US-Kongresswahlen - Auf welche jüngeren Köpfe die Demokraten setzen

US-Kongresswahlen
Auf welche jüngeren Köpfe die Demokraten setzen

Bei den US-Kongresswahlen am 3. November treten für die Demokratische Partei einige prominente jüngere Köpfe an. Sie symbolisieren den Generationswechsel in der Partei, den Anhänger nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2024 forderten. Drei Männer und eine Frau stehen beispielhaft für die verschiedenen Strömungen der Demokraten:

26.10.2026

James Talarico bei einem Auftritt in San Antonio, Texas,

James Talarico als einer der Hoffnungsträger der Demokraten. (picture alliance / NurPhoto / Aaron Smith)

JAMES TALARICO - US-Senatskandidat aus Texas

Der 37-Jährige gilt als einer der Hoffnungsträger der Demokraten. Er könnte seiner Partei in dem konservativen Südstaat erstmals seit gut drei Jahrzehnten einen der heiß begehrten Sitze im US-Senat in Washington sichern. Talarico, bisher Abgeordneter im texanischen Unterhaus, tritt gegen den Trump-Verbündeten Ken Paxton an, Generalstaatsanwalt in dem Bundesstaat. Manche Umfragen sehen Talarico vorne, andere sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus.

Der Demokrat, der ein protestantisches Priesterseminar besucht hat, geht mit christlichen Botschaften und Wirtschaftspopulismus auf Stimmenfang. Er wirbt offensiv um von Trump enttäuschte Republikaner und setzt auf Ausgleich statt Spaltung. "Ich werde Texas immer vor jede politische Partei stellen", sagte Talarico. Trump verunglimpft ihn als "Talafreako" und behauptet wahrheitswidrig, er sei Veganer, verabscheue texanische Steaks und halte Gott für ein Transgender-Wesen.

JON OSSOFF – Jüngster US-Senator aus Georgia

Mit 39 Jahren ist Ossoff der Jüngste im Senat in Washington, wo das Durchschnittsalter bei rund 65 Jahren liegt. Er ist zudem der erste jüdische Senator in dem Swing State Georgia und wirbt um seine Wiederwahl. In Umfragen liegt der Harvard-Absolvent und Verleger deutlich vor seinem Herausforderer, dem von Trump unterstützten republikanischen Kongressabgeordneten Mike Collins. Der Präsident beschimpft Ossoff als "schwachen, arroganten, hasserfüllten radikal linken Senator", obwohl er bei den Demokraten zu den Moderaten zählt. Ossoff warf dem 80-jährigen Trump im Gegenzug "seniles Gebrabbel" vor.

Obwohl Ossoff weiß ist, vergleichen ihn Strategen mit dem früheren Präsidenten Barack Obama - vor allem wegen seiner leidenschaftlichen Ansprachen, für die der telegene Politiker Obamas frühere Redenschreiber-Agentur nutzt. Obwohl ihm einige das nötige Charisma attestieren, bestreitet Ossoff höhere Ambitionen: "Ich habe null Interesse, für die Präsidentschaft zu kandidieren", sagte er mit Blick auf 2028.

ALEXANDRIA OCASIO-CORTEZ - US-Abgeordnete aus New York

Sie ist erst 37, aber mit die bekannteste Vertreterin des linken Flügels der Demokraten. Anders als Ossoff liebäugelt die New Yorkerin mit Wurzeln in Puerto Rico schon länger mit einer Präsidentschaftsbewerbung 2028. Vor fast acht Jahren zog sie als damals jüngste Abgeordnete in den Kongress in Washington ein. Sie dürfte ihr Mandat laut Umfragen problemlos gegen ihren republikanischen Gegner Diamant Hysenaj verteidigen.

"AOC", wie sie sich kurz nennt, wurde mit einer Graswurzelkampagne bekannt und ist Social-Media-Star, ihr folgen Millionen von Menschen. Trumps Vorwürfe, mit ihr und anderen Demokratischen Sozialisten stehe der "Kommunismus" vor der Tür, nennt sie "ziemlich dumm". Sie kämpft für Umweltschutz und eine linke Sozialpolitik und wirft Israel einen "Genozid" im Gazastreifen vor. Den von Trump mitausgelösten Iran-Krieg ohne Zustimmung des Kongresses nannte sie "eindeutig einen Grund für ein Amtsenthebungsverfahren" gegen den Präsidenten.

ABDUL EL-SAYED - Senatskandidat aus Michigan

Der 41-jährige El-Sayed hat sich neben Ocasio-Cortez und dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani zu einem der führenden Köpfe im linken Lager der Demokraten entwickelt. Der Mediziner will im nördlichen Bundesstaat Michigan einen US-Senatsposten für die Demokraten verteidigen, sein Parteigenosse Gary Peters scheidet im Januar mit dann 68 Jahren aus dem Amt. El-Sayed liegt in vielen Umfragen vor seinem Konkurrenten, dem früheren republikanischen Kongressabgeordneten Mike Rogers. Zuletzt schrumpfte sein Vorsprung aber.

El-Sayed, dessen Familie aus Ägypten stammt, wirbt für ein Ende der US-Hilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle Bürger und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE. Unterstützt wird er neben Ocasio-Cortez auch von dem bekannten Linken-Veteranen Bernie Sanders. Trump nennt den bekennenden Muslim "Mohammed" und beschimpft ihn als "Sympathisanten von Terroristen". El-Sayed konterte und nannte Trump einen "historisch korrupten" Präsidenten.

Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.