Sturm statt Nebelsuppe: Wettermodell sagt November voraus, den es kaum je gab - „Hat mich wirklich überrascht“
US-Wettermodell schlägt Alarm: Rekord-November mit Sturmgefahr für Deutschland droht
Stand: 29.09.2026, 22:47 Uhr
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Als ich die neuen Karten gesehen habe, musste ich zweimal hinsehen. Ein Modell rechnet mit einem November, den es so kaum gab. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Ich schaue mir jeden Tag unzählige Wetterkarten an, aber diese hier hat mich wirklich überrascht. Das amerikanische Langfristmodell CFS hat sich auf den November eingeschossen, und ganz Mitteleuropa leuchtet tiefrot. Für Deutschland rechnet das Modell mit einem Monat, der rund drei Grad wärmer ausfallen könnte als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020.

Im Süden und Westen sind die Abweichungen besonders heftig. Wenn Sie also schon die dicke Winterjacke aus dem Keller geholt haben: Packen Sie sie ruhig wieder weg. Der große Wetterumschwung, auf den viele warten, käme demnach erst im Laufe des Novembers, und zwar ganz anders, als die meisten denken.
Rekord von 2015 wackelt
Damit Sie die Zahl einordnen können: Ein normaler November bringt es in Deutschland im Schnitt auf gut 4 Grad. Plus 3 Grad hieße also eine Monatsmitteltemperatur um die 7,5 Grad. Genau dort liegt der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015. Ich erinnere mich noch gut daran, damals gab es Tage mit um die 20 Grad, und die Leute saßen im T-Shirt im Straßencafé.
Behält das Modell recht, wackelt diese Marke gewaltig. Nachtfrost wäre vielerorts Mangelware, Schnee bis in mittlere Lagen so gut wie ausgeschlossen, und selbst in den Mittelgebirgen dürften Wintersportfans lange Gesichter machen.
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Was mich aber fast noch mehr aufhorchen lässt, ist die Niederschlagskarte. Über Frankreich, den Benelux-Staaten, Großbritannien sowie dem Westen und Norden Deutschlands zeigt sie deutlich zu nasse Verhältnisse. Warm und nass zugleich, das passt für mich überhaupt nicht zu einem ruhigen Hochdruck-November mit Nebel und grauer Suppe. Das riecht eher nach einer kräftigen Westwetterlage, bei der ein Tief nach dem anderen vom Atlantik hereinrauscht.
Und genau solche Lagen bringen im Spätherbst gerne die ersten schweren Stürme. Ein Sturm-November statt Novembertristesse ist also durchaus drin. Eine Garantie gibt es bei einer Monatsprognose natürlich nicht, ich behalte die Entwicklung aber ganz genau im Auge, und Sie sollten das auch tun.