USA bestätigen neue Gespräche Israel – Libanon
Online seit heute, 6.26 Uhr
Die USA haben eine neue Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon von 4. bis 6. August in Rom bestätigt.
Technische Arbeitsgruppen sollten dort die vollständige Umsetzung des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens voranbringen, sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums gestern (Ortszeit) unter der Bedingung der Anonymität. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um die Ausweitung von Pilotzonen im Süden des Libanon gehen.
Pilotzonen sind Gebiete, aus denen sich die israelische Armee zurückzieht und in denen die libanesische Armee die Verantwortung für die Sicherheit übernimmt.
Die libanesischen Streitkräfte sollen die Kontrolle über geräumte Gebiete übernehmen und dort die vom Iran unterstützte Hisbollah entwaffnen.
Grenzfragen sollen geklärt werden
Gegenstand der Gespräche sollen auch die Klärung offener Grenzfragen sowie die Ausarbeitung eines umfassenden Friedens- und Sicherheitsabkommens sein. Die Erfahrungen aus den ersten Pilotzonen sollten genutzt werden, um das Modell schrittweise auf weitere Gebiete auszudehnen, sagte der US-Vertreter.
Das im Juni unter Vermittlung der USA vereinbarte Rahmenabkommen sieht vor, dass sich die israelische Armee schrittweise aus dem Süden des Libanon zurückzieht.
Die libanesische Armee hatte zuletzt die fortgesetzten israelischen Armee-Einsätze im Süden des Landes kritisiert. Diese behindern nach Darstellung der Streitkräfte die geplante Stationierung ihrer Soldaten in den Pilotzonen.
UNO: Mögliche Kriegsverbrechen Israels im Libanon
Unterdessen dokumentierte das UNO-Menschenrechtsbüro großflächige Verstöße israelischer Streitkräfte gegen das humanitäre Völkerrecht im Libanon. Einige davon könnten Kriegsverbrechen darstellen, sagte UNO-Hochkommissar Volker Türk gestern in Beirut.
Anhaltende israelische Luftangriffe, Artilleriebeschuss und der Einsatz von Waffen mit Sprengwirkung in dicht besiedelten Gebieten hätten hohe zivile Opferzahlen, weitreichende Zerstörung und Massenvertreibungen verursacht.