Vertrag läuft aus – die Wahrheit hinter dem Zigi-Poker (B+)
Darum gehts
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Stefan KreisReporter Fussball
Für gewöhnlich ist Lawrence Ati Zigi die Ruhe in Person. Am Donnerstagabend aber fährt der sonst meist besonnene Keeper aus seiner Haut. Weil der Schiri kurz nach der Pause einen Witz-Penalty für die Elfenbeinküste erfindet – und Ghana mit 0:2 verliert.
Trotz Niederlage zum Start der Afrika-Cup-Quali gehört Zigi zu den Gewinnern. Weil er nach jahrelanger Reservistenrolle endlich Stammgoalie der «Black Stars» ist. Und weil er seinen Marktwert mit jedem Einsatz im internationalen Scheinwerferlicht steigert.
Dessen ist sich auch der FCSG bewusst, der den im Juni 2027 auslaufenden Vertrag mit Zigi gerne verlängern würde. Das Problem: Da der Publikumsliebling bereits zu den Topverdienern gehört, gibts eine finanzielle Schmerzgrenze. Momentan liegt der Ball beim Verein.
Mit Wil-Goalie Gentrit Muslija hätten die Espen zwar einen Goalie aus dem eigenen Nachwuchs als möglichen Nachfolger unter Vertrag. Ob der 20-Jährige den grün-weissen Ansprüchen genügen würde, ist derzeit aber zu bezweifeln. Mit einer Paradenquote von bloss 60 Prozent und 21 Gegentoren in neun Spielen gehört der Leihspieler, der beim FCSG noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, aktuell zu den schwächeren Goalies der Challenge League.
Erschwerend kommt hinzu, dass Muslijas mit Abstand grösste Stärke, das Spiel mit dem Ball am Fuss, beim FCSG selten zum Tragen kommen würde. Denn die Espen agieren mit weiten Bällen in die Spitze, statt gepflegt hinten heraus zu kombinieren. Drum spricht – Stand jetzt – wenig dafür, dass Muslija in der kommenden Saison im Sitterstadion zwischen den Pfosten stehen wird.
Knackt Zigi die Rekordmarke?
Dass Zigi den Espen erhalten bleibt, ist um einiges wahrscheinlicher. Der bald 30-Jährige hat nie einen Hehl daraus gemacht, wie wohl er sich in der Ostschweiz fühlt. Kommt hinzu, dass der Goaliemarkt ein komplizierter ist und in der Vergangenheit manch ein Super-League-Keeper unsanft auf den Boden der Realität klatschte. Heinz Lindner musste nach zwei Topjahren bei GC einst mit Wehen Wiesbaden vorliebnehmen. Jüngstes Beispiel ist Ex-Lausanne-Goalie Karlo Letica, der vom Ausland träumte, mittlerweile aber in der Luzerner Thermoplan Arena spielt.
Zigi hingegen könnte in St. Gallen zur Klublegende werden, wenn er seinen Vertrag verlängert. 265 Pflichtspiele hat der Ghanaer bislang für die Espen absolviert. Noch fehlen 34 Einsätze, um Rekordgoalie Daniel Lopar abzulösen, und deren 33, um Meistergoalie Jörg Stiel zu überholen. «Ich würde Zigi von Herzen gönnen, wenn er meine Marke übertrifft. Er ist in St. Gallen ein absoluter Publikumsliebling», sagt Lopar.
Und ein überdurchschnittlich guter Super-League-Goalie. Zwar patzte Zigi zuletzt beim 1:4 gegen Lugano und beim 0:3 gegen Sion, zu Beginn der Saison aber brillierte der ghanaische Nationalgoalie und zeigte unter anderem in den beiden Conference-League-Spielen gegen Nordsjaelland Weltklasseparaden.
Es sind Leistungen auf internationaler Bühne, die Zigis Karten im Poker besser machen. Die Frage lautet aktuell: Was setzt der FC St. Gallen dem entgegen?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 9 | 20 | 25 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 9 | 0 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 9 | -3 | 13 | |
6 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
7 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
8 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
9 | FC Thun | 9 | -8 | 10 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
11 | FC Vaduz | 9 | -3 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 9 | -8 | 6 |
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde