Umfrage-Klatsche für Merz: Nur noch jeder Dritte sieht die CDU als Volkspartei – AfD sieht sich als Nachfolger
Stand: 21.09.2026, 21:11 Uhr
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Volkspartei am Ende? Nur noch jeder Dritte sieht die CDU als Partei für alle – eine Umfrage nach den Wahlen setzt die Union weiter unter Druck.
Berlin – Die CDU verliert immer mehr ihren Ruf als Volkspartei. Zu diesem Ergebnis kommt eine YouGov-Umfrage nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Nur noch jeder Dritte hierzulande stuft die CDU demnach als Volkspartei ein. 46 Prozent sind der Meinung, die Christdemokraten seien keine Volkspartei mehr. Rund 21 Prozent der 1341 an diesem Montag befragten Menschen antworteten mit „weiß nicht“ oder machten keine Angabe.

Am Wahlsonntag, bei dem die CDU teils historische Verluste einfuhr, hatte AfD-Chefin Alice Weidel festgestellt, dass ihre Partei zunehmend breit in der Gesellschaft verankert sei und die CDU als Volkspartei verdrängt habe. „Das ist der zweite Landtagswahlsieg hintereinander für die Alternative für Deutschland [...] und das zeigt doch hier ganz klar, dass wir die CDU als Volkspartei abgelöst haben“, sagte Weidel in Berlin. Unabhängige Experten haben die AfD bislang nicht als Volkspartei bezeichnet.
„Eine Volkspartei ist eine Volkspartei, wenn sie alle Gruppen einer Gesellschaft erreicht“, erklärte Merz selbst bei einer Pressekonferenz am Montag und antwortete damit auf die Frage, ob die CDU noch eine solche sei. „Das sind wir noch in Teilen. Aber das sind wir nur noch in Teilen“, so Merz. Er wolle aber darum kämpfen, „das wieder zu erreichen, was wir mal waren, aber in einigen Teilen des Landes nicht mehr sind: nämlich Volkspartei.“
Löst die AfD die CDU wirklich als Volkspartei ab?
Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt eine Volkspartei grundsätzlich als eine Partei, „die Anhänger/innen in allen Gruppen und Schichten der Bevölkerung hat“. Genau darin liegt die Herausforderung: Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen haben unterschiedliche wirtschaftliche und politische Interessen in der Gesellschaft. Volksparteien versuchen, Kompromisse zu finden, um eine breite Wählerschaft zu gewinnen. Andere Parteien konzentrieren sich wiederum auf einzelne Gruppen.
Weiter ergab die Befragung, dass nur 26 Prozent der Befragten die Linke als eine ganz normale Partei innerhalb des demokratischen Spektrums einordnen. Dagegen antworteten 30 Prozent, die Partei vertrete teilweise Positionen, die außerhalb des demokratischen Parteienspektrums lägen. Und 21 Prozent kommen zu der Auffassung, dass die Linke außerhalb des demokratischen Parteienspektrums steht.
Die Linke war in der Hauptstadt erstmals stärkste Kraft geworden. Vieles deutet darauf hin, dass die Partei mit Grünen und SPD eine Dreier-Koalition bildet. Trotz gemeinsamer Schnittmengen wird die Regierungsbildung aber kein Selbstläufer: Nach Vorfällen bei Linken-Wahlpartys am Wahlabend forderten Grüne und SPD vor einer möglichen Zusammenarbeit von der Partei unter anderem ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus. (Quellen: dpa, Bundeszentrale für politische Bildung, Handelsblatt) (no)