Unwetter in der Sächsischen Schweiz: Mann von Baum erschlagen – Nationalpark gesperrt

Unwetter in der Sächsischen Schweiz verwüstet Nationalpark und kostet einen Mann das Leben

Stand: 01.08.2026, 17:38 Uhr

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Einsatzkräfte stehen im Bereich der Felsenbühne Rathen. Bei einem Unwetter in Sachsen ist ein Mann ums Leben gekommen.

Einsatzkräfte stehen im Bereich der Felsenbühne Rathen. Bei einem Unwetter in Sachsen ist ein Mann ums Leben gekommen. © Jonas Schubert/dpa

Ein schweres Unwetter ist über Sachsen gezogen. Erst am Morgen zeigt sich das ganze Ausmaß der Verwüstung. Die Aufräumarbeiten werden mehrere Tage dauern.

Rathen  – Ein schweres Unwetter hat am Freitagabend (31. Juli) die Sächsische Schweiz getroffen und ein Todesopfer gefordert. In Rathen wurde ein 28 Jahre alter Mann auf einem Zugangsweg zur Felsenbühne von einem umstürzenden Baum erschlagen. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt, zehn erlitten leichtere Verletzungen. Insgesamt 40 Menschen mussten evakuiert werden.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor schwere Unwetter für weite Teile Sachsens angekündigt – darunter auch für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Gewarnt wurde vor starken Gewittern, Blitzschlag und umstürzenden Bäumen. Die Bergwacht bezeichnete das Ereignis als „sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle“.

„Die Lage vor Ort ist katastrophal“: Heftiges Unwetter zieht über Nationalpark in Sachsen

Die Dunkelheit und das unwegsame Gelände erschwerten die Rettungsarbeiten in der Nacht erheblich. „Es ist vor Ort sehr unübersichtlich“, erklärte ein Polizeisprecher. Hubschrauber mit Wärmebildkamera und eine Drohnenstaffel der Bergwacht wurden zur Suche nach weiteren Betroffenen eingesetzt. Zunächst wurden noch Menschen vermisst – gegen 23:22 Uhr konnte die Rettungsleitstelle Dresden jedoch Entwarnung geben: Es lägen keine Vermisstenmeldungen mehr vor.

Die Felsenbühne Rathen – eines der größten Freilichttheater Sachsens – wurde durch das Unwetter beschädigt. Die für Freitagabend geplante Vorstellung „Der kleine Horrorladen“ war bereits abgesagt worden. Spielstättenleiter Johannes Gärtner sagte den Spielbetrieb bis einschließlich Montag ab. Das Ensemble blieb unverletzt. „Die Lage vor Ort ist katastrophal“, wurde Gärtner am Samstagmorgen von der Sächsischen Zeitung zitiert. Ein Reporter vor Ort sprach von einer „Schneise der Verwüstung“.

Drohnenstaffel der Bergwacht machte sich nach Unwetter ein Bild von der Verwüstung

.Am Samstag (1. August) überflogen Drohnenstaffeln der Bergwacht Sebnitz und des Technischen Hilfswerks (THW) Dippoldiswalde das Gebiet, um das Ausmaß der Schäden zu kartieren. Laut Kreisbrandmeister Björn Rosenkranz sind rund 30 Kräfte im Einsatz – nach rund 100 Rettern in der Nacht. Das Gebiet ist weder passierbar noch räumbar; durch umgestürzte und schräg liegende Bäume bestehe weiterhin Lebensgefahr.

Auch der Amselsee-Bootsverleih und eine nahegelegene Wanderrast wurden schwer beschädigt – die Hütte liegt unter umgestürzten Bäumen. Teile des Nationalparks Sächsische Schweiz sind bis auf Weiteres gesperrt, betroffen sind die Gebiete zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal. Nach ersten Schätzungen erstreckt sich das Schadensgebiet auf rund 25 Hektar. Sachsenforst spricht von einem „sehr, sehr starken lokalen Sturmereignis“. Die Aufräumarbeiten dürften sich bis in die kommende Woche erstrecken.