Unerwartet: Uralte 3dfx-Voodoo-GPUs erhalten neue Treiber unter Linux

Der kommende Linux-Kernel 7.3 bringt ein unerwartetes Update für Retro-Fans. Grafikkarten des seit 25 Jahren insolventen Herstellers 3dfx erhalten neue Treiberfunktionen. Damit lassen sich die alten Beschleuniger auf neue Weise nutzen.

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3dfx/Nvidia

Unerwartetes Update für Retro-Systeme

Eigentlich ist Linux gerade dabei, Altlasten loszuwerden, was unter anderem zu neuen CPU-Anforderungen führt. Indes werden jedoch immer wieder neue Treiber für alte AMD-GPUs und sogar noch ältere ATI-Grafikkarten in den Kernel integriert. Mit der kommenden Version 7.3 bringt das Open-Source-Betriebssystem jetzt eine weitere Aktualisierung für Uralt-Grafikkarten mit, deren Hersteller schon vor rund 25 Jahren vom Markt verschwand.

So integrieren die Entwickler neue Funktionen für die Modelle der dritten, vierten und fünften Voodoo-Generation von Hersteller 3dfx. Das ermöglicht es, die alten Beschleunigerkarten auf Rechnern zu starten, die nicht auf der x86-Architektur basieren.

Im Zentrum der Neuerungen steht der Framebuffer-Treiber TDFXFB. Bislang setzte die Software voraus, dass die Firmware des Computers das Video-BIOS der Grafikkarte bereits beim Systemstart ausführt. Auf exotischen Plattformen oder modernen Mainboards schlägt das oft fehl. Der überarbeitete Treiber liest nun Konfigurationsdaten direkt aus dem Video-BIOS aus und initialisiert die Hardware selbstständig. Das erlaubt den Betrieb in Rechnern wie etwa dem Amiga 4000.

KI hilft

Das Unternehmen 3dfx dominierte in den späten neunziger Jahren den Markt für Grafikbeschleuniger, bevor Nvidia den Konkurrenten im Jahr 2000 aufkaufte. Seitdem blieben die verbliebenen Karten begehrte Sammlerobjekte für Retro-Fans, die alte Computerspiele auf der originalen Hardware erleben wollen.

Wie Phoronix berichtet, trieb der Open-Source-Entwickler Daniel Palmer die Integration voran. Bei der Fehlersuche für den Support auf dem Amiga nutzte Palmer Claude Fable 5, das beim Erstellen eines Emulators half. Neben der reinen Bildausgabe arbeitet der Entwickler an einer experimentellen Grafikschnittstelle. Mit einer schlanken OpenGL-Implementierung lässt sich der Spieleklassiker Quake laut Palmer bereits spielen. Der Titel war seinerzeit ein Aushängeschild für die Leistungsfähigkeit der Voodoo-Chips.

Das Update bringt zudem Verbesserungen für historische Atari-Computer mit sich. Der ATAFB-Treiber unterstützt nun zusätzliche Farbtiefen, darunter ein Format mit 16 Bit. Ferner fügten die Programmierer Code für den SuperVidel SuperBlitter hinzu. Dabei handelt es sich um einen Hardware-Koprozessor, der bei Atari-Falcon-Rechnern für einen schnelleren Bildaufbau sorgte und komplexe Pixel-Operationen spürbar beschleunigte.

Grenzen der Voodoo-Rückkehr

Trotz der Fortschritte verwandelt das Update eine Voodoo-Karte nicht in einen Grafikbeschleuniger für aktuelle Desktop-Systeme. Die genutzte FBDEV-Schnittstelle gilt als veraltet und bietet keine Hardware-Beschleunigung für moderne Display-Server wie Wayland. Dennoch ergeben sich für Retro-Enthusiasten neue Möglichkeiten. Das liegt vor allem an der eigenständigen Initialisierung des Video-BIOS durch den angepassten Treiber.

So lassen sich die Karten künftig leichter an virtuelle Maschinen durchreichen. Ein modernes Host-System kann die Voodoo-Hardware an ein altes Gast-Betriebssystem übergeben, das dann mit den Originaltreibern aus den neunziger Jahren arbeitet. Solche Projekte erfordern allerdings tiefgehendes technisches Wissen bei der Konfiguration, da die alte Hardware nie für moderne Virtualisierungstechniken konzipiert wurde.

Das Update weckt echte PC-Nostalgie. Habt ihr früher selbst eine Voodoo-Karte genutzt oder plant ihr ein Retro-Projekt? Teilt eure Erinnerungen und Meinungen in den Kommentaren mit!

Zusammenfassung

  • Linux 7.3 bringt überraschende Updates für 3dfx-Voodoo-Grafikkarten
  • Der überarbeitete Treiber liest das Video-BIOS nun selbst aus
  • Voodoo-Grafikkarten laufen damit auf Plattformen wie dem Amiga 4000
  • Bei der Entwicklung half künstliche Intelligenz
  • Zudem gibt es Verbesserungen für historische Atari-Computer-Systeme
  • Das Durchreichen der Retro-Hardware an VMs wird künftig erleichtert

Siehe auch:

  • FPS-Boost für Linux: Nutzer alter Hardware profitieren bald von Update
  • Linux 7.2 ist da: Linus Torvalds gibt neuen Kernel frei - Das ist neu
  • Linux mit neuer CPU-Anforderung: Ohne TSC läuft zukünftig nichts mehr
  • Xbox-Spiele nativ für Linux: Open-Source-Projekt Xodus macht Hoffnung
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