Urlaub in Griechenland: Paradies für Raucher – anderswo drohen hohe Kosten

KI-Stimme. Info

Deutschland erhöht die Tabaksteuer. Mit derzeit 9 bis 10 Euro pro Packung liegt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich im Mittelfeld, bis 2030 soll der Preis auf bis zu 12 Euro steigen. In Ländern wie Polen, Tschechien und Bulgarien sind Zigaretten weiter sehr günstig: Eine Packung dort kostet oft weniger als 5 Euro. Teurer sind Zigaretten in den Niederlanden, Frankreich oder Norwegen. Preisspitzenreiter ist Irland. Dort fährt die Regierung seit einiger Zeit einen harten Kurs, um die Zahl der Raucher und die Folgeschäden deutlich zu reduzieren. Eine 20er-Packung Zigaretten kostet etwa 19 Euro, und es gibt strenge Rauchverbote, etwa in Restaurants, samt hoher Strafen. Der Überblick unserer Korrespondenten:

Griechenland

In Griechenland kosten internationale Zigarettenmarken zwischen 4,60 und 5 Euro, einheimische Marken gibt es für 4 bis 4,50 Euro. Vom Endpreis entfallen bis zu 85 Prozent auf Tabak- und Mehrwertsteuer. Infolge der neuen EU-Richtlinien zur Tabaksteuer wird sich die Packung Zigaretten voraussichtlich auf 6,50 Euro verteuern.

Bis 2010 galt Griechenland als Raucherparadies. Markenzigaretten kosteten unter 3 Euro. Mit der Finanzkrise der 2010er-Jahre verteuerte sich das Rauchen stark. Tabak- und Sondersteuern auf Zigaretten wurden versechsfacht. Der offizielle Zigarettenkonsum brach während der Krise zeitweilig um bis zu 40 Prozent ein, dafür explodierte jedoch der illegale Schwarzmarkt. Schätzungen zufolge ist jede fünfte in Griechenland gerauchte Zigarette Schmuggelware.

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Eine Hand drückt eine Zigarette an einem Zigaretten-Mülleimer aus.

Verkauft werden Tabakprodukte nicht in Supermärkten, sondern an Kiosken und in Minimärkten. In Büros und an Arbeitsstätten darf nicht geraucht werden. In der Gastronomie ist das Rauchen nur in den Außenbereichen gestattet – kein Problem für Raucher, weil man hier auch im Winter meist draußen sitzen kann. Die Regelung wird in den Städten meist respektiert. Dagegen wird auf dem Land in den Tavernen und Kaffeehäusern größtenteils weiter gequalmt. Rauchverbote im Freien, etwa in Parks oder an Stränden, gibt es nicht. Kein Wunder: 36 Prozent der über 15-Jährigen in Griechenland rauchen – gegenüber 24 Prozent im EU-Durchschnitt. (ghö)

USA

In den USA gibt es für Glimmstängel keinen Einheitspreis. Eine Schachtel Zigaretten kostet im Schnitt zehn Dollar, in Niedrigsteuerstaaten wie Missouri eher acht Dollar, in New York oder Minnesota auch leicht zwölf Dollar. Die Steuerstruktur ist föderal: Auf jede Packung kommen 1,01 Dollar Bundessteuer; dazu kommen Bundesstaaten- und teils Lokalsteuern. Die Spanne reicht von 17 Cent in Missouri bis 5,35 Dollar in New York, wo New York City zusätzlich kassiert. Im Januar 2026 lag die durchschnittliche staatliche Zigarettensteuer bei 2,05 Dollar je Packung.

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Zohran Mamdani neben einer US Flagge

Über die vergangenen 20 Jahre sind Rauchen und Zigarettenkauf sichtbar teurer und unattraktiver geworden. Die Bundessteuer sprang 2009 von 39 Cent auf 1,01 Dollar; viele Bundesstaaten erhöhten seither weiter. Zugleich sanken die Raucherquoten stark: 2024 rauchten noch 9,9 Prozent der Erwachsenen Zigaretten, 2025 nach vorläufigen CDC-Zahlen noch rund neun Prozent. Rauchverbote sind Sache der Bundesstaaten und Kommunen. 28 Staaten plus Washington D.C. haben umfassende Rauchverbote für Arbeitsplätze, Restaurants und Bars; andernorts gelten lückenhafte Regeln. Vor Gebäuden sind häufig Abstände zu Eingängen vorgeschrieben, aber nicht einheitlich.

Gesellschaftlich ist Rauchen heute deutlich stärker stigmatisiert als vor 20 Jahren. In Cafés und Restaurants ist es in großen Städten praktisch verschwunden; am ehesten sichtbar bleibt es vor Türen, in ländlicheren Gegenden, Casinos oder Bars mit Ausnahmen. Zigaretten sind weiterhin breit erhältlich: an Tankstellen, in Supermärkten, Drogerien und Tabakläden. Seit Ende 2019 gilt bundesweit: Verkauf nur ab 21 Jahren. (diha)

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Italien

Wer in Italien rauchen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als noch vor 20 Jahren. Eine Schachtel mit 20 Zigaretten kostet heute je nach Marke meist zwischen sechs und 7,50 Euro. Den größten Anteil am Preis machen Steuern aus. Zigaretten sind in Italien ausschließlich in lizenzierten Tabakgeschäften („Tabacchi“) erhältlich. Zusätzlich können sie an Zigarettenautomaten gekauft werden, die jedoch nur nach elektronischer Alterskontrolle freigeschaltet werden. Supermärkte dürfen Tabakwaren nicht verkaufen. Beim Nichtraucherschutz zählt Italien zu den Vorreitern Europas. Bereits seit 2005 gilt ein weitreichendes Rauchverbot in allen geschlossenen öffentlichen Räumen, darunter Restaurants, Bars und Cafés. Im Freien ist Rauchen grundsätzlich erlaubt, allerdings verschärfen einzelne Städte ihre Vorschriften. Die strengen Regeln stoßen inzwischen auf breite Akzeptanz. (mta)

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Polen

Raucher in Polen schrecken weder die drastischen Bilder auf den Zigarettenpackungen noch die immer höheren Preise ab. Knapp neun Millionen Polen und Polinnen – rund 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – sind bereit, für eine Schachtel Zigaretten rund 24 Zloty auszugeben. Das sind umgerechnet 5,50 Euro.

Die Preise werden weiter steigen, da die liberal-konservative Tusk-Regierung mit ihren Tabaksteuern an das durchschnittliche EU-Niveau anschließen will. Zudem sind die volkswirtschaftlichen Kosten mit jährlich rund 92 Milliarden Zloty (ca. 22 Mrd. Euro) wesentlich höher als der Ertrag durch die Tabaksteuer.

Polens Regierungen heben seit den 2000er-Jahren immer wieder die Tabaksteuer an, um den Konsum zu drosseln. Zudem wurde das Rauchen in Restaurants, Cafés und öffentlichen Räumen verboten oder stark eingeschränkt. Erlaubt sind Raucherzimmer, sodass der Zigarettenrauch die anderen Gäste oder Nutzer weder belästigt noch zum Passivmitrauchen zwingt.

Trotz der hohen Preise und der vielen Einschränkungen ist die Nachfrage nach Zigaretten in Polen ungebrochen, sodass sie auch fast überall zu kaufen sind: in Supermärkten, Kiosken und Tankstellen. Tabakläden, die neben Zigaretten auch Zigarren, Kau- und Schnupftabak sowie elektronische Zigaretten und die dazugehörigen Liquids anbieten, gibt es nur vereinzelt in großen polnischen Städten. (gl)

Frankreich

In Frankreich kostet eine Schachtel Zigaretten im Schnitt gut 12 Euro – je nach Marke liegt der Preis zwischen 11,50 und 13,50 Euro. 80 Prozent des Verkaufspreises entfallen auf die Tabak- und die Mehrwertsteuer. In den vergangenen 20 Jahren wurden die Tabaksteuern schrittweise erhöht, was die Preise verdoppelt hat. Rauchen in geschlossenen öffentlichen Räumen, Restaurants, Cafés und Bars ist verboten. Auf Café-Terrassen ist es dagegen erlaubt. Rauchverbote gelten zunehmend auch vor Schulen, in Parks, an Stränden sowie teilweise vor öffentlichen Gebäuden. Zigaretten werden ausschließlich in staatlich konzessionierten Tabakläden, den „Tabacs“, verkauft, nicht in Supermärkten. Kollektive Proteste gibt es kaum mehr. Viele Junge drehen sich aber heute selbst ihre Zigarette – trotz erhöhter Schädlichkeit. (brä)

Nordeuropa

Im hohen Norden Europas regelt man den Tabakkonsum besonders streng. Norwegen setzt auf einen hohen Preis für Zigaretten. Mit bis zu 16 Euro pro Schachtel gehört das Land zur europäischen Spitze, der Großteil davon sind Steuern. Auch Finnland erhöht die Tabaksteuer Jahr für Jahr, selbst die günstigsten Packungen kosten über elf Euro. Schweden dagegen bleibt mit sechs bis sieben Euro vergleichsweise günstig und setzt dafür aber auf strenge Verbote: Seit 2019 ist das Rauchen dort auch im Freien untersagt – auf Caféterrassen, Spielplätzen und an Haltestellen. In Restaurants und Bars ist es in ganz Nordeuropa seit rund zwanzig Jahren verboten. 

Verkauft werden Zigaretten zwar weiter im Supermarkt und am Kiosk – aber unsichtbar. Der Kunde muss aktiv nach Tabakprodukten fragen. Diese Auflagen zeigen ihre Wirkung. Die Raucherquote liegt im Norden vergleichsweise niedrig. In Schweden liegt sie inzwischen bei unter 5 Prozent, womit das Land als „rauchfrei“ gilt. (aino)

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Zigarette

Spanien

Am Strand eine Zigarette anzünden? Das wird in Spanien an immer mehr Orten unerwünscht. Mehrere Hundert Strände sind bereits als rauchfreie Zonen ausgewiesen. Nun nimmt die Regierung auch die Café- und Restaurantterrassen ins Visier. Dort könnte das Rauchen künftig ebenso verboten werden wie an weiteren öffentlichen Plätzen im Freien. In Lokalen und am Arbeitsplatz gilt das Verbot bereits seit 2011. Auch Königin Letizia mischt sich in die Debatte ein. In einer Videobotschaft warnte sie: „Rauchen tötet, E-Zigaretten eingeschlossen.“ Die Schachtel kostet je nach Marke fünf bis sieben Euro. Vier Fünftel des Verkaufspreises entfallen auf Steuern. Verkauft wird sie vor allem in Tabakgeschäften und an Automaten. (ze)

Portugal

Portugal will bis 2040 eine „tabakfreie Generation“ erreichen. Bis dahin soll Rauchen Schritt für Schritt unattraktiver werden. Die Zahl der Verkaufsstellen soll sinken, für Automaten gelten strengere Regeln, neue Raucherbereiche sind kaum noch vorgesehen. In geschlossenen öffentlichen Räumen darf ohnehin meist nicht geraucht werden. Für eine Schachtel zahlen Raucher in der Regel 5,50 bis 6,50 Euro. Rund 80 Prozent des Verkaufspreises fließen als Steuern an den Staat. Große symbolische Verbote wie an Spaniens Stränden stehen dabei weniger im Vordergrund. Portugal dreht eher an vielen kleinen Stellschrauben – mit dem Ziel, die Zigarette nach und nach aus dem Alltag verschwinden zu lassen. (ze)

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Großbritannien

Großbritannien zählt zu den teuersten Ländern Europas für Raucher. Eine Packung kostet derzeit meist zwischen 14 und 20 Pfund (etwa 16 bis 23 Euro). Auf eine Packung mit 20 Zigaretten erhebt der Staat eine Tabaksteuer von etwa 7 Pfund (ca. 8,20 Euro) plus 16,5 Prozent des Verkaufspreises. Hinzu kommt eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent. Im Oktober werden die Abgaben erneut erhöht.

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Mit hohen Preisen und strengeren Regeln hat Großbritannien den Tabakkonsum in den vergangenen Jahren deutlich zurückgedrängt. Während 2011 noch etwa jeder fünfte Erwachsene rauchte, liegt die Quote heute bei rund zehn Prozent. Seit 2007 gilt ein Rauchverbot in Pubs, Restaurants, Büros und anderen geschlossenen öffentlichen Räumen. Auch das Rauchen im Auto ist verboten, wenn Kinder mitfahren. Zigaretten werden weiterhin in Supermärkten, Kiosken und Tankstellen verkauft, müssen dort aber verdeckt aufbewahrt werden. Seit 2017 gelten zudem Einheitsverpackungen mit abschreckenden Bildern und Warnhinweisen. Mit dem geplanten Gesetz für eine „rauchfreie Generation“ geht Großbritannien noch einen Schritt weiter: Menschen, die 2009 oder später geboren wurden, sollen ab 2027 nie legal Zigaretten kaufen dürfen. (kath)