Verkehrswende: Elektroautos werden günstiger, Auswahl hat zugenommen - Golem.de

Die Realpreise für Elektroautos sind in den letzten fünf Jahren merklich gesunken. Bei der Auswahl günstiger Modelle besteht Verbesserungsbedarf.

Die Auswahl an Elektroautos ist in den letzten Jahren größer geworden - im Bild der Opel Grandland. (Bild: Martin Wolf/Golem)

Die Auswahl an Elektroautos ist in den letzten Jahren größer geworden - im Bild der Opel Grandland. Bild: Martin Wolf/Golem

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung hat berechnet, dass Elektroautos in Deutschland zwischen 2020 und 2025 um 18 Prozent günstiger geworden sind. Gleichzeitig sind die Preise für Verbrennerfahrzeuge um 2 Prozent gestiegen. Das Institut verwendet für die Berechnung(öffnet im neuen Fenster) die Realpreise, also um Inflationseffekte bereinigte Preise.

Betrachtet wurden die Preisentwicklungen vergleichbarer Modelle. Daher hat auf die Preisentwicklung auch der Anstieg des mittleren Listenpreises von 37.000 auf 53.000 Euro keine Auswirkung. Dies bedeutet lediglich, dass in den vergangenen fünf Jahren das Angebot an höherpreisigen Automodellen in der mittleren und oberen Mittelklasse gestiegen ist.

Heute macht dieses Segment 73 Prozent des gesamten Marktes an Elektroautos in Deutschland aus. Die reale Preissenkung von 18 Prozent zeigt sich, wenn einzelne Modelle mit vergleichbaren Fahrzeugeigenschaften beobachtet werden.

Auswahl an Elektroautomodellen ist gestiegen

Die Zahl der Elektroautomodelle in Deutschland stieg von 38 im Jahr 2020 auf 159 im Jahr 2025. Bei Verbrennerautos ging die Anzahl der Modelle im gleichen Zeitraum von 275 auf 194 zurück. Vor allem im mittleren und oberen Preissegment gibt es nach Angabe des Fraunhofer-Instituts mittlerweile eine vergleichbare Auswahl an Elektroautos.

Im Klein- und Kleinstwagensegment besteht allerdings noch ein Angebotsdefizit. Dem Institut zufolge gab es 2025 19 Elektroautomodelle im Vergleich zu 35 Verbrennern. Hersteller wie Stellantis und VW kündigten Modelle im Kleinwagensegment an, die allerdings noch nicht auf dem Markt sind.

Die gesunkenen Preise für Batterien schlugen sich dem Fraunhofer-Institut zufolge noch nicht auf die Autopreise nieder. Mit den Einsparungen finanzieren Hersteller aktuell noch andere Verbesserungen oder Forschungskosten quer. Eine Kilowattstunde kostete 2020 noch 165 bis 185 Euro, 2025 waren es nur noch 130 bis 140 Euro. In dem Zeitraum stieg die durchschnittliche Reichweite von Elektroautos.