Umfrage: „Die kommende Generation tut mir leid“ – was Saarbrücker über das Trinkwasser sagen
Umfrage „Die kommende Generation tut mir leid“ – was Saarbrücker über das Trinkwasser sagen
Saarbrücken · Wasser aus dem Hahn ist für viele selbstverständlich. Einige Saarbrücker sorgen sich jedoch um Dürre, Landwirtschaft und Grundwasser. Andere bleiben gelassen.
17.08.2026 , 14:01 Uhr
Die Sommer werden heißer, der Regen bleibt aus. Wie blicken Menschen in Saarbrücken auf die Zukunft unseres Trinkwassers? (Symbolbild)
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp/Patrick Pleul
Frisches Trinkwasser aus dem Wasserhahn zu jeder Tages- und Nachtzeit. Was für viele eine Selbstverständlichkeit ist, ist für andere Regionen in der Welt mit großen Dürrezeiten ein Luxus. Die steigenden Temperaturen und immer größer werdende Regenpausen bereiten vielen Menschen Sorgen. Noch ist die Trinkwasserversorgung im Saarland nicht gefährdet. Wir haben Passanten in Saarbrücken gefragt, ob sie sich Sorgen um das Trinkwasser machen.
Silvia Löffler möchte sich keine Sorgen machen. Die 69-jährige Saarbrückerin sagte: „Ich bin noch nicht in der Stimmung, um Panik zu schieben. Ich denke, da wird man vorher Bescheid bekommen.“ Sie wisse aber auch, dass in verschiedenen Ortschaften schon Wasser gespart werde, auch wegen der Waldbrände. „Ich bin schon fast 70 und habe schon viel erlebt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer irgendwie weitergeht. Die kommende Generation tut mir trotzdem leid, aber auch die geben die Hoffnung nicht auf.“
„Das Einzige, was mich stört, sind die vielen privaten Schwimmbäder“
Auch Maria Meier macht sich keine Sorgen. „Die Natur reguliert sich immer selbst. Auch früher hat es schon Hitzeperioden gegeben“, so die 66-Jährige aus St. Ingbert. „Das Einzige, was mich stört, sind die vielen privaten Schwimmbäder, für die das kostbare Wasser verwendet wird.“
Sandra Brahms ist 77 Jahre alt und wohnt in der Landeshauptstadt. Wir treffen sie am St. Johanner Markt. „Ich habe gerade eine Schulklasse beobachtet, die am Trinkwasserbrunnen mit dem Wasser gespielt hat“, erzählt sie. „Wenn ich das beobachte, macht mir das schon Sorgen. Die Verantwortlichen stehen dabei und reagieren nicht.“ Sie findet: „So sollte man nicht mit einem so kostbaren Gut umgehen. Wir bekommen gerade spürbar mit, wie es um das Wasser steht, natürlich mache ich mir dann Sorgen, vor allem finde ich, dass man nicht so unbekümmert damit umgehen sollte.“ Sie sehe Wasser als Lebensmittel an, dessen Wert man sich bewusst sein müsse.
Zu wenige Trinkwasserspender in Saarbrücken
Der 59-jährige Hamid Shakerivatandoust erzählte: „In Deutschland regnet es oft genug, da mache ich mir keine Sorgen.“ Er findet, der Zugang zu Trinkwasser in den Städten könnte verbessert werden: „Gerade bei der Hitze ist es wichtig, viel Wasser zu trinken. Im Iran gibt es sehr viele Trinkwasserspender. Hier in Saarbrücken kenne ich nur den am St. Johanner Markt.“ Der Saarbrücker denkt, dass es solche Angebote an mehreren Stellen in der Stadt geben sollte.
Herrmann Dräger ist 72 Jahre alt und wohnt in Saarbrücken. Er sagt zum Thema Trinkwasser: „Ich mache mein Wasser selbst zu Hause mit Kohlensäure. Ich trinke nur Leitungswasser, da muss man keine Kästen schleppen.“ Er mache sich keine Sorgen, dass das Wasser knapp wird.
Sorge um Lebensmittelversorgung
Andrea Hoffmann aus Saarbrücken sieht das anders. „Ich mache mir schon ein wenig Sorgen, weil man überall hört, dass es zu wenig regnet und auch das Wasser in den Flüssen fehlt“, meint die 56-Jährige. „Das kann auch die Lebensmittelversorgung gefährden.“
Helga Kretschmer ist aus Hamburg zu Besuch in Saarbrücken. „Ja natürlich mache ich mir Sorgen um das Trinkwasser“, sagt die 70-Jährige. „Es wird viel Wasser verbraucht und ich mache mir auch Sorgen um die Landwirtschaft und das Grundwasser. Es wird sehr viel Dünger verwendet und ich habe Sorgen, dass das dem Grundwasser schadet.“ Wasser sei ein Allgemeingut, das jedem zur Verfügung stehen sollte. „Ich wünsche mir, dass die Politik da eingreift und eine biologische Landwirtschaft fördert. Was das Trinkwasser angeht, sind wir in Deutschland so verwöhnt, gerade wenn man das mit anderen Ländern vergleicht.“ (ian/hck)