Verfrühte Wiesn-Gaudi in der Allianz Arena: Bayern gegen Union Berlin im Torrausch

Stand: 18.09.2026, 22:42 Uhr

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Der FC Bayern um Rekordmann Harry Kane und Genie Michael Olise schenkt Union Berlin ein 7:0 ein und sichert sich die zwischenzeitliche Tabellenführung.

München – Es war nicht 12 Uhr mittags, sondern 20.30 Uhr abends. Es war nicht die Theresienwiese, sondern die Allianz Arena. Und es war keine Tracht, sondern nur ein Wiesn-Trikot. Aber lässt man diese feinen Details mal außer Acht, hätte man nach diesem Spiel des FC Bayern gegen Union Berlin am Freitag schon meinen können, dass die Wiesn heuer 15,5 Stunden früher begonnen hat.

epa13248862 Michael Olise (R) of Munich celebrates with teammate Harry Kane after scoring the 3-0 goal during the German Bundesliga soccer match between Bayern Munich and 1. FC Union Berlin in Munich, Germany, 18 September 2026.  EPA/ANNA SZILAGYI CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Er lacht!!! Olise nach drei Treffern. © Anna Szilagyi/EPA

Die absolut dominante Elf von Vincent Kompany katapultierte sich vor dem echten Anstich nicht nur (vorübergehend) an die Tabellenspitze, sondern hatte selbst nach „oans, zwoa, drei“ noch nicht genug „gsuffa“. Am Ende stand es vollkommen verdient 7:0 (3:0).

FC Bayern zurück an der Tabellenspitze

Jamal Musiala (18.) hatte den Sieg mit einem frühen Traumtreffer eingeleitet, der geniale Michael Olise gleich dreimal getroffen (43./73./76.), Joker Ismael Saibari sein Premierentor gefeiert (70.). Der Mann des Abends aber war dennoch Harry Kane mit den Toren 100 (39.) und 101 (54.) im gerade mal 98. Bundesliga-Spiel. Ein Datum für die Geschichtsbücher, schon wieder! Oder wie man auf der Wiesn sagt: An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit!

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Dass Kompany dieses letzte gemeinsame Spiel bis 10. Oktober mehr als ernst nahm, konnte man schon an der Aufstellung sehen. Der Belgier schickte seine absolute A-Elf ins Rennen, lediglich Konrad Laimer musste passen. Gewöhnungsbedürftig, dass die elf Bayern in Kunterbunt und die Gäste in Rot aufliefen. Aber es bestand spielerisch keine Verwechslungsgefahr.

Die Wiesn-Bayern wollten Union schwindelig spielen – aber die Berliner zogen sich weit zurück und versuchten, das Zentrum zu verdichten. So erinnerte die erste Viertelstunde eher an Handball als an Fußball. Die zündende Idee hatte Musiala. Nach einem Zuspiel von Davies sah der Nationalspieler die freie Schussbahn, zog mit Vollspann ab und schenkte Berlin im rechten Eck zum 1:0 ein.

Dass der Treffer beflügelte wie die erste Mass Bier, war schnell ersichtlich. Der Bayern-Zug zum Tor nahm zu, die Kombinationen wurden kreativer. Kollektiver Ärger, als Diaz beim vermeintlichen 2:0 im Abseits stand. Neuer in ungewohntem Gelb war zwischenzeitlich so langweilig, dass er an der Mittellinie im Vollsprint vor Jeong am Ball war.

Bayern Munich's English forward #09 Harry Kane scores his team's second goal past Union Berlin's Danish goalkeeper #01 Frederik Ronnow during the German first division Bundesliga football match between FC Bayern Munich and Union Berlin in Munich, southern Germany on September 18, 2026. (Photo by Alexandra BEIER / AFP)

Nr. 100: Kane traf vom Punkt – und nochmal. © Alexandra Beier/AFP

Die Arena raunte wie ein ganzes Bierzelt. Noch lauter wurde es nur, als Kane nach Foul an Olise vom Punkt verwandelte. Das 100. Bundesliga-Tor im 98. Spiel. Historisch! Ein Hoch auf ihn! Und trotzdem keine Zeit für einen Ohrwurm: Keine fünf Minuten später legte Olise nach Musiala-Zuspiel per sehenswertem Schuss das 3:0 nach.

Das Ding war durch. Zweimal musste Neuer dennoch zur Stelle sein, ehe Kane nach Olise-Traumpass einen draufpackte (54.). Der Vorwärtsgang blieb drin, Saibari tankte sich zu seinem ersten Bundesliga-Tor durch (70.), Olise knallte spektakulär ins leere Tor (73.) und hatte dennoch nicht genug. Nach seinem 7:0 aus der Distanz aber war‘s gut. Gnabry kam zu seinem Comeback, traf aber nicht. Die armen Unioner fühlten sich eh schon wie nach drei Runden Fünferlooping.

FC Bayern - Union Berlin ⇥7:0

FC Bayern: Neuer - Stanisic, Upamecano (46. Kim), Tah, Davies (83. Brown)- Kimmich, Pavlovic (63. Bischof) - Olise, Musiala, Díaz (63. Saibari) - Kane (77. Gnabry).

Berlin: Rönnow - Trimmel, Querfeld, Uduokhai, Rothe - Aebischer, Khedira - Haberer (60. Kemlein), Schäfer (82. Köhn), Jeong (60. Burcu) - Latte Lath (46. Skarke).

Schiedsrichter: Brand (Gerolzhofen).

Zuschauer: 75.000.

Tore: 1:0 Musiala (18.), 2:0 Kane (39./Foulelfmeter), 3:0 Olise (43.), 4:0 Kane (54.), 5:0 Saibari (70.), 6:0 Olise (73.), 7:0 Olise (736).

Gelbe Karten: Upamecano / Uduokhai, Khedira.