UN-Bericht zum Klimawandel: Das 1,5-Grad-Ziel wird gerissen

Das Ziel des Pariser Klimaabkommens lässt sich aus Sicht der Vereinten Nationen nicht mehr halten. Aktuell steuert die Erde auf eine Erwärmung um 2,6 Grad zu.

Das von der US-Raumfahrtbehörde NASA zur Verfügung gestellte Foto, das Astronaut Bill Anders an Bord von Apollo 8 aufnahm, zeigt die Erde, wie sie hinter der Mondoberfläche hervorschaut, während das erste bemannte Raumschiff den Mond umkreiste.
Kleiner Planet im Weltall sucht dringend nach Kühlung. Die Erde über dem Mond, aufgenommen 1968 aus dem Raumschiff Apollo 8

Foto: Bill Anders/NASA/dpa

kna/epd/dpa/taz | Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, lässt sich aus Sicht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) nicht mehr halten. Die Welt befinde sich auf dem Weg zu einer Erderwärmung von 2,6 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN-Organisation. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens sei nur dann noch erreichbar, wenn die globale Durchschnittstemperatur nach einem zwischenzeitlichen Überschreiten dieses Limits wieder abgesenkt werden könne.

„Weltweit zeigen extreme Hitzewellen bereits, dass die Auswirkungen des Klimawandels schneller eintreten, heftiger ausfallen und länger anhalten werden – was mehr Menschenleben kosten und tiefgreifendere Störungen verursachen wird“, sagte Inger Andersen, Exekutivdirektorin des Unep. Es bestehe jedoch noch eine Möglichkeit, den Temperaturanstieg unter der kritischen Marke von 1,5 Grad zu halten. „Jetzt ist es an der Zeit, unsere Klimaschutzbemühungen zu verstärken – und nicht, sie aufzugeben“, betonte Andersen bei der Vorstellung des Berichts in Nairobi.

„Die sengende Hitze, die verheerenden Waldbrände und die tödlichen Überschwemmungen dieses Sommers sind eine Warnung vor dem, was uns bevorsteht“, betonte auch UN-Generalsekretär António Guterres. Deshalb müsse es darum gehen, die Überschreitung so gering und die Rückkehr unter die 1,5-Grad-Marke so schnell wie möglich zu gestalten, erklärte Guterres.

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Aktuell sieht es allerdings nicht danach aus. Dem Bericht zufolge befindet sich die Welt dem Bericht auf einem Weg, der zu etwa 2,6 Grad Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit führen würde. Vieles deute darauf hin, dass die 1,5-Grad-Grenze bereits in den kommenden Jahren dauerhaft überschritten werde. Selbst im optimistischsten Szenario, wenn sehr schnell und umfassend reagiert würde, könne der Höchstwert auf 1,8 Grad über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, sagte Debra Roberts, eine der Autorinnen des Berichts.

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