USA unterzeichnen Atom-Deal mit Saudi-Arabien – Experten befürchten neues Wettrüsten in der Golfregion

Stand: 22.07.2026, 23:51 Uhr

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Die US-Regierung unterstützt Saudi-Arabien beim Aufbau eines eigenen zivilen Atomprogramms. Ein Abkommen wurde unterzeichnet. Die Kritik ist bereits laut.

Update von Mittwoch, 22. Juli, 23:51 Uhr: Den Angaben zufolge wurde ein Abkommen zu flankierenden Sicherheitskontrollen unterzeichnet. So soll eine rechtliche Grundlage für eine jahrzehntelange Partnerschaft gelegt werden. Die USA wollen wirtschaftlich profitieren: Sie wollen Nukleartechnologie exportieren, das soll US-Jobs schaffen. Für Saudi-Arabien soll das Abkommen laut der US-Mitteilung dazu beitragen, dass der Energiebedarf im Land gedeckt werden kann. 

US-Energieminister Wright betonte, dass das Abkommen höchste Standards erfülle und auch beinhalte, dass keine Atomwaffen verbreitet werden. Die Vereinbarung wird dem US-Parlament zur Prüfung vorgelegt, dort könnte es Widerstand geben.

Viele Abgeordnete lehnen eine Ausweitung atomarer Technologie im politisch instabilen Nahen Osten ab – noch dazu im laufenden Krieg der USA mit Saudi-Arabiens langjährigem Rivalen Iran. Zudem war zunächst unter anderem offen, in welchem Maß internationale Inspektoren Zugang zu den Standorten bekommen könnten, um militärischen Missbrauch zu verhindern.

Update von Mittwoch, 22. Juli, 23:07 Uhr: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen. Was zuvor noch im Raum des Möglichen stand, ist nun gewiss. Die Energieminister beider Länder, Chris Wright und Abdulasis bin Salman, unterzeichneten in Washington ein entsprechendes Abkommen, wie das US-Energieministerium mitteilte.

„Diese beiden Abkommen bilden die rechtliche Grundlage für eine jahrzehntelange, milliardenschwere Partnerschaft zur Förderung mehrerer prioritärer wirtschaftlicher und strategischer Ziele, darunter die nukleare Nichtverbreitung“, heißt es in diesem Kontext on der US-amerikanischen Seite.

Erstmeldung von Mittwoch, 22. Juli, 22:43 Uhr: US-Präsident Donald Trump will Saudi-Arabien erlauben, ein eigenes ziviles Atomprogramm zu starten. Mehrere US-Medien berichteten über eine entsprechende Einigung zwischen den beiden Ländern am Mittwoch (22. Juli). Mit der Entscheidung vertraute Quellen hätten bestätigt, dass die Staatsoberhäupter noch am Nachmittag ein Atom-Abkommen in Washington unterzeichnen wollen. Eine offizielle Ankündigung der US-Regierung gibt es bislang nicht.

Saudi-Arabiens Kronprinz bin Salman zu Besuch in Washington

Washington und Riad nähern sich in einem neuen Abkommen zu einem Atomprogramm an. (Archivbild) © Evan Vucci/AP/dpa

Sollte das Abkommen am Mittwoch (Ortszeit) unterzeichnet werden, würde es Saudi-Arabien unter anderem die Möglichkeit zur Urananreicherung auf saudischem Boden bieten. Berichten zufolge soll der Anbau in dem Land kontrolliert und überwacht in einer von den USA bereitgestellten Urananreicherungsanlage stattfinden.

US-Abkommen noch am Mittwoch unterzeichnet? Trump will Saudi Arabien Atomprogramm erlauben

Die Reaktionen auf das potenzielle Abkommen sind stark umstritten. Kritiker befürchten laut NBC, dass vor allem durch die Erlaubnis der Urananreicherung ein Wettrüsten in dem bereits vom Krieg geprägten Nahen Osten ausgelöst und die Situation weiter verschärft werden könnte. Nachdem die USA und Israel in den vergangenen Monaten mit gezielten Angriffen die Uran-Speicher im Iran vernichten wollten, könnte die Islamische Republik das neue Abkommen zum Anlass nehmen, im Geheimen einen Wettlauf um den Bau einer Atombombe zu starten. Auch Ägypten und die Türkei könnten ihre eigenen Programme angesichts der neuen Entwicklung weiter vorantreiben.

Bei einem Atomprogramm wird zwischen einem zivilen und einem militärischen Programm unterschieden: Das zivile Programm in Saudi-Arabien soll laut NBC demnach der reinen Energieversorgung dienen – beispielsweise für KI-Rechenzentren. Es findet somit vor einem überwiegend kommerziellen Hintergrund statt, von dem beide Länder finanziell profitieren. Die USA werden als Voraussetzung detaillierte Protokolle und Überwachungsmaßnahmen fordern. Wie die Regelungen konkret aussehen, sei noch unklar. Auch beteiligte Unternehmen seien bislang nicht bekannt.

In Israel fallen die Reaktionen ebenfalls deutlich unterschiedlich aus. Israels Wirtschaftsminister Nir Barkat äußerte sich am Mittwoch neutral über das US-Abkommen mit Saudi-Arabien. „Wenn sie sie für friedliche Zwecke nutzen wollen – damit können wir umgehen. Die Amerikaner wollen Israel nicht gefährden. Netanjahu und Trump wissen, wie man manövriert, ohne Risiken einzugehen“, erklärte er laut BBC gegenüber dem israelischen Militärradio.

Der ehemalige israelische Verteidigungs- und Außenminister Avigor Liberman sieht die Entscheidung hingegen deutlich kritischer. „Saudi-Arabiens ziviles Atomprogramm wird letztlich zu Atomwaffen führen“, warnte Liberman auf X und forderte die israelische Regierung auf, sich gegen das Abkommen zu stellen. Auch er befürchtet, dass dies zu einem „wahnsinnigen Wettrüsten im gesamten Nahen Osten“ führen wird. (Quellen: BBC; NBC; X)