Massenandrang richtet Chaos an: Beliebter Wanderweg in Italien bricht ein – jetzt folgt die Quittung
Urlaubermassen zerstören beliebten Wanderweg in Italien: Jetzt folgt die Quittung
Stand: 13.09.2026, 19:45 Uhr
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Massenandrang zerstört Wanderweg am Monte Canin in Friaul: Naturpark sperrt Abschnitt zur Sanierung – und appelliert an Urlauber.
Friaul – Ein beliebter Wanderweg am Monte Canin in Friaul hat den Massenandrang nicht mehr verkraftet – und muss jetzt zwangsweise saniert werden. Laut einer offiziellen Mitteilung des Naturparks Prealpi Giulie ist der stark frequentierte Abschnitt zwischen dem Rifugio Gilberti und der Sella Bila Pec für Wartungsarbeiten gesperrt: montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr, vom 14. September bis zum 2. Oktober. Der Weg ist durch den jahrelangen Massenandrang an mehreren Stellen eingebrochen, wie das norditalienische Portal il Dolomiti berichtet.

Das Gebiet rund um den Monte Canin gehört zu den beliebtesten Wanderzielen in der Region Friaul-Julisch Venetien. Viele Besucher nehmen die Seilbahn von Sella Nevea hinauf und starten dann zu Fuß Richtung Sella Bila Pec. Das Problem: Immer mehr Menschen weichen vom markierten Pfad ab und legen dabei wilde Abkürzungen an. „In den letzten Jahren haben wir eine gewisse Verschlechterung des Weges festgestellt, sowie eine Reihe von ‚Abkürzungen‘, die gegenüber dem ursprünglichen Weg entstanden sind und die Erosion verstärkt haben“, sagt Giulio Goi, der Verantwortliche des Naturparks, gegenüber il Dolomiti. Für ein Wanderer-Paar wurde ein gesperrter Wanderweg kürzlich zur Falle.
Der Wanderweg in Italien ist auch ein alpiner botanischer Lehrpfad
Besonders brisant: Der betroffene Abschnitt ist gleichzeitig ein alpiner botanischer Lehrpfad – ein Naturjuwel mit seltenen Pflanzenarten. Doch genau diese leiden unter dem Trubel. Goi berichtet von einer „Verringerung des Wachstums und der Verbreitung bestimmter Pflanzenarten“. Wer mit glatter Schuhsohle über empfindliche Alpenpflanzen stapft, hinterlässt Schäden, die sich nicht von selbst beheben.
Dazu kommt ein Ausrüstungsproblem, das Parkchef Goi offen anspricht: „Viele Menschen, die mit der Seilbahn von Sella Nevea heraufkommen, haben nicht immer eine ideale Einstellung – ihr Ansatz ist oft der von Turnschuhen mit glatter Sohle, was immer zu vermeiden ist, aber bei großen Menschenmassen lässt sich das nicht auf null reduzieren.“
Eine vollständige Sperrung wollte der Park in Italien vermeiden
Der Naturpark betont in seiner offiziellen Mitteilung, dass man bewusst auf eine Totalsperre verzichtet hat. Außerhalb der Arbeitszeiten – also vor 9 und nach 15 Uhr – bleibt der Weg begehbar. Wanderer sollten die Einschränkungen bei der Tourenplanung berücksichtigen, auf geeignetes Schuhwerk achten und den markierten Weg nicht verlassen.
In Italien gibt es aber noch eine Reihe weiterer Wanderwege – einige sind bei Urlaubern noch relativ unbekannt. (Quellen: parcoprealpigiulie.it, il Dolomiti) (tt)