Vertrauen in Trump schwindet: Deutsche sehen China positiver als die USA
Die Meinung der Deutschen über die USA hat sich laut einer aktuellen Umfrage in den vergangenen Jahren verschlechtert. Im gleichen Zeitraum hat sich das Urteil gegenüber China leicht verbessert, sodass die Volksrepublik positiver gesehen wird als die USA. Bei den beiden Staatschefs der Länder zeigt sich ein noch deutlicheres Bild.
Das unabhängige US-Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat von Anfang Februar bis Mitte Mai 2026 42.151 Menschen aus 36 Ländern befragt – darunter auch Deutsche. Laut dem am Mittwoch vorgestellten Bericht haben 33 Prozent der befragten Deutschen eine positive Meinung zu China. Eine positive Meinung zu den USA haben demnach nur 27 Prozent. Eine deutliche Verschlechterung gegenüber 2023.
Vor drei Jahren hatten noch 57 Prozent der Deutschen eine positive Meinung zu den USA. Der transatlantische Partner verliert laut Pew-Auswertung 30 Prozentpunkte. Im Gegensatz dazu gewinnt China 14 Prozentpunkte.
Im länderübergreifenden Vergleich haben 46 Prozent der Befragten eine positive Meinung zur Volksrepublik (2023: 32 Prozent) und 36 Prozent zu den USA (2023: 58 Prozent). „China wird in den meisten der 36 befragten Länder mittlerweile positiver bewertet als die USA“, schreiben die Autorinnen und Autoren des Pew-Berichts.
Die weltweite Wahrnehmung der Vereinigten Staaten hat sich im vergangenen Jahr zu Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump verschlechtert.
Pew Research Center
„Die weltweite Wahrnehmung der Vereinigten Staaten hat sich im vergangenen Jahr zu Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump verschlechtert, obwohl die meisten Menschen nach wie vor eine positivere Meinung von den USA hatten als von China“, analysieren die US-Meinungsforschenden. „In diesem Jahr ist das nicht mehr der Fall.“ 2025 lagen die USA mit 48 Prozent noch zehn Prozentpunkte vor der Volksrepublik.
Vertrauen in Trump sinkt
Dass die weltweite Wahrnehmung der USA eng mit der Person des Präsidenten verknüpft ist, zeigen auch die Antworten auf die Frage der Pew-Forschenden nach dem Vertrauen in die jeweiligen Staatschefs. Trumps zweite Amtszeit ist geprägt von Zolldrohungen, Kritik an Nato-Partnern, die aus seiner Sicht zu wenig für Verteidigung ausgeben, und von seinem chaotischen Regierungsstil. Das sorgt nicht unbedingt dafür, dass das Vertrauen weltweit in den US-Präsidenten steigt.
Nur 16 Prozent der befragten Deutschen gaben an, darauf zu vertrauen, dass Trump in weltpolitischen Angelegenheiten das Richtige tue – von Chinas Staatspräsident Xi Jinping sagen das 28 Prozent. Im weltweiten Vergleich kommt Trump etwas besser weg: 21 Prozent der Befragten sagen, sie vertrauen Trump. 31 Prozent sagen das auch von Xi.
Im Pew-Bericht steht allerdings auch: „In mehreren Nachbarländern Chinas – Indien, den Philippinen und Japan – genießt Trump eine höhere Beliebtheit als Xi.“ Was damit zu tun haben könnte, dass China seit Jahren versucht, seinen Einfluss in der Region auszubauen. So haben die Befragten aus den genannten Ländern auch eine positivere Meinung zu den USA generell als zu China.
Trumps Vorgänger Joe Biden schnitt in vorherigen Umfragen des Pew Research Centers besser ab: 2023 und 2024 sagten 54 bzw. 47 Prozent der Befragten, sie würden dem Demokraten vertrauen. Xi kam im gleichen Zeitraum auf jeweils 19 Prozent. Kurz nach Beginn der zweiten Amtszeit Trumps sackte das Vertrauen in den US-Präsidenten weltweit auf 32 Prozent ab – ein Verlust von 15 Prozentpunkten. Das Vertrauen in Xi legte im vergangenen Jahr hingegen zu – um 6 Prozentpunkte auf 25 Prozent.
Das zunehmend negative Bild der Deutschen von den USA zeigt sich auch in anderen Umfragen: So sagten Anfang 2026 in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur 49 Prozent der Befragten, sie würden die USA eher als Gegner wahrnehmen. Nur 16 Prozent bezeichneten die USA im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz überwiegend als Partner. China wird von den Befragten ähnlich wie die USA beurteilt: 15 Prozent sehen das streng autoritär geführte Land eher als Partner Deutschlands und 38 Prozent eher als Gegner.
Im „Politbarometer“ von ZDF und Tagesspiegel aus dem Dezember 2025 erklärten zudem 84 Prozent der Befragten, dass sie die Vereinigten Staaten unter Trump nicht mehr für einen verlässlichen Partner für die Sicherheit Europas hielten. Im Juni 2020, während Trumps erster Amtszeit, hatten sich noch 89 Prozent positiv geäußert. (mit dpa)