Uli Hoeneß: Nachbar am Tegernsee klagt wegen zwei neu gepflanzten Bäumen

Das Landgericht München II kennt sich mit ungewöhnlichen Nachbarschaftsstreitigkeiten an den Seen südlich von München bestens aus. 2024 sprach es Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann schuldig , weil er mit einer Kettensäge einen Dachbalken in der Garage seines Nachbarn am Starnberger See angesägt hatte. Dem Vorfall war ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit vorausgegangen. Die Garage soll laut Staatsanwaltschaft Lehmanns Blick auf den See verdeckt haben.

Etwas weiter im Süden, am Tegernsee, ist es zwar zu noch keiner verbrieften Kettensägen-Attacke gekommen, die Justiz wurde dennoch eingeschaltet. Denn ein Anwohner fordert per Eilantrag vor dem Landgericht München II, dass zwei neu gepflanzte Bäume auf dem Grundstück von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß in Bad Wiessee entfernt werden sollen. Zudem soll erreicht werden, dass Hoeneß es unterlässt, auf dem betreffenden Stück seines Grundstücks Bepflanzungen vorzunehmen, erläuterte ein Gerichtssprecher.

Bäume sollen Sicht behindern

Der Antrag wird mit einer sogenannten Grunddienstbarkeit aus dem Jahr 1975 begründet. Dabei handelt es sich um ein Recht, das zugunsten eines Grundstücks im Grundbuch eines anderen Grundstücks eingetragen ist. In diesem Fall geht es um mögliche Vorgaben zur Bepflanzung. Laut der »Bild«  kritisiert der Nachbar, dass wegen der Bäume die Sicht auf Gut Kaltenbrunn im Norden des Tegernsees behindert sei, was den Wert seines Grundstücks mindere. Die Hoeneß-Seite bestreitet dies. Der Blick sei durch einen Hügel ohnehin beeinträchtigt. Laut der »Bild« vermutet Hoeneß »reine Schikane« hinter der Klage.

Auf dem betreffenden Teil von Hoeneß’ Grundstück stehen ältere Bäume, von denen einer aber marode sein soll und gefällt werden müsse. Die beiden neuen Bäume habe Hoeneß als Ersatz pflanzen lassen, hieß es. Der Fall landete vor dem Landgericht, da der Streitwert auf mehr als 10.000 Euro angesetzt ist.