Bewährung abgelehnt: NSU-Terroristin Beate Zschäpe soll mindestens bis 2035 in Haft bleiben
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Bewährung abgelehnt
Verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben
Stand: 27.10.2026 13:29 Uhr
Die verurteilte NSU-Terroristin Beate Zschäpe bleibt vorerst in Haft. Das Oberlandesgericht München will nach BR-Informationen frühestens 2035 über eine mögliche vorzeitige Entlassung beraten. Eine Aussetzung der weiteren Strafvollstreckung zur Bewährung lehnte das Gericht ab.
von MDR SACHSEN
Die als NSU-Mitglied zu lebenslanger Haft verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe soll noch mindestens neun weitere Jahre im Gefängnis bleiben. Das Oberlandesgericht München will nach Informationen des Bayerischen Rundfunks erstmals im Jahr 2035 darüber beraten, ob und wann die 51-jährige Zschäpe vorzeitig aus der Haft entlassen werden kann.
Wie der BR berichtet, ging der Entscheidung eine monatelange nicht öffentliche Beratung des zuständigen Strafsenats voraus. Das Oberlandesgericht München habe die Informationen inzwischen bestätigt. Zudem lehnte es das Gericht ab, die weitere Vollstreckung der Strafe zur Bewährung auszusetzen. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.
Lebenslange Haft wegen zehnfachen Mordes
Beate Zschäpe gehörte zum Kern des rechtsextremistischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU). Die Terrorgruppe verübte zwischen 2000 und 2007 mehrere Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle. Zudem werden ihr zehn Morde zugerechnet: an neun Männern mit Migrationsgeschichte sowie an einer Polizistin.
Das Oberlandesgericht München verurteilte Zschäpe im Juli 2018 unter anderem wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft. Zugleich stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.
Zschäpe sitzt seit November 2011 in Haft. Nach dem Tod ihrer Mitstreiter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach einem missglückten Banküberfall in Eisenach hatte sie die gemeinsame Wohnung des Trios in Zwickau angezündet und sich wenige Tage später der Polizei gestellt.
Zschäpe als Aussteigerin?
Aktuell nimmt Zschäpe an einem nichtstaatlichen Aussteigerprogramm für Rechtsextremisten teil. Angehörige von NSU-Opfern kritisieren das jedoch scharf. Sie werfen Zschäpe vor, bis heute nicht wesentlich zur Aufklärung der NSU-Verbrechen beigetragen zu haben.
Was bedeutet eigentlich lebenslange Haft?
„Lebenslang“ bedeutet nicht automatisch Haft bis zum Lebensende. Nach 15 Jahren muss ein Gericht prüfen, ob eine Entlassung auf Bewährung möglich ist. Voraussetzung ist, dass von dem Verurteilten keine Gefahr mehr ausgeht. Eine Freilassung nach 15 Jahren ist jedoch keineswegs die Regel. Im Durchschnitt verbringen lebenslang Verurteilte in Deutschland etwa 20 Jahre im Gefängnis.
Welche Folgen hat die Feststellung der "besonderen Schwere der Schuld"?
Die "besondere Schwere der Schuld" verhindert in aller Regel die Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren. Selbst wenn alle anderen Voraussetzungen - wie eine günstige Sozialprognose - vorliegen würden. Nach 15 Jahren Gefängnis würde dann ein Gericht festlegen, wie lang ein Verurteilter aufgrund der Schwere der Schuld mindestens im Gefängnis zu bleiben hat.
MDR (cnj)/dpa
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