„Am Ende des Tages müssen wir JD wählen“: Trump soll Vance als Nachfolger wollen – Rubio holt stark auf

US-Wahl 2028: Trump soll Vance als Nachfolger favorisieren – doch Rubio holt stark auf

Stand: 09.08.2026, 06:31 Uhr

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Vizepräsident Vance führt in frühen Umfragen, doch Rubio verkürzt den Abstand deutlich. Auch bei den Demokraten ist das Rennen um 2028 noch offen.

Washington, D. C. – US-Vizepräsident JD Vance gilt weiter als früher Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028. Doch sein Vorsprung schmilzt in wichtigen Umfragen, während Außenminister Marco Rubio deutlich aufholt. Zugleich soll Präsident Donald Trump gegenüber Spendern erstmals klarer signalisiert haben, wen er sich als Nachfolger wünscht.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Das Rennen beginnt damit mehr als zwei Jahre vor der Wahl an Fahrt aufzunehmen. Noch hat keiner der prominenten möglichen Kandidaten seine Bewerbung offiziell angekündigt. Die Zwischenwahlen im November dürften deshalb entscheidend dafür werden, wer sich anschließend tatsächlich für das Weiße Haus positioniert.

JD Vance und Marco Rubio stehen bei einem Treffen im Weißen Haus neben Donald Trump.

US-Vizepräsident JD Vance (links) und Außenminister Marco Rubio (rechts) bei einem Treffen im Weißen Haus im April 2026. In frühen Umfragen zur US-Wahl 2028 liegt Vance vorn, doch Rubio holt deutlich auf. © Brendan Smialowski/AFP

US-Wahl 2028: Trump soll Spendern Unterstützung für JD Vance signalisiert haben

„Am Ende des Tages müssen wir JD wählen“, soll Trump vor rund zwei Wochen bei einem Treffen mit Spendern im Oval Office gesagt haben. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf zwei Personen, die mit den Äußerungen vertraut seien. Öffentlich hielt sich Trump bislang mit einer eindeutigen Festlegung zurück.

Auf Nachfrage von Reportern bestritt der Präsident am Donnerstag (6. August), Vance bereits unterstützt zu haben. „Nein, nein“, so Trump. „Ich finde ihn großartig, aber es ist viel zu früh, um überhaupt darüber nachzudenken.“ Die unterschiedlichen Signale zeigen, dass Trump zwar offenbar Sympathien für seinen Vizepräsidenten hat, sich öffentlich aber noch nicht auf einen Nachfolger festlegen will.

JD Vance führt gegen Alexandria Ocasio-Cortez und Gavin Newsom

In einer landesweiten Umfrage von Zogby Analytics aus dem Juli liegt Vance in hypothetischen direkten Duellen vor zwei prominenten Demokraten. Gegen Alexandria Ocasio-Cortez kommt er demnach auf 45 Prozent, die New Yorker Abgeordnete auf 37,6 Prozent. Gegen Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom führt Vance mit 45,1 zu 38,1 Prozent.

Die Umfrage unter 1.003 wahrscheinlichen Wählern wurde vom 1. bis 4. Juli durchgeführt. Ihr statistischer Fehlerbereich liegt bei 3,1 Prozentpunkten. Allerdings waren je nach Szenario zwischen 17 und 23 Prozent der Befragten noch unentschlossen – ein Hinweis darauf, wie begrenzt die Aussagekraft solcher sehr frühen Duelle ist.

Möglicher Präsidentschaftskandidat der Republikaner: Marco Rubio schneidet schwächer ab als Vance, verkürzt aber Rückstand

Zogby testete auch Außenminister Marco Rubio gegen mögliche demokratische Gegner. Gegen Newsom lag Rubio mit 40,3 zu 36,2 Prozent vorn. Gegen Ocasio-Cortez fiel sein Vorsprung mit 39,2 zu 38,3 Prozent dagegen äußerst knapp aus. Damit schneidet Vance in dieser Erhebung in direkten Duellen stärker ab. Die Zahlen sagen jedoch wenig darüber aus, wer tatsächlich 2028 kandidieren wird. Kandidatenaufstellung, Wirtschaftslage, internationale Krisen und die politischen Folgen der Zwischenwahlen können das Rennen noch grundlegend verändern.

Besonders auffällig ist die Entwicklung in New Hampshire. Laut einer aktuellen Umfrage des Survey Centers der University of New Hampshire liegt Vance unter wahrscheinlichen republikanischen Vorwahlwählern mit 36 Prozent zwar weiterhin vorn. Rubio folgt aber bereits mit 26 Prozent. Im Februar hatte Vance noch mit 53 zu sieben Prozent geführt. Innerhalb von fünf Monaten verlor er damit 17 Prozentpunkte, während Rubio 19 Punkte hinzugewann. Die Universität wertet den Außenminister entsprechend als deutlich stärkeren Konkurrenten als noch zu Jahresbeginn.

Republikanische Wähler wollen Trumps Kurs fortsetzen, Ocasio-Cortez führt Demokraten in New Hampshire knapp an

Vance profitiert weiterhin stark von seiner Nähe zum Präsidenten. Zwei Drittel der wahrscheinlichen republikanischen Vorwahlwähler in New Hampshire wünschen sich laut der Juli-Umfrage einen Kandidaten, der Trumps Präsidentschaft fortsetzt, statt einen anderen Kurs einzuschlagen. Weniger als die Hälfte erklärte allerdings, eine ausdrückliche Wahlempfehlung Trumps würde ihre eigene Entscheidung beeinflussen. Damit könnte eine Unterstützung des Präsidenten Vance helfen, wäre aber kein automatischer Durchmarsch. Gerade Rubios deutlicher Zugewinn zeigt, dass auch innerhalb des trumpnahen republikanischen Lagers noch Bewegung möglich ist.

Auch auf demokratischer Seite hat sich das Feld deutlich verschoben. Alexandria Ocasio-Cortez erreicht in New Hampshire 22 Prozent und liegt damit knapp vor dem früheren Verkehrsminister Pete Buttigieg mit 21 Prozent. Mark Kelly folgt mit neun Prozent, Newsom mit acht Prozent, Bernie Sanders mit sechs Prozent und Kamala Harris mit fünf Prozent. Im Februar hatte Ocasio-Cortez noch sieben Punkte weniger erreicht. Newsom verlor im gleichen Zeitraum sieben Punkte, Harris fünf. Die Zahlen zeigen damit ebenfalls ein hochgradig offenes Rennen, in dem sich bisher kein Kandidat entscheidend absetzen kann.

Vance baut früh ein mächtiges Spendernetzwerk auf

Während Rubio durch seine außenpolitische Rolle hohe öffentliche Sichtbarkeit gewinnt, arbeitet Vance stärker am parteiinternen Unterbau. Seit März 2025 ist er Finanzvorsitzender des Republikanischen Nationalkomitees (RNC). Damit ist er der erste amtierende US-Vizepräsident in dieser Funktion.

Nach Angaben der New York Times half Vance dem Parteikomitee dabei, mehr als 60 Millionen Dollar einzuwerben. Umgerechnet entspricht das grob mehr als 50 Millionen Euro. Das RNC verfügte seinem Juni-Bericht zufolge zudem über Barreserven von rund 128 Millionen Dollar, also umgerechnet deutlich mehr als 100 Millionen Euro.

Spendengalas verschaffen Vance Zugang zu wichtigen Geldgebern

Vance baut parallel eigene Beziehungen zu Großspendern auf. Im Juni trat er bei einer Spendengala im Haus des Risikokapitalgebers Chamath Palihapitiya in Palo Alto als Hauptredner auf. Nach Angaben von Axios kamen dort rund 4,2 Millionen Dollar zusammen – umgerechnet etwa 3,6 Millionen Euro.

Weitere Auftritte führten ihn zu Spenderveranstaltungen nach Florida, Oklahoma, Tennessee und Texas. Dieser direkte Zugang zur republikanischen Geldgeberelite könnte sich als wichtiger Vorteil erweisen, falls Vance nach den Zwischenwahlen tatsächlich mit den Vorbereitungen für eine Präsidentschaftskandidatur beginnt.

Rubio punktet mit Sichtbarkeit in internationalen Krisen, Vance bleibt bei Wählern insgesamt unbeliebt

Rubios Stärke liegt dagegen derzeit in seiner öffentlichen Präsenz. Als Außenminister war er in den vergangenen Monaten bei mehreren internationalen Krisen stark sichtbar. Dazu gehörten die Entwicklungen in Venezuela, der Iran-Konflikt sowie diplomatische Gespräche zwischen Israel und dem Libanon. Trump lobte Rubio öffentlich überschwänglich und bezeichnete ihn als besten Außenminister in der Geschichte der USA. Gerade diese Präsenz dürfte zu seinem starken Aufschwung in den frühen Vorwahlumfragen beigetragen haben.

Der frühe Favoritenstatus innerhalb der Republikanischen Partei bedeutet allerdings nicht, dass Vance in der Gesamtbevölkerung populär ist. Eine nationale Marquette-Umfrage vom 20. bis 26. Mai sah 39 Prozent der Erwachsenen mit einer positiven und 54 Prozent mit einer negativen Meinung über ihn. Rubio schnitt etwas besser ab. 34 Prozent bewerteten ihn positiv, 45 Prozent negativ. Zugleich kannten ihn deutlich mehr Befragte noch nicht gut genug für eine Bewertung. Unter Republikanern selbst lag Vance dagegen klar vorn: 77 Prozent bewerteten ihn positiv, Rubio kam auf 66 Prozent.

JD Vance und Marco Rubio im Vergleich

JD VanceMarco Rubio
Geboren2. August 1984, Middletown, Ohio28. Mai 1971, Miami, Florida
Aktuelles AmtUS-VizepräsidentUS-Außenminister
WerdegangAutor und Risikokapitalgeber, Senator für Ohio (2023–2025)Senator für Florida (2011–2025), Präsidentschaftsbewerber 2016
Politisches ProfilMAGA-nah, nationalkonservativ, wirtschaftspolitisch teils populistischTraditionell konservativ, außenpolitisch hart, inzwischen eng an Trump ausgerichtet
Verhältnis zu TrumpVizepräsident; Trump soll ihn intern als Nachfolger favorisierenFrüher Trump-Rivale, inzwischen enger Verbündeter
Umfragen New Hampshire (Juli 2026)36 Prozent26 Prozent

Hinweis: Beide haben bislang keine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2028 angekündigt. Die Werte aus New Hampshire sind eine frühe Momentaufnahme und keine Prognose für den Ausgang der Vorwahlen.

Prognosemärkte sehen Rennen zwischen Vance und Rubio enger

Auch Online-Prognosemärkte, auf denen Nutzer auf den Ausgang politischer Ereignisse setzen, zeigen, dass Vances Stellung weniger unangreifbar ist, als klassische republikanische Vorwahlumfragen vermuten lassen. Die dort gehandelten Wahrscheinlichkeiten schwanken allerdings laufend und sind keine klassischen Meinungsumfragen.

Vance und Rubio lagen auf den einschlägigen Plattformen zuletzt deutlich enger zusammen als noch zu Jahresbeginn. Solche Märkte spiegeln die Erwartungen der Teilnehmer wider, können aber durch Nachrichten, Liquidität und spekulatives Verhalten stark beeinflusst werden. Deshalb sind sie eher ein zusätzlicher Stimmungsindikator als eine belastbare Wahlprognose.

Schicken die Republikaner Vance oder Rubio ins Rennen? US-Präsidentschaftswahl 2028 bleibt noch völlig offen

Keiner der möglichen Kandidaten hat bisher offiziell seinen Hut in den Ring geworfen. Nach den Zwischenwahlen im November dürften sich die ersten Anwärter deutlicher positionieren, Spenderorganisationen ausbauen und häufiger in frühen Vorwahlstaaten auftreten. Formelle Kandidaturen sind vor allem im Laufe des Jahres 2027 zu erwarten.

Die US-Präsidentschaftswahl findet am 7. November 2028 statt. Trump kann nach zwei gewonnenen Präsidentschaftswahlen nicht erneut für das Amt kandidieren. Vance startet deshalb mit einem erheblichen strukturellen Vorteil in das Rennen um seine Nachfolge – doch Rubios Aufstieg zeigt schon jetzt, dass die republikanische Kandidatur keineswegs entschieden ist.