Rot-Weiss Essen: Umstrittene Szene gegen Havelse – Ex-Bundesliga-Schiri sieht RWE im Mega-Glück
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Es war die Aufreger-Szene im ersten Heimspiel von Rot-Weiss Essen in dieser Saison gegen den TSV Havelse (1:0). Gästetrainer Samir Ferchichi schimpfte schon unmittelbar nach Abpfiff am Mikrofon von Magenta Sport über die Situation – und bekam nun Zuspruch von einem prominenten Ex-Schiedsrichter.

Auslöser des Ärgers war ein Zweikampf zwischen Havelses Angreifer Alexander Guiddir und dem Essener Innenverteidiger Max Geschwill. Die RWE-Abwehr war hoch aufgerückt, da kam ein langer Ball auf den TSV-Stürmer, der auf das Tor von Jakob Golz zusprinten wollte. Beim Zweikampf ging der nicht ideal positionierte Geschwill zu Boden und brachte Guiddir mit den Beinen zu Fall. Schiedsrichter Michael Näther verwehrte Havelse den Pfiff, stattdessen bekam ihn der Essener. Wenige Augenblicke später kam RWE-Angreifer Dickson Abiama im Strafraum der Havelser zu Fall, Näther entschied auf Elfmeter und Samir Telalovic erzielte das 1:0 für die Hausherren.
Rot-Weiss Essen: Rafati sieht Fehlentscheidung vor 1:0
Laut Babak Rafati hätte es zu all dem gar nicht kommen dürfen, ging nach seiner Einschätzung dem ganzen doch eine Fehlentscheidung voraus. Ein Foul von Guiddir sei nicht erkennbar gewesen. „Geschwill wird auch nicht im Gesicht getroffen, wie es den Anschein macht. Vielmehr liegt ein Verstolpern vor, das selbstverschuldet ist, und ein Zusammenprall, für den keiner etwas kann“, so Rafatis Einordnung bei Liga3-online.de.

Babak Rafati pfiff einst in der Bundesliga© dpa | Roland Weihrauch
„Anschließend“, führt der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter aus, „nimmt der Verteidiger beim Hinfallen auf den Boden das Bein heraus, bringt den Angreifer zu Fall und hindert ihn am Weiterlaufen auf das Tor. Es hätte somit einen Freistoß für den Angreifer geben müssen und die Rote Karte gegen Geschwill, da er dem Angreifer eine klare Torchance vereitelt, sodass eine Notbremse vorliegt.“
RWE gegen Havelse im Glück
Rafatis klares Fazit: „Eine Fehlentscheidung, zu diesem Fehlurteil zu kommen. Es wäre im Anschluss nicht mehr zur Elfmeterszene auf der anderen Seite gekommen.“ Dem 56-Jährigen zufolge regte sich Ferchichi also völlig zu Recht über Näthers Auslegung auf.
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So glücklich die Führung für RWE nach dieser Einordnung war, so wenig dürfte es die Essener im Nachgang interessieren, stand am Ende doch der so wichtige erste Saisonsieg zu Buche. Und dieser war, unabhängig von der Entscheidung des Schiedsrichters und mit Blick auf den Spielverlauf, auch verdient.