USA: Reporter des »Independent« nach Frage zu Initiative aus Trumps Pressepool ausgeschlossen
Eine ableistische Beleidigung und keinen Zugang mehr zur »Air Force One«: Ein Reporter des »Independent« bekommt die Wut des US-Präsidenten und seines Stabs zu spüren. Auslöser war eine simple Frage zu einer Initiative Trumps.
22.10.2026, 20.54 Uhr
Donald Trump während des Pressetermins im Oval Office am Dienstag
Foto: Jim Watson / AFP
Das Weiße Haus hat einem Reporter des britischen »Independent« nach einem Eklat bei einer Pressekonferenz im Oval Office offenbar den eigentlich zugesagten Platz in der Maschine des US-Präsidenten verweigert. Die Zeitung berichtete am späten Mittwochabend , dass dem Journalisten Andrew Feinberg die Mitreise zu einem Wahlkampftermin in Iowa am Donnerstag ohne Angabe von Gründen verwehrt würde. »Danke für Ihr Verständnis« sei der einzige Kommentar gewesen, den Feinberg vom Pressebüro des Weißen Hauses erhalten habe.
Am Tag zuvor hatte Trump Feinberg heftig attackiert. Auslöser der Situation war eine zunächst simple Frage Feinbergs (im Video zu sehen ab 38:38 Minuten ). Der Reporter erkundigt sich dabei nach Trumps Plänen für ein Whistleblower-Programm: Nach den Worten des Präsidenten soll, wer Betrug bei Bundesprogrammen aufdeckt, ein Prozent der aufgedeckten Summe als Belohnung bekommen.
Feinberg konfrontiert Trump bei dem Termin damit, dass es schon längst ein umfassenderes Whistleblower-Gesetz gebe: Der False Claims Act von 1863 erlaube es, bis zu 25 Prozent von dem zu erhalten, was die Regierung zurückgewinne.
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Warum sollten sich also Whistleblower darum bemühen, ein Prozent einer Summe zu erhalten, wenn sie auf anderem Wege 25 Prozent erhalten könnten, will der Journalist von Trump wissen. Der scheint die Frage gar nicht zu verstehen. »Weil es eine Menge Geld ist«, antwortet Trump. Man rede schließlich von Milliarden oder gar Billionen von Dollar. Anders als Trump hat Vizepräsident JD Vance die Situation erfasst. Er ergreift das Wort, spricht von einer »fundamental unehrlichen Frage« und verteidigt das Programm. Trump reagiert erst danach verärgert und fragt Feinberg, wer er sei.
Danach scheint sich die Situation erst einmal zu beruhigen, aber zehn Minuten später kocht sie noch mal hoch. Trump zeigt zu diesem Zeitpunkt (im Video bei 47:58 Minuten) in Richtung Feinbergs, will aber offenbar eigentlich einen danebenstehenden Reporter drannehmen. Als Feinberg zu sprechen beginnt, sagt Trump: »Ich weiß nicht, wer zum Teufel Sie sind, aber Sie sollten vorsichtig sein.«
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Wenige Minuten später, bei 1.01.05 Stunden, passiert offenbar noch einmal etwas Vergleichbares. Trump reagiert nun sichtlich erbost und herrscht den Reporter an: »Ruhe!« Anschließend sagt der US-Präsident: »Was ist los mit Ihnen? Sie sind eine kranke Person.«
Noch schärfer als Trump reagierte im Anschluss an das Treffen mit der Presse der X-Account »Rapid Response 47« . Andrew Feinberg wurde dort ableistisch beleidigt, nämlich als »mongoloider Idiot«. Betrieben wird der Account, der für seine extremen Kommentare bekannt ist, offiziell vom Weißen Haus.
sol