Nach Großrazzia: Hotelkette nach Ermittlungen insolvent – was das für Gäste bedeutet
Verdacht auf Schleusung und Schwarzarbeit: Ganze Hotelkette nach Großrazzia insolvent
Stand: 16.10.2026, 13:47 Uhr
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Nach einer Großrazzia wegen Verdachts auf Schleusung und Schwarzarbeit ist die Frankenblick Hotelkette zahlungsunfähig – die Konten sind bereits gesperrt.
Masserberg – Nach einer bundesweiten Razzia gegen eine mutmaßliche Schleuserbande ist für die Frankenblick Hotelbetriebs GmbH die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet worden. Das Unternehmen betreibt mehrere Hotel- und Ferienanlagen in der Urlaubsregion Masserberg und steht im Zentrum der Ermittlungen. Das Amtsgericht Meiningen setzte am 9. Oktober 2026 den Erfurter Rechtsanwalt Rolf Rombach als vorläufigen Insolvenzverwalter ein, berichtete unter anderem der MDR.
Großrazzia und 106 Millionen Euro Vermögensarrest
Nach Angaben des Eigentümers konnte die Frankenblick Hotelbetriebs GmbH nach einer bundesweiten Razzia Löhne und laufende Rechnungen nicht mehr bezahlen, weil die Konten gesperrt und Vermögenswerte beschlagnahmt wurden. Am 30. September 2026 hatten rund 2.200 Einsatzkräfte von Bundespolizei und Zoll mehr als 100 Objekte durchsucht und zehn Haftbefehle vollstreckt.
Bei der Frankenblick GmbH waren rund 120 Polizeibeamte im Einsatz. Die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin richten sich gegen eine mutmaßliche Schleuserbande. Den Tatverdächtigen werden unter anderem gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, Urkundenfälschung sowie das Vorenthalten von Arbeitsentgelt vorgeworfen. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten ordnete Vermögensarreste in Höhe von insgesamt rund 106 Millionen Euro an.
Rund 900 Betten betroffen: Wie es für Hotels und Gäste weitergeht
Die betroffene Hotelkette betreibt in der Region Masserberg mehrere Hotels sowie eine Ferienanlage mit insgesamt etwa 900 Betten an den Standorten Schnett, Heubach und Fehrenbach. Die Hotelimmobilien selbst stehen im Eigentum der Werrapark Hotels GmbH & Co. KG.
Die wichtigsten Fakten zum Insolvenzverfahren im Überblick:
- Verwalter bestellt: Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Erfurter Rechtsanwalt Rolf Rombach bestellt.
- Hotelbetrieb läuft weiter: Für Gäste und gebuchte Urlaube besteht vorerst Entwarnung. Der reguläre Hotelbetrieb wird fortgeführt.
- Septemberlöhne gesichert: Die Eigentümergesellschaft hat laut MDR die Septemberlöhne vorgestreckt und unter anderem Lebensmittelrechnungen bezahlt.
- Zukunftsperspektive: Für die Hotels und die Ferienanlage werden nach MDR-Angaben neue Pächter gesucht. Ob und in welcher Form der Betrieb langfristig fortgeführt werden kann, ist laut Verwalter offen.
Die Frankenblick Hotelbetriebs GmbH steht laut MDR im Mittelpunkt der Ermittlungen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Ob der Hotelbetrieb langfristig fortgeführt werden kann, ist nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Rolf Rombach offen. Sein vorrangiges Ziel sei es, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten und die Arbeitsplätze möglichst zu sichern. (MDR, weitere Recherche) (nmr)