Sind Haselnüsse einfach nur Kalorienbomben oder doch gesund? Studien zeigen es

Viele Kalorien, aber trotzdem gesund – die Haselnuss im Nährstoff-Check

Stand: 21.09.2026, 17:57 Uhr

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Eine Schale mit Haselnüssen.

Schwarz-braun ist die Haselnuss – und gesund! © IMAGO / Panthermedia

Haselnüsse liefern gesunde Fette, Eiweiß und Ballaststoffe. Erfahren Sie, was Studien zeigen und wie Sie sie einfach in Ihre Ernährung integrieren können.

Ob im Müsli, als Snack für zwischendurch oder pur: Haselnüsse sind nicht nur lecker, sondern echte Kraftpakete aus der Natur. Wer regelmäßig zugreift, versorgt seinen Körper mit wichtigen Nährstoffen. Wir zeigen fünf gesundheitliche Vorteile der beliebten Nuss – und warum Sie die braune Schale unbedingt mitessen sollten.

Haselnüsse: Herkunft, Sorten und Einkaufstipps

Die Haselnuss stammt vom Haselstrauch aus der Gattung Corylus. In Europa ist vor allem die Gemeine Hasel (Corylus avellana) verbreitet. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Europa und Kleinasien. Heute werden Haselnüsse unter anderem in der Türkei, Italien, Spanien, Georgien und den USA angebaut. Die Türkei ist seit Jahren eines der wichtigsten Anbauländer weltweit. Zu den Handelssorten zählen beispielsweise Tombul, Tonda Gentile, Barcelona oder Negret. Geschmack, Größe und Schalenanteil unterscheiden sich je nach Sorte.

Beim Einkauf sollten die Nüsse frisch und trocken riechen. Ein muffiger, öliger oder stechender Geruch spricht für ranziges Fett. Ungeschälte Haselnüsse halten sich länger als bereits gemahlene oder gehackte Ware. Geschälte Nüsse sollten luftdicht, dunkel und kühl gelagert werden – bei größeren Vorräten am besten im Kühlschrank oder Tiefkühlfach.

Verwendete Quellen

Dieser Text soll auf Grundlage von wissenschaftlich ermittelten Daten zur Nährstoffzusammensetzung von Lebensmitteln, offiziell empfohlenen Referenzwerten zum jeweiligen Tagesbedarf und durch Studien belegten Wirkungen auf die Gesundheit über die Vor- und Nachteile von Lebensmitteln aufklären. Auf folgende Quellen wird sich dabei berufen:

- Bundeslebensmittelschlüssel-Datenbank des Max-Rubner-Instituts (BLSDB)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
- Studien-Datenbanken, insbesondere PubMed

Welche Nährstoffe stecken in Haselnüssen?

Haselnüsse bestehen zu rund 63 Prozent aus Fett. Dabei handelt es sich überwiegend um einfach ungesättigte Fettsäuren – vor allem um Ölsäure. Eiweiß macht gut 16 Prozent aus, die verfügbaren Kohlenhydrate bleiben mit 4,2 Gramm niedrig. Zusätzlich liefern Haselnüsse 7,6 Gramm Ballaststoffe.

In den Nüssen stecken auch reichlich Vitamin E und Magnesium, außerdem sekundäre Pflanzenstoffe wie Phenolsäuren, Flavonoide und Proanthocyanidine. Ein großer Teil dieser Verbindungen sitzt in der braunen Haut. Die genaue Menge hängt unter anderem von Sorte, Reifegrad, Lagerung und Röstung ab.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Nährwerte pro 100 Gramm Haselnüsse (Quelle: BLSDB):

Nährwert/NährstoffMenge pro 100 Gramm
Energie667 kcal
Eiweiß16,25 g
Fett63,3 g
- davon gesättigte Fettsäuren5,27 g
- davon einfach ungesättigte Fettsäuren (v.a. Ölsäure)50,60 g
- davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren (v.a. Linolsäure)6,32 g
Kohlenhydrate4,2 g
Ballaststoffe7,6 g
Wasser4,3 g
Vitamin E22,2 mg
Vitamin B1 (Thiamin)0,46 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0,15 mg
Vitamin B60,66 mg
Vitamin B7 (Biotin)61,6 µg
Folat89,6 µg
Vitamin K111,1 µg
Kalium745 mg
Kalzium149 mg
Magnesium163 mg
Phosphor288 mg
Eisen3,43 mg
Zink2,08 mg
Kupfer1,6 mg
Mangan6,34 mg

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5 mögliche Vorteile von Haselnüssen für Gesundheit und Fitness

Visual Fit Food der Woche: Die gesundheitlichen Vorteile von Haselnüssen.

Die gesundheitlichen Vorteile von Haselnüssen. © IPPEN.MEDIA/IMAGO/Zoonar
  1. 🫀Gut für Herz und Gefäße: Wer seinem Herz-Kreislauf-System etwas Gutes tun will, liegt mit Haselnüssen genau richtig. Sie stecken voller gesunder, ungesättigter Fettsäuren. Tauschen Sie gesättigte Fette (wie in Wurst oder Butter) gegen die Fette der Haselnuss aus, kann das laut Studien Ihr Blutfettprofil messbar verbessern. Eine große Metaanalyse zeigte, dass der regelmäßige Verzehr von Haselnüssen helfen kann, das „schlechte“ LDL-Cholesterin zu senken. 🎓 Studie
  2. 🛡️ Zell-Schutzschild: Jeden Tag wird der Körper von freien Radikalen angegriffen, was zu sogenanntem oxidativen Stress führt. Haselnüsse wehren sich dagegen mit reichlich Vitamin E – einem starken Antioxidans. Der wahre Geheimtipp ist jedoch die feine, braune Nusshaut. Sie ist prall gefüllt mit Polyphenolen (sekundären Pflanzenstoffen), die unsere Zellen schützen. Unser Tipp: Essen Sie die Nüsse am besten roh und ungeschält, denn beim starken Rösten gehen viele dieser wertvollen Stoffe verloren. 🎓 Studie
  3. 📉 Stabiler Blutzucker: Nach einem süßen Snack schießt der Blutzucker in die Höhe – und fällt rasant wieder ab. Die Folge: Heißhunger. Haselnüsse durchbrechen diesen Teufelskreis. Sie enthalten gerade einmal rund 4 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm, dafür aber viel gesundes Fett und Eiweiß. Diese Kombination sorgt dafür, dass die Magenentleerung verlangsamt wird und der Blutzuckerspiegel schön stabil bleibt. Kein Wundermittel gegen Diabetes, aber der perfekte Begleiter für eine blutzuckerbewusste Ernährung. 🎓 Studie
  4. Nervennahrung und Muskel-Power: Erschöpft und gestresst? Haselnüsse liefern wichtiges Magnesium (163 Milligramm pro 100 Gramm) und B-Vitamine (wie B1 und B6). Magnesium ist unverzichtbar für eine reibungslose Muskelfunktion und den Energiestoffwechsel, während B-Vitamine wie Zündkerzen für unser Nervensystem wirken. Eine Handvoll Nüsse vor dem Sport oder während eines langen Arbeitstags füllt die Reserven zwar nicht komplett auf, liefert aber den perfekten, natürlichen Energie-Kick für Muskeln und Gehirn. 🎓 Studie
  5. 🥜 Sättigend, ohne dick zu machen: Haselnüsse sind Kalorienbomben – das lässt sich nicht bestreiten. Doch wer abnehmen oder sein Gewicht halten will, muss sie nicht meiden. Eine Portion (etwa 25 Gramm) liefert wertvolle Ballaststoffe und Fette, die extrem lange sättigen. Wer Nüsse snackt, isst bei der nächsten Mahlzeit automatisch oft weniger. Studien bestätigen: Der maßvolle Verzehr von Haselnüssen führt nicht zu einer Gewichtszunahme, sondern kann helfen, ungesunde Heißhungerattacken zwischen den Mahlzeiten zu stoppen. 🎓 Studie

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Für wen sind Haselnüsse besonders geeignet – und wer sollte vorsichtig sein?

Haselnüsse passen besonders gut in die Ernährung von:

  • Aktiven und Sporttreibenden: Sie liefern Energie, Magnesium und ungesättigte Fettsäuren. Vor dem Training ist eine kleine Portion sinnvoller als eine große, schwer verdauliche Menge.
  • Vegetariern und Veganern: Haselnüsse ergänzen eine pflanzenbetonte Ernährung um Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamin E. Sie sollten jedoch mit anderen Proteinquellen kombiniert werden.
  • Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko: Ungesalzene Nüsse können eine günstige Alternative zu Süßigkeiten oder stark verarbeiteten Snacks sein. Bei erhöhten Cholesterinwerten gehört die Behandlung in ärztliche Hände.
  • Menschen, die lange satt bleiben möchten: Das Zusammenspiel von Fett, Eiweiß und Ballaststoffen eignet sich für Zwischenmahlzeiten – sofern die Portion stimmt.

Vorsicht ist bei einer Nussallergie geboten. Bereits kleine Mengen können allergische Reaktionen auslösen. Möglich sind außerdem Kreuzreaktionen bei einer Birkenpollenallergie, häufig mit Jucken oder Kribbeln im Mund. Bei Kindern sind ganze Nüsse wegen der Verschluck- und Erstickungsgefahr ungeeignet. Für Kleinkinder sollten Haselnüsse nur fein gemahlen oder als glattes Mus und immer altersgerecht angeboten werden.

Was gibt es bei der Zubereitung von Haselnüssen zu beachten?

Haselnüsse lassen sich roh, gehackt, gemahlen oder geröstet verwenden. Am besten greifen Sie zu ungesalzenen Nüssen, damit sie ihren Platz als nährstoffreicher Bestandteil einer Mahlzeit behalten und nicht zur stark gesalzenen Knabberei werden.

Wer ein intensiveres Aroma bevorzugt, kann die Haselnüsse leicht rösten: Bei 160 bis 170 Grad Celsius reichen etwa acht bis zwölf Minuten aus. Zu starke oder lange Hitze kann das Aroma verändern und einzelne Pflanzenstoffe beeinträchtigen. Die braune Haut kann dabei ruhig dranbleiben – sie liefert Polyphenole, schmeckt allerdings etwas herb.

Rezept: Haselnuss-Quark mit Apfel und Zimt

Die Kombination aus Quark, Apfel und Haselnüssen liefert Eiweiß, Ballaststoffe und gesunde Fette. Das Rezept eignet sich als Frühstück oder als sättigender Snack nach dem Training.

Zutaten für 1 Portion:

  • 200 g Magerquark oder laktosefreier Quark
  • 1 kleiner Apfel
  • 25 g Haselnüsse
  • 1 EL Haferflocken
  • 1 Prise Zimt
  • 1 TL Honig oder Ahornsirup, optional

Zubereitung:

Das vollständige Rezept finden Sie am 25. September in meinem Newsletter „Einfach Fit!“ – hier können Sie sich kostenlos registrieren.

Mein Tipp: Für mehr Röstaroma die Haselnüsse vorher ohne Öl wenige Minuten in einer Pfanne anrösten und anschließend abkühlen lassen. Wer mehr Kohlenhydrate nach dem Sport benötigt, ergänzt eine Banane oder zwei Esslöffel Haferflocken. Wer Kalorien sparen möchte, verwendet 15 Gramm Haselnüsse und lässt den Honig weg.

Mandeln, Walnüsse, Pistazien, Haselnüsse: Welche Nuss ist am gesündesten?

Die eine „gesündeste“ Nuss gibt es nicht. Jede Sorte hat ein eigenes Nährstoffprofil. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Werte pro 100 Gramm (Quelle: BLSDB):

NussEnergieEiweißFettKohlenhydrateBallaststoffeBesonders auffällig
Mandeln544 kcal22,3 g46,6 g3,9 gca. 10 gviel Eiweiß, Magnesium (218 mg) und Vitamin E (23,9 mg)
Pistazien599 kcal20,8 g51,6 g7,6 g10,6 gviel Eiweiß, Ballaststoffe, Magnesium (182,5 mg) und Vitamin B6 (1,5 mg)
Haselnüsse667 kcal16,3 g63,3 g4,2 g7,6 gviel Vitamin E (22,2 mg), Magnesium (163 mg) und Ölsäure
Walnüsse723 kcal16 g71 g6 g4,6 gbesonders reich an Alpha-Linolensäure (Omega-3) und Vitamin E (25 mg)

Wer möglichst viel pflanzliches Eiweiß und Magnesium bei vergleichsweise wenig Energie sucht, ist mit Mandeln gut beraten. Pistazien punkten mit der Kombination aus Eiweiß und Ballaststoffen und eignen sich deshalb als sättigender Snack. Haselnüsse liefern besonders viel einfach ungesättigte Ölsäure und Vitamin E, während Walnüsse die beste pflanzliche Quelle für die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure unter den vier Sorten sind. Gleichzeitig sind Walnüsse am energiereichsten. Für Herz und Stoffwechsel zählt deshalb weniger der Vergleich einzelner Nüsse als die regelmäßige, maßvolle Portion.