Ursache ungeklärt: Neue Risse und Löcher – Schäden an Brücke im Regionalverband bereiten Sorgen
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Ursache ungeklärt Neue Risse und Löcher – Schäden an Brücke im Regionalverband bereiten Sorgen
Kleinblittersdorf · Die Sanierungsgeschichte der Freundschaftsbrücke geht weiter. Diesmal sorgen Risse und Löcher im Belag für Ärger – und für eine offene Kostenfrage. Die Gemeinden warten auf Ergebnisse.
20.08.2026 , 07:16 Uhr
Im neuen Belag auf der Freundschaftsbrücke zwischen Groß- und Kleinblittersdorf sind Risse und Löcher aufgetaucht. Die Untersuchungen laufen.
Foto: Heiko Lehmann
Das Drama um die Freundschaftsbrücke zwischen Kleinblittersdorf in Deutschland und Großblittersdorf in Frankreich scheint kein Ende zu nehmen. Erst sorgten Flecken, Fußabdrücke und Bremsspuren für Ärger, jetzt sind Risse und Löcher im Belag aufgetaucht.
Schäden an Fußgängerbrücke werden untersucht
Erneut waren es Bürger, die sich wegen des Zustands der viel genutzten Fußgängerbrücke an die Verwaltung gewandt haben. Die Brücke muss aktuell zwar nicht gesperrt werden, die Schäden werden aber bereits untersucht, um die Ursachen zu finden.
Eine französische Fachfirma, die für den Belag zuständig war, wurde nach Angaben der Gemeinde informiert. Mitarbeiter waren bereits vor Ort und entnahmen Proben aus dem mehrere Zentimeter dicken Belag. Mit Ergebnissen der Untersuchungen, einem Plan für das weitere Vorgehen und Klarheit über mögliche zusätzliche Kosten rechnet die Gemeinde Kleinblittersdorf im Herbst.
Die lange Sanierungsgeschichte der Freundschaftsbrücke
Es ist das nächste Kapitel einer inzwischen längeren Sanierungsgeschichte. Vor einem Jahr wurde die Freundschaftsbrücke knapp zwei Monate lang aufwendig saniert und dafür mehrfach gesperrt. Unter anderem wurden das Korrosionsschutzsystem der Metallstruktur sowie der Bodenbelag mit einer rutschfesten Harzbeschichtung erneuert. Das Abflusssystem wurde instandgesetzt, das Geländer repariert und neu lackiert.
Rund 250.000 Euro kosteten die Arbeiten. Groß- und Kleinblittersdorf finanzierten die Sanierung zu gleichen Teilen. Kleinblittersdorf erhielt vom saarländischen Innenministerium eine Bedarfszuweisung in Höhe von 50 Prozent des Gemeindeanteils.
Falsche Bodenbelagsfarbe sorgte für erneute Sperrung
Doch schon Anfang dieses Jahres meldeten sich Bürger aus Deutschland und Frankreich bei ihren Kommunen. Der neue Bodenbelag hatte die falsche Farbe bekommen. Er war zu hell und dadurch besonders anfällig für Flecken, Fußabdrücke und Bremsspuren von Fahrrädern. Deshalb musste die Freundschaftsbrücke im April erneut für mehrere Tage voll gesperrt werden.
Anders als zunächst angenommen wurde dabei nicht der Belag ausgetauscht. Die helle Farbe wurde durch eine dunklere ersetzt. Die Kosten dafür konnten nach damaligen Angaben der Gemeinde noch aus dem für die Sanierung kalkulierten Gesamtfinanzierungspaket bezahlt werden.
Die Freundschaftsbrücke verbindet Kleinblittersdorf in Deutschland mit Großblittersdorf in Frankreich.
Foto: Heiko Lehmann
Schüler gestalten Willkommensgruß
Danach schien auf der Pont de l’amitié zunächst wieder alles in Ordnung zu sein. Im Juni machten sich zwölf Schüler der neunten und zehnten Klasse der Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf an die Arbeit. In drei Gruppen brachten sie innerhalb von vier Tagen den deutsch-französischen Willkommensgruß und die beiden Nationalflaggen auf dem Boden an. Die Schablonen hatte eine französische Künstlerin angefertigt. „Bienvenue – Herzlich Willkommen“ ist seitdem mitten auf der Brücke zu lesen. Jetzt könnte zumindest ein Teil dieser Arbeit betroffen sein.
Ob der Brückenbelag repariert werden kann oder umfangreichere Arbeiten notwendig werden, ist noch offen. Damit ist derzeit auch unklar, ob die Schüler ihre Bemalung zumindest teilweise noch einmal aufbringen müssen.
Gemeinde sucht nachhaltige Lösung
„Die Freundschaftsbrücke ist nicht nur ein wichtiges Symbol unserer deutsch-französischen Verbundenheit, sondern wird auch täglich von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Deshalb nehmen wir die festgestellten Schäden sehr ernst“, sagt Kleinblittersdorfs Bürgermeister Rainer Lang (SPD). Gemeinsam mit den zuständigen Stellen arbeite die Gemeinde daran, die Ursachen schnell zu klären und eine nachhaltige Lösung zu finden, damit die Brücke dauerhaft sicher genutzt werden könne.
Federführend für die Sanierungsarbeiten ist laut Vereinbarung die französische Seite. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Arbeiten von französischen Unternehmen ausgeführt wurden und werden. Das Département Moselle hat sie damit beauftragt.
Ursachen bleiben bislang ungeklärt
Was genau zu den Rissen und Löchern geführt hat, ist bislang ungeklärt. Damit bleibt vorerst auch die Kostenfrage offen. Erst wenn die Untersuchung abgeschlossen ist und feststeht, welche Arbeiten notwendig sind, dürfte klar sein, ob weiteres Geld benötigt wird und wer dafür aufkommen muss. (hck/ole)