Unwetter treffen Urlaubsregionen in Italien: Straßen wegen Erdrutsch gesperrt – Grundschule evakuiert

Stand: 18.09.2026, 08:13 Uhr

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Unwetter treffen Italien: Erdrutsche blockieren Straßen, Unterführungen laufen voll – und in einer Grundschule müssen die Kinder abrupt das Gebäude verlassen.

Como – Ein Blitzeinschlag nahe der Grundschule „Giacomo Puccini“ in Torre del Lago bei Lucca in der Toskana legt die Elektrik des Gebäudes lahm. Die Schulleitung lässt die Schule umgehend räumen. Alle Kinder kehren unverletzt nach Hause zurück, während Techniker der Gemeinde anrücken, um den Schaden zu beheben. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, ist dieser Vorfall am Donnerstag (17. September) nur einer von Dutzenden, der zeigt, wie flächendeckend die Unwetterfront Italien trifft.

Ein Erdrutsch hinterlässt Schlamm und Geröll auf einer Straße in Como.

Ein Erdrutsch hinterlässt Schlamm und Geröll auf einer Straße in Como. © Vigili del Fuoco

Besonders schwer trifft es den Norden. Nächtlicher Starkregen löst in Como in der Lombardei gleich mehrere Erdrutsche aus. Schlamm und Geröll verschütten die Hauptverbindung nach Lecco, die Straße ist komplett gesperrt. In einem angrenzenden Wohngebiet droht ein Erdrutsch, eine Gasleitung zu beschädigen – die Feuerwehr sichert das Areal und riegelt auch diese Zufahrt ab. Am Bahnhof Como Camerlata blockieren Trümmerteile die Gleise. Der Regionalanbieter Trenord streicht vier Verbindungen. Reisende müssen Verspätungen von durchschnittlich einer halben Stunde einplanen.

„Ereignis ohne jüngste Vergleiche“: Starkregen flutet Empoli und löst Wohnhausbrände aus

Auch in Empoli in der Provinz Florenz steht das Stadtzentrum nach heftigen Niederschlägen großflächig unter Wasser. Der Pegel erreicht in einigen Straßen zehn Zentimeter, Keller und Tiefgaragen laufen voll. Das eindringende Wasser verursacht zudem Kurzschlüsse, die in zwei Wohnhäusern Brände auslösen. Immer wieder rückt die Feuerwehr aus, um blockierte Autofahrer aus gefluteten Unterführungen zu befreien. Das regionale Nachrichtenportal Corriere Fiorentino zitiert die Stadtverwaltung mit eindrücklichen Zahlen, um das Ausmaß zusammenzufassen: „43 Millimeter Regen in einer halben Stunde in einem begrenzten Gebiet – ein Ereignis ohne jüngste Vergleiche.“

Ähnlich angespannt ist die Lage an der Tyrrhenischen Küste. In den Badeorten Viareggio und Massa-Carrara stehen Senken und Unterführungen unter Wasser. Abschnitte der Küstenstraße sind blockiert, der Wochenmarkt auf der Strandpromenade ist abgesagt. Im nordöstlichen Friaul-Julisch Venetien meldet der Zivilschutz derweil 38 Einsätze binnen weniger Stunden. In Triest, Udine, Lignano Sabbiadoro und umliegenden Gemeinden kämpfen die Einsatzkräfte mit Überflutungen, umgestürzten Bäumen und unpassierbaren Fahrbahnen.

Die Unwetter erfassen damit von Nord nach Süd weite Teile des Landes. Für die Region Kampanien rufen die Behörden ab Mittwochabend die gelbe Warnstufe aus – sie rechnen mit lokalen Sturzfluten, Hagelschlag und schweren Böen. Weil das Erdreich dort durch zurückliegende Waldbrände bereits geschwächt ist, warnen die Behörden in Kampanien vor einer besonders hohen Gefahr durch Erdrutsche und Steinschlag. Jüngst gab es auch Tote bei schweren Unwettern in Italien. (Quellen: ansa.it, corrierefiorentino.corriere.it) (sk)