Verkehr durch Straße von Hormus bricht ein
Nahost
Verkehr durch Straße von Hormus bricht ein
Die iranische Wirtschaft ist seit Kriegsbeginn deutlich geschrumpft
Riad/Teheran – Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Wochenende angesichts der anhaltenden Spannungen in der Golfregion stark zurückgegangen. Schifffahrtsdaten zeigten am Montag, dass ein Dutzend Rohstofffrachter die Meerenge passierten, verglichen mit 35 am Wochenende zuvor. Der über Transpondersignale erfasste Verkehr durch die für ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung wichtige Route ist damit stark eingeschränkt.
Produzenten aus dem Nahen Osten exportieren jedoch weiterhin Öl auf Tankern, die mit ausgeschalteten Transpondern fahren. Vor Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar passierten die Meerenge täglich etwa 125 große Handelsschiffe.
Iranische Wirtschaft deutlich geschrumpft
Die iranische Wirtschaft ist nach offiziellen Angaben seit Kriegsbeginn stark geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes ging von Ende März bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,1 Prozent zurück, wie das iranische Statistikamt am Sonntag mitteilte.
Der Iran ist angewiesen auf die Einnahmen aus seinen Ölexporten. Seit dem Beginn des von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Krieges hält Teheran die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus weitgehend geschlossen. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen, was die ohnehin von Sanktionen belegten Ölexporte des Iran weiter beeinträchtigte.
Der Iran leidet seit Jahren unter einer Hyperinflation und einer starken Abwertung des Rial, was insbesondere auf die gegen Teheran verhängten Sanktionen zurückzuführen ist. Der Krieg hat diese Entwicklung noch verschärft, wodurch die Kaufkraft der Iraner rapide schwindet.
Angriffe auf Ost-West-Pipeline
Gleichzeitig haben Angriffe der Huthi auf die Ost-West-Pipeline von Saudi Aramco den staatlichen Energiekonzern dazu veranlasst, seine Exporte durch die Straße von Hormus zu erhöhen. Dadurch konnte das führende Opec-Mitglied seine Ausfuhren im September bisher auf über vier Millionen Barrel pro Tag (bpd) steigern, nachdem sie im August auf 2,4 Millionen bpd gefallen waren. "Die Ölflüsse aus dem Nahen Osten bleiben trotz der Störung der saudischen Ost-West-Pipeline überraschend stark", schrieben Analysten von JPMorgan in einer Mitteilung. Satellitendaten deuteten darauf hin, dass die saudischen Öllieferungen durch die Straße von Hormus in den vergangenen sechs Tagen durchschnittlich 2,9 Millionen bpd betrugen, verglichen mit nur 700.000 bpd im August. (APA, red, 21.9.2026)
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