Veerner Höfe: Investor legt Baustart auf Herbst 2026 fest

Stand: 04.10.2026, 19:00 Uhr

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Großer Platz mit Mehrfamilienhäusern

Auf einem weit angelegten Platz sollen sich die Veerner Höfe zur Aller hin öffnen. © Asset Verden

Das größte Verdener Innenstadt-Projekt seit dem Dombau soll Ende Januar die Baugenehmigung erhalten. Dann folgt die Ausschreibung – bis zum Erdaushub vergehen laut Investor erfahrungsgemäß noch sechs Monate.

Verden – Es ist das größte Verdener Innenstadt-Projekt seit dem Bau des Doms, und jetzt kommt es endlich richtig in Fahrt. Die „Stadtkante“, inzwischen zu den „Veerner Höfen“ umgetauft, soll innerhalb der nächsten Wochen bis Ende Januar die letzten behördlichen Weihen erhalten. Schritt eins auf der Zielgeraden eines bemerkenswerten Marathons bildet der Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstag, 6. Oktober, im Rathaus. Dann geht es um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der absegnungsreif vorliegt. Der Investor hatte über mehrere Monate schon keinen Termin für den Baustart genannt. Jetzt legt er sich fest. „Im Herbst nächsten Jahres beginnen wir mit dem Erdaushub“, sagt Ingo Damaschke von der Asset Verden GmbH.

Innenstadtbrache

Mehr als 7.500 Quadratmeter misst die Fläche, auf der zwischen Norderstädtischem Markt und Aller die Veerner Höfe entstehen sollen. © Kracke

Klingt alles wieder einmal nach ganz viel Zeit, die noch verstreichen kann, bedeutet aber ein relativ engmaschiges Vorhaben. Stimmt die Politik am Dienstag zu, und alles andere wäre eine Überraschung, dann liegen die Pläne zunächst öffentlich aus. Die Einwohner erhalten die Möglichkeit, Einwendungen vorzubringen. Schon im zurückliegenden Sommer wurden die Papiere zur Einsicht zur Verfügung gestellt, anschließend kam es lediglich aus dem Lager der Träger öffentlicher Belange zu Reaktionen. „Diese Anregungen wurden abgearbeitet“, so Damaschke.

Sollte auch die zweite Auslegung komplikationslos verlaufen, wird im November der nächste entscheidende Schritt erwartet: der sogenannte städtebauliche Vertrag, der den Investor verpflichtet, das Projekt umzusetzen. „Ausgehandelt ist der Vertrag bereits, wenn jetzt keine Anmerkungen mehr kommen, ist er mit Satzungsbeschluss im Stadtrat unterschriftsreif“, so Damaschke. Am Ziel ist der Investor dann immer noch nicht. Es fehlt noch die Baugenehmigung.

„Dafür sind alle Details geklärt, das lief parallel zum Bebauungsplan. Wir können die Unterlagen voraussichtlich im November einreichen. Das Bauamt hat eine Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen signalisiert, sodass wir den abschließenden Stempel Ende Januar, Anfang Februar in Händen halten müssten“, so Damaschke. Dann folge die Ausschreibung der einzelnen Gewerke. „Bis zum Baustart vergeht anschließend erfahrungsgemäß ein halbes Jahr.“

Untätig sind Planer und Stadtverwaltung auch in den vergangenen Jahren seit dem ersten Aufstellungsbeschluss anno 2018 nicht geblieben. Davon zeugen allein die Akten, durch die sich die Politik vor ihrer Entscheidung wälzen muss. Auf bemerkenswerte 22 Einzelexpertisen türmt sich der Anlagenberg, der im Tagungsordnungspunkt für die kommende Ausschusssitzung online hinterlegt ist. Das Verkehrskonzept etwa, das auf 37 Seiten mit einer ganzen Reihe Grafiken als Anlage 15 beigefügt ist. Durch das geplante Quartier sei über den Quell- und Zielverkehr ein Aufkommen von rund 2.200 Kfz-Fahrten pro Tag zu erwarten. Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Stadt Verden an den umliegenden Strecken wie Bremer Straße, Conrad-Wode-Straße, Zollstraße, Johanniswall, Große Straße und Nienburger Straße hätten gezeigt, dass die Knotenpunkte die „Verkehrsbelastungen leistungsfähig abwickeln können“. Zugrunde gelegt seien drei Belastungsfälle mit einem prognostizierten Aufkommen bis zum Jahr 2040. Einen Sonderfall bilde der Nordertorkreisel. „Die Probleme treten bereits ohne die Neuverkehre aus dem Plangebiet auf. Das Quartier stellt damit nicht die Ursache für den nicht leistungsfähigen Verkehrsablauf an diesem Knoten dar“, so die Einschätzung.

Das Hochwasser-Schutzkonzept ist dem Tagesordnungspunkt ebenfalls beigelegt, die Umweltverträglichkeitsprüfung, das Freiraumkonzept, sogar die Besonnungssimulation, selbstverständlich auch der Schallschutz für sämtliche Gebäudeteile – und beim Abfallkonzept wissen die Planer schon jetzt, wieviel Müll jeder kommende Bewohner fabriziert. 15 Liter für die graue Tonne nämlich, und das innerhalb von zwei Wochen.

Insgesamt stößt das Projekt auf mehr als 7.500 Quadratmetern bester Innenstadtlage in ungewöhnliche Dimensionen vor. 17.000 Quadratmeter sogenannter Bruttogeschossfläche entstehen, darüber hinaus die vollflächige Tiefgarage mit 125 Stellplätzen. Für den Rewe-Vollsortimenter sind 2.600 Quadratmeter vorgesehen, für das Hotel 3.600 Quadratmeter, für den weiteren Einzelhandel und die Gastronomie 1.200 Quadratmeter. Der Löwenanteil entfällt auf insgesamt 78 Wohnungen, davon sind 16 besonders gefördert und dem Segment günstiger Wohnraum zugeordnet. Das Investitionsvolumen beziffert Damaschke weiterhin mit 45 Millionen Euro.