Video zeigt dramatische Szenen: Schwere Sturmböen setzen Kreuzfahrtschiffen zu – dann kommt es fast zur Kollision
Video zeigt dramatische Szenen Schwere Sturmböen setzen Kreuzfahrtschiffen zu – dann kommt es fast zur Kollision
Die Aidaperla ist im französischen Le Havre bei starkem Wind vom Liegeplatz abgetrieben. Ein Video von Bord der benachbarten Mein Schiff 3 zeigt dramatische Momente und wie knapp die Schiffe vor der Kollision standen.
12.09.2026 , 08:10 Uhr
Bei heftigen Sturmböen machte sich die Aidaperla selbstständig und kollidierte beinahe mit der „Mein Schiff 3“.
Foto: instagram.com/matthiasmorr/Screenshot SZ / Quelle: instagram.com/matthiasmorr
Es sind Aufnahmen, die Kreuzfahrtpassagiere an Bord der Aidaperla und der „Mein Schiff 3“ wohl nicht so schnell vergessen: Bei starkem Wind löst sich die Aidaperla im französischen Hafen Le Havre von der Pier und treibt in das Hafenbecken. Nur wenige Meter entfernt liegt die Mein Schiff 3. Ein Video, das der Kreuzfahrt-Experte Matthias Morr auf Instagram geteilt hat, zeigt den Vorfall aus der Perspektive des Tui-Schiffs. Donnernd kracht das Aida-Schiff gegen die Kaimauer, immerhin konnte eine Kollision mit der „Mein Schiff 3“ verhindert werden.
Aidaperla löst sich bei Starkwind vom Liegeplatz
Der Zwischenfall ereignete sich am Dienstag, 8. September 2026, gegen 16 Uhr. Nach Angaben von Aida Cruises zog eine unerwartete Schlechtwetterfront mit starken Windböen auf. Dadurch löste sich das Kreuzfahrtschiff vom Kai. Nach den vorliegenden Berichten rissen beziehungsweise lösten sich Leinen im vorderen Bereich der Aidaperla.
Das Schiff trieb mit dem Bug voran ins Hafenbecken und rammte die Hafenmauer. Ein französischer Schlepper musste das Schiff aus seiner Lage befreien. Die Reederei bestätigte den Vorfall und spricht von einem „Pierkontakt“ während des Manövrierens. Die Aidaperla werde nun von Technikern und Behörden eingehend überprüft. Ob das Schiff beschädigt wurde und wann es den Hafen wieder verlassen darf, ist zunächst offen.
Mein Schiff 3 lag nur wenige Meter entfernt vom Unfall
Die Mein Schiff 3 lag zum Zeitpunkt des Unglücks an der benachbarten Pier. Von dort filmten Passagiere das Geschehen. In den Kommentaren unter dem Instagram-Video berichten Beobachter von einer äußerst angespannten Situation. Ein Nutzer schreibt, der vordere Teil der Mein Schiff 3 sei bereits geräumt worden und die Musterstationen seien besetzt gewesen.
TUI Cruises teilte auf Nachfrage des Newsportals „Tag 24“ mit, dass an Bord der „Mein Schiff 3“ in der Tat zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet worden seien. Zu einer Berührung oder Kollision mit der Aidaperla sei es jedoch zu keiner Zeit gekommen.
Damit blieb es bei einer Beinahe-Kollision. Die „Mein Schiff 3“ konnte den Hafen am Abend verlassen – allerdings mit etwa zweistündiger Verspätung. Statt wie geplant gegen 19 Uhr fuhr das Schiff nach den vorliegenden Angaben erst gegen 21 Uhr weiter. Grund dafür waren unter anderem die weiterhin schwierigen Windbedingungen und die im Hafenbecken liegenden Gangways.
Das Video sorgt für Reaktionen in den sozialen Netzwerken
Der Instagram-Beitrag von Matthias Morr wurde Stand Mittwochnachmittag, 14.30 Uhr, über 12.000 Mal geliked und 90 Mal kommentiert. „Das war richtig knapp“, schreibt ein Nutzer. Andere Stimmen heben die Leistung der Einsatzkräfte und der Reederei hervor:
- „Gruß von der MS3, das war knapp vor einer Karambolage mit uns. Vorderer Teil des Schiffes war schon evakuiert und die Musterstationen besetzt. Sehr umsichtige und schnelle Reaktion unseres Kapitäns! Der größte Dank gehört aber dem schnellen Eingreifen der französischen Schlepper! Trés bon travail!“
- „Und dann die Leute, die immer motzen, wenn ne Routenänderung oder Hafenausfall wegen Wetter kommt.“
- „Vielleicht verstehen jetzt einige mal, warum Schiffe manchmal den Hafen besser nicht anlaufen.“
Keine Verletzten – Gäste müssen auf Weiterreise warten
Nach bisherigem Stand wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Rund 500 AIDA-Gäste, die sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls auf einem Landgang befunden haben sollen, mussten allerdings zunächst warten. Laut RTL hielten sich Passagiere in Bussen vor dem Terminal auf.
Die Aidaperla darf den Hafen vorerst nicht verlassen. Nach Angaben des Portals „Schiffe und Kreuzfahrten“ muss das Schiff zunächst inspiziert werden. Außerdem ist die Freigabe durch die zuständige Klassifizierungsgesellschaft erforderlich. Dieses Vorgehen ist nach einem solchen Zwischenfall üblich.
Der für Mittwoch, 9. September, geplante Anlauf in Zeebrügge fällt nach den vorliegenden Informationen aus. Die Gäste an Bord sollen über das weitere Vorgehen informiert werden. Ob und wann die Reise fortgesetzt werden kann, war zunächst unklar.
Eigentlich hatte die Aida-Route vom 5. bis zum 12. September wie folgt verlaufen sollen: Hamburg – Seetag – Southampton – Le Havre – Zeebrügge – Rotterdam – Seetag – Hamburg.