VDMA-Umfrage: Maschinenbau schöpft Hoffnung, baut aber weiter Stellen ab
Stand: 17.10.2026, 07:46 Uhr

33 Prozent erwarten bessere Geschäfte, Verteidigung und Medizintechnik geben Impulse.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau blickt wieder zuversichtlicher auf die kommenden Monate: Laut VDMA-Konjunkturerhebung zum dritten Quartal 2026 erwarten 33 Prozent der befragten Unternehmen eine bessere Geschäftslage, im Juli waren es 25 Prozent. Gleichzeitig planen rund 30 Prozent einen Stellenabbau. Die bessere Stimmung bedeutet damit noch keine Entwarnung für die Beschäftigten.
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Die Umsatzpläne zeigen nach oben
Die Umsatzerwartungen der Maschinenbauer haben sich verbessert: Für 2027 erwarten 62 Prozent der befragten Maschinenbauer einen nominalen Umsatzanstieg. Für 2026 rechnen 57 Prozent mit steigenden Erlösen, 22 Prozent mit unveränderten und 21 Prozent mit sinkenden Umsätzen.
Allerdings sind die Angaben nicht preisbereinigt. Ein nominales Umsatzplus kann auch durch höhere Verkaufspreise entstehen; es belegt weder eine steigende Produktionsmenge noch bessere Gewinne.
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sieht Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Zugleich verweist er auf geopolitische Risiken, den verschärften Wettbewerb mit China und hohe Standortkosten in Deutschland.
Diese Kundenbranchen machen Hoffnung
Die Nachfrageperspektiven unterscheiden sich erheblich nach Kundenbranche. Positive Impulse kommen laut VDMA insbesondere aus Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik. Die Elektro- und Elektronikindustrie profitiert von hohen Investitionen in künstliche Intelligenz.
Automobil- und Chemieindustrie bleiben dagegen unter Druck. Das belastet auch Maschinenbauer mit starker Abhängigkeit von diesen Abnehmern. In der Robotik und Automation ist die aktuelle Lage weiterhin durchwachsen, obwohl sich die Erwartungen aufhellen. Für mittelständische Unternehmer ergibt sich daraus eine konkrete Prüfaufgabe: Welche Kundenbranchen tragen den eigenen Auftragseingang? Der Branchendurchschnitt allein bietet noch keine verlässliche Grundlage für Investitionen oder Neueinstellungen.
Brüssel nimmt den Maschinenbau in den Blick
Der VDMA begrüßt die Ankündigung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dem Maschinenbau im Verhältnis zu China besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Nach Angaben des Verbandes hat die EU-Kommission beim EU-Gipfel angekündigt, die begonnenen Verhandlungen mit China im Maschinenbausektor fortzuführen.
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert, wettbewerbsverzerrende Maßnahmen Chinas möglichst schnell auszugleichen. Ziel seien faire Wettbewerbsbedingungen in Europa. Dafür solle die Kommission ein Instrument entwickeln, das unfaire Wettbewerbsvorteile gezielt ausgleiche, ohne den freien Handel mit Partnern zu beeinträchtigen. Der Europäische Rat müsse der Kommission einen klaren Auftrag erteilen.
Für mittelständische Maschinenbauer ist das zunächst ein politisches Signal. Eine konkrete Entlastung oder bereits beschlossene Schutzmaßnahme lässt sich aus der Ankündigung noch nicht ableiten.
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Betriebe planen beim Personal vorsichtig
Der Beschäftigungsabbau dürfte sich trotz besserer Erwartungen fortsetzen. Nach Angaben Gernandts sind seit 2019 im Maschinen- und Anlagenbau rund 100.000 Stellen am Standort Deutschland weggefallen.
52 Prozent der befragten Unternehmen planen mit unveränderter Stammbelegschaft, 18 Prozent mit zusätzlichen Einstellungen. Rund 30 Prozent sehen einen Stellenabbau vor. Diese Unternehmensanteile sagen nicht aus, wie viele Arbeitsplätze insgesamt entstehen oder wegfallen.
Für die eigene Planung zählen deshalb gesicherte Aufträge, Auslastung und Ertragslage. Die entscheidende Frage lautet: Wird aus der besseren Stimmung auch profitables Geschäft? Ein höherer Umsatz allein beantwortet sie nicht. Quellen: VDMA, Konjunkturerhebung zum dritten Quartal 2026, veröffentlicht am 14. Oktober 2026; "EU-Fokus auf Maschinenbau ist ein gutes Signal" veröffentlicht am 16. Oktober 2026