US-Unterhändler: Kushner führt in Ägypten Gespräche über Gazastreifen
US-Verhandler Jared Kushner ist zu Gesprächen über die Zukunft des Gazastreifens nach Ägypten gereist. Der Schwiegersohn des US-Präsidenten trifft auch Hamas-Vertreter.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP, AP,
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Aktualisiert am 16. August 2026, 19:14 Uhr
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14 KommentareJared Kushner hat in Ägypten Gespräche über die Zukunft des Gazastreifens geführt. Der US-Unterhändler und Schwiegersohn von US-Präsident Donald traf in El Alamein den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sissi, wie die Präsidentschaft mitteilte. Auch der ägyptische Außenminister Badr Abdel-Atti und Geheimdienstchef Hassan Raschad seien zugegen gewesen. Die Abgesandten Kushner und Nikolai Mladenow sollten zudem mit Vermittlern aus Ägypten, Katar und der Türkei zusammenkommen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomatenkreise.
Die islamistische Terrororganisation Hamas teilte mit, Kushner werde in Ägypten zudem eine Hamas-Delegation treffen. Die Zusammenkunft sei vom ägyptischen Geheimdienst vermittelt worden. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, Hamas-Vertreter hätten an einigen der Gespräche teilgenommen. Zuvor war eine Hamas-Delegation mit Geheimdienstchef Raschad zusammengetroffen.
Kushner soll offenbar nach Israel weiterreisen
Anschließend reise Kushner weiter zu Gesprächen in Israel, hieß es vonseiten der Hamas weiter. Er wolle dort Medienberichten zufolge unter anderem den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen.
Netanjahu hatte vor einer Woche gesagt, Israel lehne einen Fahrplan des sogenannten »Board of Peace« für den im Krieg großflächig zerstörten Gazastreifen ab. »Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist«, sagte Netanjahu. Außerdem bekräftigte der Regierungschef seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Der ranghohe Hamas-Vertreter Bassem Naim sagte dagegen, die Hamas bleibe dem Gaza-Fahrplan verpflichtet.
Trump hatte vergangenen Monat einen Durchbruch bei seinem Plan verkündet, dem beide Seiten zugestimmt hätten. Die Hamas teilte mit, sie habe zugestimmt, um eine Fortsetzung des Krieges zu verhindern. Die Umsetzung hänge jedoch davon ab, dass Israel seine Zusagen einhalte. Während der diplomatischen Bemühungen setzte Israel seine Luftangriffe im Gazastreifen fort. Nach Angaben aus medizinischen Kreisen wurden zuletzt bei Angriffen in Chan Junis und im Flüchtlingslager Nuseirat mehrere Menschen verletzt.
Nach dem Fahrplan des sogenannten Board of Peace sollen Israel und die Hamas die Kämpfe einstellen. Eine palästinensische Übergangsverwaltung soll mit Unterstützung einer internationalen Stabilisierungstruppe die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit übernehmen. Erst nach einer schrittweisen und international verifizierten Übergabe aller Waffen durch die Hamas nach Sektoren werde von Israel ein Abzug aus dem Gazastreifen erwartet, sagte Mladenow.
Ultrarechter Minister Ben-Gvir fordert gezielte Tötungen in Gaza
Der ultrarechte israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir forderte indes, gezielt Menschen im Gazastreifen zu töten. »Ich finde, es sollten in Gaza gezielte Tötungen ausgeführt werden, wobei jede Nacht 30 bis 40 ausgeschaltet werden. Nicht nur diejenigen, die eine unmittelbare Gefahr bedeuten – es gibt dort Menschen, die es nicht verdient haben, zu leben. Sie sollten nicht am Leben sein. Sie sind nicht einmal Menschen«, sagte Ben-Gvir in einem Podcast. Er kritisierte den Rückgang israelischer Angriffe in dem palästinensischen Gebiet. Ben-Gvir ist für seine besonders extremistischen Ansichten bekannt.
Er sprach sich auch für eine Massenvertreibung von Palästinenserinnen und Palästinensern aus dem Gazastreifen aus. Nach Einschätzung internationaler Anwälte könnte ein solches Vorgehen einer ethnischen Säuberung gleichkommen. Ben-Gvir, der als Minister für die Polizei und die Gefängnisse des Landes zuständig ist, gehört inzwischen zu den einflussreichsten Personen in Israel.