Umfrage-Schock: AfD stärkste Partei – doch 83 Prozent ihrer Anhänger fordern ein völlig neues System
Stand: 24.09.2026, 13:16 Uhr
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Neue Allensbach-Umfrage: AfD legt zu, Vertrauen in Demokratie sinkt.
Berlin – Das Institut für Demoskopie Allensbach hat am 24. September 2026 seine neueste Sonntagsfrage für die FAZ veröffentlicht. Eine begleitende Studie des Instituts zeigt zudem, wie tief das Misstrauen unter AfD-Anhängern gegenüber dem politischen System sitzt.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die AfD erneut klar vorn liegen. Die Partei kommt auf 28,0 Prozent, mit fünf Punkten Vorsprung vor der zweitplatzierten Union:
- CDU/CSU legt ebenfalls leicht zu und steht bei 23,0 Prozent, ein Plus von einem halben Punkt gegenüber der Vorumfrage.
- SPD bleibt bei 13,0 Prozent und damit gegenüber der Vorumfrage unverändert.
- Die Grünen gewinnen einen Punkt hinzu und stehen nun bei 14,0 Prozent.
- FDP verliert einen Punkt und fällt auf 5,0 Prozent.
- Die Linke gibt ebenfalls einen Punkt ab und liegt nun bei 10,0 Prozent.
Die sonstigen Parteien bleiben unverändert bei 7,0 Prozent.
Schwarz-Rot bleibt bei 36 Prozent
CDU/CSU und SPD kommen zusammen auf 36,0 Prozent. Das ist ein leichtes Plus gegenüber der Vorumfrage, ändert aber nichts daran, dass die Koalition weit von einer eigenen Mehrheit entfernt bleibt.

Dieselbe Erhebung zeigt auch, wie AfD-Anhänger über das politische System denken: 73 Prozent von ihnen betrachten das derzeitige System als bloße Scheindemokratie, die den Bürgern keine echte Mitsprache ermögliche. Nur 37 Prozent von ihnen halten die Demokratie für die beste Staatsform – in der Gesamtbevölkerung sind es dagegen rund zwei Drittel.
AfD-Anhänger sehen politisches System als Scheindemokratie
Auch bei der grundsätzlichen Zufriedenheit mit der demokratischen Grundordnung zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Während in der Gesamtbevölkerung nur eine Minderheit unzufrieden ist, trifft das auf 69 Prozent der AfD-Sympathisanten zu.
Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach einem grundlegend veränderten politischen System in Ostdeutschland und in schwächeren sozialen Schichten – am stärksten jedoch unter AfD-Anhängern, von denen 83 Prozent diese Ansicht vertreten.
Das Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit ist unabhängig von Parteipräferenzen begrenzt: Nur sieben Prozent der Befragten haben großes Vertrauen darin, dass die Politik die richtigen Entscheidungen trifft, 53 Prozent äußern nur begrenztes Vertrauen. Jeder Dritte spricht der Politik sein Misstrauen aus – vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 17 Prozent.
Über die Umfrage
Für die aktuelle Sonntagsfrage befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Zeitraum vom 4. bis 16. September 2026 insgesamt 1.051 Personen face to face, also in persönlich-mündlichen Interviews nach Quotenvorgaben. Die Vorumfrage stammt aus dem Zeitraum vom 1. bis 13. August 2026 mit 1.039 Befragten.
Die Sonntagsfrage zeigt, welche Partei die Menschen wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre.
Über das Institut
Das Institut für Demoskopie Allensbach zählt zu den ältesten Meinungsforschungsinstituten Deutschlands und erhebt seine Sonntagsfrage regelmäßig im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Anders als viele andere Institute setzt Allensbach auf persönlich-mündliche Befragungen mit einer Feldzeit von rund zwei Wochen.
Hinweis zu Umfragen
Wahlumfragen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Wechselnde Parteipräferenzen und spontane Wahlentscheidungen können die Resultate beeinflussen. Sie zeigen daher nur die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung und sind keine genaue Prognose des Wahlergebnisses.
Bei Stichprobengrößen von etwa 1.000 bis 2.000 Personen liegt die statistische Fehlertoleranz – je nach Anteilswert – bei ungefähr 1,5 bis 3 Prozentpunkten.