Angst in Tiroler Urlaubsregion: Braunbär „tirol_05“ tötet Ponys auf der Alm
„Vier meiner Tiere zerfleischt“: In Tirols Bären-Hotspot geht die Angst um
Stand: 05.10.2026, 14:01 Uhr
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DNA-Tests lassen keinen Zweifel. Ein Braunbär wurde als Verursacher des Pony-Risses identifiziert. Seit Jahren treibt das Tier sein Unwesen.
Pfunds – Eine beliebte Urlaubsregion in Österreich ist Schauplatz von Bären-Attacken geworden. Der grausame Tod von Pony Pumuckl auf einer Alm in Pfunds erschütterte Tirol erst Anfang August. Inzwischen ist klar, dass ein männlicher Braunbär das Pony riss. Das Tier mit der Kennung „tirol_05“ streift schon seit Jahren durch die Region, so das Land Tirol.
„In einem Jahr hab ich vier Tiere verloren. Wie packt das ein Mensch, wenn ein Bär vier Tiere zerfleischt?“, erzählte eine Bäuerin, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Sie hat seit dem Sommer 2025 zwei Esel und zwei Ponys verloren.
Angst vor Bären-Attacken in Bären-Hotspot in Tirol
Pfunds ist längst zum Epizentrum der Bärenpräsenz in Tirol geworden. Das geht aus den Daten des Landes Tirol hervor. Anfang August 2026 riss der Bär „tirol_05“ das Pony. Dasselbe Tier war bereits 2024 in Ried im Oberinntal und 2025 im Bezirk Landeck nachgewiesen worden. Seit drei Jahren ist „tirol_05“ dort also unterwegs. Neben dem männlichen Braunbären gab es 2024 noch einen zweiten in dieser Region mit der Kennung „tirol_04“. Seitdem verliert sich jedoch seine genetische Spur.
Die Rückkehr der Braunbären in Tirol erhitzt die Gemüter. Die Stimmung in Pfunds ist aufgeladen, wie sich auf einer Informationsveranstaltung des Landes Tirol zur „Bärenpräsenz im Bezirk Landeck“ zeigte. Einige Landwirte, wie auch die betroffene Bäuerin, fürchten um ihre Tiere und ihre Existenz. Einige Menschen hätten Angst, in den Wald zu gehen.
Experten, wie der eigens eingeladene Wildbiologe Paolo Molinari, halten dagegen ein Zusammenleben mit dem Raubtier für möglich. „Der Mensch hat 200 Jahre gebraucht, um den Bären zu verdrängen und hat 100 Jahre ohne ihn gelebt. Da kann man nicht verlangen, dass ein neues Zusammenleben in wenigen Jahren funktioniert“, sagte Wildbiologe Molinari.
Das Land Tirol betont, dass 2026 bei mehreren Rissereignissen ein Bär als Verursacher bestätigt werden konnte. „Gleichzeitig gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass sich der Bär Menschen oder dem Siedlungsraum gezielt nähert oder genähert hat.“ Begegnungen und Sichtungen in unmittelbarer Nähe zu Menschen seien bislang nicht gemeldet worden.
Bären-Präsenz in Tirol
Nach dem Pony-Riss appellierte Tirol erneut an die Bevölkerung, Sichtungen von Großraubtieren möglichst rasch über das Sichtungsformular der Webseite des Landes Tirol oder direkt an die zuständige Bezirkshauptmannschaft zu melden.
Die Bären-Präsenz im Jahr 2026, sowie Nachweise von großen Beutegreifern (Braunbär und Wolf) und Risse von Nutztieren werden gesammelt und sind auch auf einer Karte dokumentiert. Von den 16 nachgewiesenen Bären-Sichtungen in Tirol 2026, fallen neun auf das Gemeindegebiet Pfunds (Stand: 5. Oktober 2026).
Grundsätzlich gibt es in Tirol derzeit keinen Anlass, von einer erhöhten Gefahr für die Bevölkerung durch Bären auszugehen. „In Tirol ist die Wahrscheinlichkeit einem Bären zu begegnen, sehr gering.“ Der Braunbär sei scheu und versuche, Menschen möglichst zu meiden. Falls es dennoch zu einer Begegnung mit einem Bären kommt, rät das Land, folgende Verhaltensregeln zu befolgen:
Bärenbegegnung: So verhalten Sie sich
1. Machen Sie Lärm
2. Halten Sie Hunde an der Leine
3. Füttern Sie keine Bären
4. Folgen Sie ihm nicht!
5. Vermeiden Sie Kontakt
6. Wenn er Ihnen folgt, gehen Sie langsam zurück, ohne ihm den Rücken zuzuwenden. Sprechen Sie mit fester Stimme.
7. Wenn der Bär sich aufbäumt, beobachtet er nur die Situation und entscheidet, was er tun soll. Bleiben Sie ruhig stehen und lassen ihn Ihre Stimme hören, aber schreien Sie nicht.
8. Wenn er aggressiv wird: Bleiben Sie stehen, schreien Sie nicht, laufen Sie nicht weg.
9. Körperkontakt ist höchst unwahrscheinlich, doch sollten Sie, falls Sie zu Boden gestoßen werden, mit dem Gesicht nach unten liegen und die Hände hinter den Nacken legen. Reagieren Sie nicht. Stehen Sie erst auf, wenn Sie sicher sind, dass der Bär weg ist.
10. Informieren Sie die Behörden bei einer Bärensichtung oder -begegnung.
Quelle: Land Tirol
„Das Land Tirol lässt seine Almbäurinnen und Bauern nicht im Stich“, zitiert meinbezirk.at Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler. Das Land Tirol entschädigt Landwirte für gerissene Nutztiere. 219.000 Euro flossen 2025 als Entschädigung für gerissene und vermisste Tiere, dazu kamen 24.000 Euro für Futterkosten nach vorzeitigen Almabtrieben, insgesamt 243.000 Euro.