US-Zölle: Kanada hat USA laut Trump von Grenzbrückenöffnung ausgeladen

US-Zölle: Kanada hat USA laut Trump von Grenzbrückenöffnung ausgeladen

Live-Blog Deutsche Exporteure kritisieren „Zolldschungel“ der USA +++ Britische Regierung erwartet keine negativen Folgen durch neue Zölle +++ EU: USA sollen Handelsabkommen einhalten +++ Der Newsblog.

Neue Brücke: Bei der Eröffnung war die US-Regierung offenbar nicht eingeladen. Foto: Bloomberg

Trump: Kanada hat uns von Grenzbrückenöffnung ausgeladen

Noch bevor am Montag die ersten Fahrzeuge über die Gordie-Howe-International-Brücke rollen sollen, hat Kanada den milliardenschweren Grenzübergang mit einer Feier eingeweiht – ohne Vertreter der US-Regierung. „Kanada hat die Vereinigten Staaten von Amerika von der Eröffnung der Gordie-Howe-Brücke ausgeladen. Das ist in Ordnung, wenn man bedenkt, dass Kanada erhebliche Zölle an die Vereinigten Staaten zahlt“, schrieb US-Präsident Donald Trump und verwies damit direkt auf den Grund für die Ausladung.

Ursprünglich sollte die Brücke mit einer gemeinsamen Zeremonie eingeweiht werden. Trump kündigte zu Beginn der Woche dann neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Produkte an. Als Beispiele wurden Hockeyschläger, Wein und Zement genannt. Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten, also am 19. August.

Trump droht EU nach Google-Strafe mit Konsequenzen

Nach der Milliardenstrafe der EU gegen Google droht US-Präsident Donald Trump der Staatengemeinschaft mit weitreichenden Konsequenzen: „Die Europäische Union wird für dieses rechtswidrige und zutiefst unethische Verhalten, vor dem ich sie immer wieder gewarnt habe, einen hohen Preis zahlen“,

schrieb Trump am Freitagabend auf seiner Plattform Truth Social. 

„Wir rechnen damit, dass zum frühestmöglichen Zeitpunkt ein erheblicher Zoll auf europäische Waren erhoben wird.“

Die USA seien kein „Sparschwein“ für Europa, „und wir werden es nicht dulden, dass man sie dazu macht“, schrieb Trump weiter. Seine Regierung werde sofort eine Untersuchung in die Wege leiten, die sich mit der Praxis des „Ausraubens“ amerikanischer Unternehmen und damit der US-Steuerzahler befasse.

EU-Kommission bewertet neue US-Zölle positiv

Die EU-Kommission sieht in den neuen US-Zöllen keine Verschlechterung der Situation für Deutschland und andere Mitgliedsländer. Die Europäische Union bewerte es positiv, dass das Vorgehen im Einklang mit den vereinbarten Zollverpflichtungen der USA steht, teilte ein Sprecher der Brüsseler Behörde mit.

Konkret wird laut EU-Kommission ein pauschaler Zollsatz von zehn Prozent für die Europäische Union festgelegt. Zusätzlich würden die Zollbefreiungen für die Importe aus der EU - wie beispielsweise für Kork und Diamanten – wieder eingeführt, die zu den bereits bestehenden Befreiungen für Flugzeuge und Flugzeugteile, Generika und Wirkstoffe hinzukämen, fügte der Sprecher hinzu. Die Ankündigung liefere zudem positive Impulse, um an weiteren Zollbefreiungen zu arbeiten. 

Deutsche Exporteure kritisieren „Zolldschungel“ der USA

Die deutsche Wirtschaft reagiert mit Unverständnis auf die mit Zwangsarbeit begründeten neuen Zölle der US-Regierung gegen die Europäische Union. „Der Kampf gegen Zwangsarbeit darf nicht als Vorwand dienen, um längst geplanten Protektionismus nachträglich zu rechtfertigen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Freitag. „Ausgerechnet der Europäischen Union Untätigkeit vorzuwerfen, ist unglaubwürdig.“ Die EU habe ein umfassendes Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit beschlossen und bereite dessen Umsetzung vor.

Der BGA geht davon aus, dass ein neuer Zwangsarbeitszoll auf reguläre EU-Waren nicht zusätzlich auf die im sogenannten Turnberry-Abkommen vereinbarte Zollobergrenze aufgeschlagen wird. „Die US-Regierung muss deshalb unmissverständlich offenlegen, wie die einzelnen Instrumente miteinander verrechnet werden – und sicherstellen, dass die vereinbarte Obergrenze nicht durch immer neue Rechtsgrundlagen ausgehöhlt wird“, forderte Jandura.

Britische Regierung erwartet keine negativen Folgen durch neue Zölle

Großbritannien erwartet keine negativen Folgen durch die neuen US-Zölle wegen angeblich laxer Kontrollen von Zwangsarbeit. Ein Regierungssprecher erklärt, die USA hätten die Schritte Großbritanniens in diesem Bereich anerkannt. „Es gibt keine negative Veränderung des Zollsatzes für britische Unternehmen“, sagt er. Das bestehende Abkommen mit den USA bleibe in Kraft, zudem gebe es nun keine Zölle mehr auf Whisky und Medizintechnik.

EU-Kommission: USA sollen Handelsabkommen einhalten

Die EU-Kommission erwartet trotz neuer US-Zölle, dass sich die Vereinigten Staaten an das im vergangenen Jahr geschlossene Handelsabkommen halten. „Die EU hat ihren Teil der Abmachung bereits erfüllt“, sagt ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Freitag. „Wir werden uns weiterhin mit der US-Regierung austauschen, um sicherzustellen, dass die USA ihre Verpflichtungen vollständig einhalten.“

EU-Außenbeauftragte Kallas kritisiert US-Zölle: „Nicht wirklich begründet“

Die Europäische Union hat die Begründung der USA für neue Zölle auf Waren aus der EU kritisiert und Aufklärung gefordert. Dies sei eine „negative Überraschung“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Freitag am Rande eines Asean-Treffens in Manila der Nachrichtenagentur Reuters. Die Vorwürfe, die EU gehe nicht ausreichend gegen Zwangsarbeit vor, seien unbegründet. „Das kann man für die Europäische Union nicht sagen“, erklärte Kallas.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte zuvor neue Zölle von zehn und 12,5 Prozent auf Waren aus 60 Partnerländern verhängt, darunter auch für Güter aus der EU. Als Grund nannte sie eine laxe Durchsetzung von Verboten zur Zwangsarbeit. Dem widersprach Kallas entschieden. Ein Vergleich der Arbeitsgesetze zeige die Stärke der EU. „Wir haben bezahlten Urlaub, wir haben sehr gute Arbeitsbedingungen für unsere Arbeitnehmer, also ist das nicht wirklich begründet.“ Auf die Frage, ob die Europäische Union mit den neuen Zöllen gerechnet habe, antwortete Kallas: „Nein, das haben wir nicht erwartet.“

Carney: Kanada bereit zu Gegenmaßnahmen bei neuen US-Zöllen

Kanada will auf mögliche neue US-Zölle mit Gegenmaßnahmen reagieren. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, das Land sei bereit zu reagieren, sollten die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren in Kraft treten – auch wenn Kanada die Verhandlungen mit den USA über ein umfassendes Handelsabkommen verstärken wolle. Die von Trump am Montag angekündigten neuen Zölle sollen am 19. August wirksam werden.

„Wenn diese Zölle oder andere Maßnahmen in Kraft treten, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie wir darauf reagieren können“, sagte Carney nach einem Treffen mit den Regierungschefs der kanadischen Provinzen und Territorien.

Schweiz weist US-Vorwürfe zu Zwangsarbeit im Zollstreit zurück

Die Schweiz hat Vorwürfe der USA im Zusammenhang mit Zwangsarbeit entschieden zurückgewiesen. Der Bundesrat weise die Anschuldigungen einer US-Untersuchung zurück, teilte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in der Nacht auf Freitag mit. Das Departement nahm zudem die angekündigten US-Zusatzzölle von bis zu 12,5 Prozent auf Schweizer Importe zur Kenntnis, die am Freitag in Kraft treten. Die USA hielten damit weiterhin eine gemeinsame Absichtserklärung vom 14. November 2025 ein, hieß es weiter.

Trump verhängt neue Zölle gegen 60 Länder

US-Präsident Donald Trump führt neue Zölle in Höhe von zehn bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Ländern ein. Die Maßnahmen treten am Freitag um 0.01 Uhr (Ortszeit) mit dem Auslaufen der von ihm nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof eingeführten vorübergehenden weltweiten Zölle in Kraft. 

Zur Begründung hieß es, die betroffenen Staaten, auf die 99 Prozent der US-Importe entfallen, hätten Verbote von Waren, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, nicht ausreichend durchgesetzt.

Trump stützt sich dabei auf Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974. Das Gesetz erlaubt dem Präsidenten, Einfuhrzölle und andere Sanktionen gegen Länder zu verhängen, denen „ungerechtfertigte, unangemessene oder diskriminierende“ Handelspraktiken vorgeworfen werden. 

USA kritisieren EU-Milliardenstrafe gegen Google

Die US-Regierung hat die neue Milliardenstrafe der EU gegen Google als Quelle für Handelsunsicherheit kritisiert. Die EU behaupte zwar oft, sie strebe nach Stabilität und Vorhersehbarkeit in den Handelsbeziehungen. „Diese Maßnahmen schaffen jedoch massive Unsicherheit für US-Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Europa“, sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Donnerstag laut einer Mitteilung. Das Vorgehen der EU gegen US-Technologiekonzerne sorgt immer wieder für Spannungen im transatlantischen Verhältnis.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstag eine Strafe von insgesamt 890 Millionen Euro gegen die Google-Mutter Alphabet verhängt. Den Behörden zufolge hat Google in der Internetsuche eigene Dienste bevorzugt angezeigt. Zudem habe der Konzern es Drittanbietern von Apps für das Smartphone-Betriebssystem Android erschwert, Nutzer auf alternative App Stores und eigene Bezahlseiten hinzuweisen. Die Geldbußen sind die ersten, die die EU auf Basis des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) gegen Google verhängt hat. Google kritisierte die Entscheidung und schloss eine Klage nicht aus. 

Sartorius entschädigt Kunden für US-Zölle

Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius hat seine Kunden für unrechtmäßig gezahlte US-Zölle kompensiert, was das ausgewiesene Umsatzwachstum im ersten Halbjahr dämpfte. Der Dax-Konzern verbuchte in den ersten sechs Monaten ein nominales Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ohne die Kompensationszahlungen und bereinigt um Wechselkurseffekte hätte das Plus bei 7,7 Prozent gelegen. „Mit Blick auf die US-Zollrückzahlungen, bei denen Zeitpunkt und Höhe lange ungewiss waren, ist es gut, nun mehr Klarheit zu haben – trotz des nicht operativen Effekts auf unsere berichteten Zahlen“, erläuterte Konzernchef Michael Grosse. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte den Großteil der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle für unzulässig erklärt.

Carney und Trump wollen Gespräche über Handelsabkommen forcieren

Der kanadische Premierminister Mark Carney und US-Präsident Donald Trump wollen die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko intensivieren. Zuvor hatte Trump Zölle in Höhe von 50 Prozent auf die meisten kanadischen Waren angekündigt. Sie sollen innerhalb von 30 Tagen in Kraft treten. Trump hatte Kanada vorgeworfen, US-Produkte wie Autos, Alkohol und Milchprodukte zu benachteiligen.

„Ich habe heute Morgen mit dem US-Präsidenten gesprochen, und wir haben vereinbart, unsere Verhandlungen in den nächsten Wochen zu vertiefen und zu beschleunigen“, sagte Carney am Dienstag in Ottawa. Kanada werde alles Notwendige tun, um Arbeitsplätze, Arbeitnehmer und Landwirte zu unterstützen und das Land stärker, unabhängiger und widerstandsfähiger zu machen.

Trump: Kanada hat USA über Jahre benachteiligt

US-Präsident Donald Trump hat die jüngst angekündigten höheren Zölle auf kanadische Waren mit einer aus seiner Sicht unfairen Behandlung der USA begründet. Kanada sei über viele Jahre „sehr, sehr hart“ gegenüber amerikanischen Landwirten und anderen Bürgern vorgegangen, sagte Trump bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus.

Er liebe Kanada und die Menschen dort, betonte Trump. Die kanadische Führung habe die USA jedoch seit Jahrzehnten schlecht behandelt. Zugleich behauptete er, Kanada sei wirtschaftlich auf die Vereinigten Staaten angewiesen. „Ohne uns gibt es keine Möglichkeit, dass sie überleben können“, sagte der Republikaner.

Trump wies zugleich die Darstellung zurück, die neuen Zölle stünden im Zusammenhang mit den kanadischen Waldbränden. Der Rauch der Brände zieht immer wieder bis in den Norden der USA und beeinträchtigt dort die Luftqualität. Trump hatte Kanada vorgeworfen, seine Wälder nicht richtig zu bewirtschaften – ein Vorwurf, den kanadische Politiker zurückgewiesen haben. Bei dem Treffen wiederholte er die Kritik, betonte jedoch, dies sei eine separate Angelegenheit. Der Rauch habe unter anderem New York und den US-Bundesstaat Michigan schwer beeinträchtigt, sagte Trump.

Washington wirft Kanada „Diskriminierung“ vor und erhebt Strafzölle

Die USA verschärfen den Handelsstreit mit ihrem Nachbarn Kanada und erheben einen Strafzoll von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Produkte. US-Präsident Donald Trump habe die Maßnahme am Montag unterzeichnet, teilte das Weiße Haus mit. Als Begründung wurde die „diskriminierende Behandlung“ von US-Autos, Alkohol und Milchprodukten durch Kanada genannt. Die Zölle basieren auf einem fast hundert Jahre alten Handelsgesetz aus dem Jahr 1930 und sollen am 19. August in Kraft treten.


Trump droht Kanada wegen Waldbrandrauch mit Zöllen

US-Präsident Donald Trump hat Kanada wegen Waldbrandrauch mit neuen Zöllen gedroht. Die Lage sei „absolut inakzeptabel“, schrieb Trump am Freitag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Rauch von Bränden im Nachbarland Kanada werde inzwischen „zu einem jährlichen Ereignis“.

Er werde den kanadischen Premierminister Mark Carney noch am Freitag (Ortszeit) anrufen, teilte Trump mit. Die entstandenen „Kosten dieser Verschmutzung“ müssten „den ZÖLLEN hinzugefügt werden“, schrieb Trump unter Verwendung von Großbuchstaben.

Trump erwähnte nicht das Fußball-WM-Finale am kommenden Sonntag im US-Bundesstaat New Jersey. Der Norden New Jerseys, wo Argentinien und Spanien gegeneinander antreten, hat die Auswirkungen von Waldbränden in Kanada zu spüren bekommen. Es ist unklar, wie stark sich der Rauch auf das Fußballspiel auswirken wird.

Die Trump-Regierung hat Einfuhrzölle gegen kanadische Waren eingeführt. Der Oberste Gerichtshof der USA hat aber viele dieser Zölle als verfassungswidrig eingestuft.

USA verhängen 25-Prozent-Zoll auf brasilianische Importe

Die US-Regierung erhebt ab dem 22. Juli einen Zoll von 25 Prozent auf bestimmte Importe aus Brasilien. Grundlage ist eine einjährige Untersuchung des US-Handelsbeauftragten (USTR), die Brasilien unfaire Handelspraktiken attestiert. Die brasilianischen Praktiken seien „unzumutbar und diskriminierend“ und schränkten die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Landwirte, Arbeitnehmer und Exporteure ein, hieß es in einer Mitteilung des USTR auf X.

Ausgenommen seien etwa Produkte, die in den USA nicht ausreichend vorhanden seien oder eine besonders sensible Lieferkette hätten, teilte ein US-Regierungsbeamter mit. Dazu zählen demnach Erdöl und Gas, Rindfleisch, Orangensaft sowie bestimmte Flugzeugteile. Fällig seien die Zölle ab nächster Woche Mittwoch. Zudem kritisieren die USA angebliche Hemmnisse für ihre Tech-Konzerne und Finanzdienstleister, die in Brasilien mit unfairen Restriktionen zu kämpfen hätten. Schaffe die brasilianische Regierung die unfairen Praktiken ab, würden die Zölle wieder zurückgenommen, sagte der Regierungsbeamte.

US-Regierung zahlt gut 81 Milliarden US-Dollar an Zöllen zurück

Nach dem wegweisenden Urteil des Supreme Courts hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump Milliarden an Zöllen wieder zurückgezahlt. Insgesamt wurden von Oktober 2025 bis Ende Juni rund 81,3 Milliarden US-Dollar (knapp 72,9 Mrd Euro) erstattet, wie aus Daten des Finanzministeriums hervorgeht. Im Vergleichszeitraum des vorigen Jahres lag die Summe noch bei knapp 5,3 Milliarden Dollar.

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Trump ordnet Handelsstopp gegen Spanien an – „schrecklicher Partner“

US-Präsident Donald Trump ordnet einen vollständigen Handelsstopp mit Spanien an. Er habe Finanzminister Scott Bessent angewiesen, jeglichen Handel mit dem Land einzustellen, sagt Trump vor dem Nato-Gipfel in Ankara. Er bezeichnet Spanien als „schrecklichen Partner“ in der Militärallianz. „Ich will keine Geschäfte mit ihnen machen“, erklärt Trump bei einem Auftritt an der Seite von Nato-Generalsekretär Mark Rutte.

Spanien ist ein schrecklicher Partner in der Nato. Die machen nicht mit. Die zahlen nicht. Ich will nichts mit Spanien zu tun haben. US-Präsident Donald Trump

EU weist Trump-Drohung zurück

Die EU-Kommission hat von US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf mögliche europäische Digitalsteuern angedrohte Zölle als ungerechtfertigt zurückgewiesen. „Sollten solche Maßnahmen ergriffen werden, wird die EU rasch und entschlossen reagieren, um ihre Rechte und ihre regulatorische Autonomie zu verteidigen“, teilte ein Sprecher mit.

Trump droht europäischen Staaten wegen Digitalsteuern mit Zöllen

US-Präsident Donald Trump hat im Streit um eine Digitalsteuer für amerikanische Unternehmen mit hohen Zöllen gedroht. Gegen jedes Land, das eine solche Steuer erhebt, würden die USA unverzüglich einen Zollsatz von 100 Prozent auf alle in die Vereinigten Staaten von Amerika gelieferten Waren verhängen, teilte Trump am Freitag auf seiner Plattform Truth Social mit. Trump richtete die Drohung speziell gegen europäische Staaten. Die neuen Zölle würden alle bestehenden oder geplanten Handelsabkommen mit den USA außer Kraft setzen.

Frankreich erhebt seit 2019 eine Digitalsteuer von drei Prozent auf die Umsätze großer Technologiekonzerne. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte in der vergangenen Woche vor dem G7-Gipfel betont, sein Land werde sich dem Druck Trumps nicht beugen und die Abgabe beibehalten. Trump hatte angekündigt, andernfalls einen hundertprozentigen Zoll auf französischen Wein zu verhängen.

EU-Abgeordnete stimmen Umsetzung des US-Zolldeals zu

Das Europaparlament hat die vollständige Umsetzung des umstrittenen Zollabkommens mit den USA gebilligt. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg mit breiter Mehrheit dafür, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und US-Meeresfrüchten sowie Agrarprodukten einen besseren Marktzugang zu gewähren.

Gericht: US-Regierung darf globale Zölle vorerst weiter erheben

Ein Berufungsgericht hat der US-Regierung erlaubt, die im Februar eingeführten weltweiten Zehn-Prozent-Zölle vorläufig weiter zu erheben. Solange die rechtlichen Anfechtungen gegen die Abgaben durch die Gerichte laufen, dürfen die Zölle bestehen bleiben. Das Bundesberufungsgericht in Washington ermöglichte der Regierung von US-Präsident Donald Trump damit am Donnerstag einen Etappensieg und kam zu dem Schluss, dass ihre Position „wahrscheinlich in der Sache Erfolg haben wird“.

Im Zentrum des Falls stehen vorübergehende weltweite Zölle in Höhe von zehn Prozent, die Trump nach einer Entscheidung des Supreme Court im Februar eingeführt hatte. Dieser hatte zuvor noch weitreichendere, zweistellige Zölle aufgehoben, die der Präsident im vergangenen Jahr auf nahezu alle Länder verhängt hatte.

Die neuen Zölle, die auf Grundlage des Handelsgesetzes von 1974 eingeführt wurden, sollen am 24. Juli auslaufen. Dem Gesetz zufolge können sie für maximal 150 Tage verhängt werden – danach ist eine Zustimmung des Kongresses erforderlich.

HB Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige

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