„Wenn die Linke in die Regierung geht, wird auch vergesellschaftet“: Eralp hält trotz Dämpfer an Enteignung fest
Umfrage-Dämpfer für Eralp: 51 Prozent gegen Enteignung – trotzdem will die Linke vergesellschaften
Stand: 21.09.2026, 13:43 Uhr
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Der Vorsprung ist größer als erwartet: Die Linke siegt in Berlin vor der CDU und wird die Regierende Bürgermeisterin stellen. Wie geht es weiter mit der Enteignung?
Berlin – Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp wurde in Berlin souverän stärkste Kraft. Was als Kopf-an-Kopf-Rennen in den Umfragen begann, entwickelte sich am Wahltag zu einem klaren Sieg: Mit 25,7 Prozent ließen sie die bis dato regierende CDU unter Stefan Evers (18,8) hinter sich. Damit zieht Eralp, die in ihrem Wahlkampf auf Wohnungspolitik gesetzt hatte, ins Rote Rathaus ein. Doch wie es scheint, stehen nicht mehr alle Menschen in Berlin hinter ihrem Plan der Enteignung.

Der Hintergrund: In Berlin fand am 26. September 2021, zeitgleich zur Bundestagswahl, der Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ statt, bei dem eine klare Mehrheit von 58 Prozent der Abstimmenden dem Volksbegehren zustimmte. Zur Umsetzung kam es jedoch bislang nicht, da weder die damalige SPD-Bürgermeisterin Franziska Giffey, noch der 2023 folgende Kai Wegner dazu bereit waren. Das ist nun der Kernauftrag der Linken, doch wie eine Umfrage nahelegt, hat sich die Stimmung in der Hauptstadt geändert.
Grüne offen für Enteignung von Wohngesellschaften nach Berlin-Wahl – SPD dagegen
Denn die geplante Enteignung großer Wohnungsgesellschaften hat in einer aktuellen Infratest-Erhebung keine Mehrheit. Nur 37 Prozent sprachen sich dafür aus, dass der Senat sie gegen eine Entschädigung enteignen sollte, wie aus einer Umfrage für die ARD hervorgeht; 51 Prozent sind jedoch dagegen. Demnach gab es eine Mehrheit mit 72 Prozent nur bei den Linken-Wählern, bei den Grünen waren es 42, bei der SPD lediglich 29 Prozent.
Geht es nach den Linken, sollen 220.000 Wohnungen in die öffentliche Hand überführt werden. Eralp hat angekündigt, hart durchzugreifen gegen Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt und mit Maßnahmen gegen Mietwucher und den Trend zu möblierten Wohnungen und Kurzzeitvermietungen. Zudem ist ein Mietdeckel angedacht: „Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet“, bekräftigte die 45-jährige Eralp am Wahlabend. Die Grünen waren im Wahlkampf offen für eine Enteignung von Wohnungsunternehmen, sehen aber noch viele ungeklärte Fragen. Die SPD hatte sich klar gegen die Pläne der Linken positioniert.
Eralp betont dennoch, bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen mit den Grünen und der SPD keine Kompromisse beim Thema Enteignung zu machen. „Ich habe immer gesagt, wenn die Linke in die Regierung geht, dann wird auch vergesellschaftet“, erklärte sie am Montagmorgen im RBB. „Es gibt einen gültigen Volksentscheid. Die Berlinerinnen und Berliner haben dafür gestimmt.“
Berlin: Eralp besteht auf Enteignung vor Koalitionsgesprächen mit SPD und Grünen
Eine Enteignung sei „rechtlich möglich, finanzierbar und eines der besten Mittel, um Wohnungen bezahlbar zu halten“, ergänzte sie. „Insofern gehe ich mit diesem Auftrag ganz klar in die Gespräche rein.“ Gespräche mit den Grünen und der SPD. Eralp zeigte sich trotz der sozialdemokratischen Skepsis optimistisch: „Der Parteitag der SPD hat ganz klar sich auch für die Umsetzung des Volksentscheids ausgesprochen, wie der Parteitag der Grünen.“ Insofern gehe sie davon aus, „dass diese Voten relevant sind“. (Quellen: AFP, Reuters) (ktho)