ist diese Entwicklung jedoch ein Problem. Nach Angaben Pendzins arbeiten die Betriebe derzeit mit Verlust.

Eine Entspannung erwartet der Experte erst dann, wenn die Ukraine wieder größere Mengen ins Ausland verkaufen kann. „Es gibt keine Exporte, und solange das so bleibt, werden die Preise weiter fallen“, sagte Pendzin. Sobald wieder mehr Ware ausgeführt werden könne, dürfte sich das Angebot auf dem ukrainischen Markt verringern. Damit könnten sich auch die Einnahmen der Erzeuger erholen.

Angriffe treffen auch die Lieferwege

Zusätzlich erschweren russische Angriffe auf die Logistikinfrastruktur den Transport der Waren. Verteilzentren seien getroffen worden, berichtet Geflügelnews. Handelsketten müssten deshalb ihre Lieferwege neu organisieren. Teilweise versuchten sie, Supermärkte direkt zu beliefern.

Der ukrainische Branchenverband Union der Geflügelhalter der Ukraine warnt dem Bericht zufolge vor weiteren Folgen. Die veränderte Logistik könne die Produktion beeinträchtigen und das Angebot einzelner Produkte einschränken. Zugleich könnten zusätzliche Kosten bei Transport und Verteilung am Ende auch die Verbraucherpreise für Eier und Geflügelfleisch erhöhen.

Damit wirken zwei entgegengesetzte Entwicklungen auf den Markt. Das Überangebot wegen der schwachen Exporte drückt die Preise nach unten. Gleichzeitig treiben beschädigte Infrastruktur und umständlichere Lieferwege die Kosten nach oben. Für die Geflügelhalter verschärft sich dadurch der wirtschaftliche Druck.

Hoffnung ruht auf neuen Exportmöglichkeiten

Wie sich die Preise weiter entwickeln, hängt Pendzin zufolge vor allem davon ab, wann die Ukraine ihre Ausfuhren wieder ausweiten kann. Bleibt der Export eingeschränkt, verbleibt mehr Ware im Land. Das dürfte das hohe Angebot auf dem Binnenmarkt weiterhin aufrechterhalten und die Erzeugerpreise belasten.

Für die Betriebe bleibt die Lage damit angespannt: Einerseits erzielen sie wegen des Überangebots geringere Preise. Andererseits verursachen die beschädigten Transportwege zusätzliche Kosten. Erst wenn wieder mehr Eier und Geflügelfleisch ins Ausland verkauft werden können, erwartet Pendzin eine Stabilisierung des Marktes. Quellen: Geflügelnews, nif/red.